Bereits im Jahr 2018 fand das erste BUV Fachforum in Kassel statt. Damals legten der ebenfalls auf Berufsunfähigkeitsversicherung spezialisierte Versicherungsmakler Torsten Beitrag und ich den Grundstein für dieses Novum:

 

In einem sehr kleinen Kreis treffen sich bei diesem einmaligen Branchenevent Versicherungsmakler, Versicherungsberater für den BU-Leistungsfall und hochrangige Vertreter von Versicherungsgesellschaften.

Der BU-Profi - Einmal mit Profis arbeiten - Das BUV Fachforum 2022

 

Nach dem BUV II im Jahr 2019 folgte aufgrund von Corona eine Pause im Jahr 2020 und das BUV III fand lediglich in digitaler Form statt. Eigentlich sollte danach Schluss sein. Die Trilogie war durch.

 

Und dann, ganz überraschend, fand im September 2022 doch wieder ein BUV Fachforum statt. Unter “neuer Leitung” und mit einigen Erweiterungen sollte das Format wieder dazu beitragen, den Bildungsstand in der Branche zu verbessern.

 

Jetzt erfahren Sie, wie es dazu kam, wie das BUV Fachforum 2022 gelaufen ist und ob eine Fortsetzung geplant ist.

Sollen wir Ihnen das Thema näher erklären?

Falls Sie spezielle Fragen  haben, die in diesem Text nicht beantwotet werden können, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!

Was ist das BUV Fachforum?

Das BUV Fachforum wurde im Jahr 2017 im Rahmen einer Fachgruppe bei Facebook gegründet.

 

Die Idee war und ist es, Versicherungsvermittler, Versicherungsberater mit Spezialisierung auf den BU-Leistungsfall und Führungskräfte der Leistungs- und Risikoprüfung von Versicherungsunternehmen zusammenzubringen und miteinander zu sprechen, zu streiten und zu entwickeln, um das Beste für die Branche und für Sie als Kundin und Kunde herauszuholen.

 

Da so etwas am besten funktioniert, wenn man sich persönlich trifft, fand im Jahr 2018 das erste Treffen in Kassel statt. Einen Tag volles Bildungsprogramm mit einem großartigen Vorabend zum Netzwerken.

 

Schon zu Beginn war dieses exklusive Format ein voller Erfolg!

 

Es stand kurz nach Ende fest: es muss eine Wiederholung geben. Dieses Mal in einem größeren Umfang über zwei Tage und mit noch mehr Inhalt. Beim zweiten Mal waren auch schon mehr ausgewählte Versicherungsgesellschaften dabei. Das ist übrigens etwas Besonderes, weil das BUV Fachforum die einzige Veranstaltung auf diesem Niveau ist, bei der sich Versicherungsgesellschaften nicht “einkaufen” können und dann das Programm vorgeben. Auch die Referenten arbeiten hier ehrenamtlich und verzichten dabei auf teilweise hohe vierstellige Honorare.

Es geht eben darum, miteinander mehr zu erreichen.

 

Und eigentlich war nach dem zweiten Zusammenkommen in Nürnberg (die Nürnberger Versicherung stellte uns freundlicherweise einen Konferenzraum und das Catering zum Mittag bereit) Schluss. Allerdings sahen das die Teilnehmer komplett anders. Sie forderten eine Fortsetzung. Und so sollte es auch kommen. Doch dann kam Corona und das BUV III fand mit einem Jahr Zeitversatz dann doch nur digital statt.

 

Als Torsten Breitag, der neben mir diese großartigen Veranstaltungen organisierte, bekundete, dass es das jetzt endgültig für ihn gewesen ist, schien das Projekt tatsächlich begraben.

 

Doch es ging weiter mit dem BUV Fachforum

Für mich stand fest, so wie bisher kann es tatsächlich nicht weitergehen. Da ist “die Luft raus”. Es braucht neue Ideen, kleine Änderungen und ich brauche dringend Hilfe.

 

Bei der Suche nach einem neuen Team in der Orga lag es für mich nah, verschiedene Köpfe mit unterschiedlichen Stärken zusammenzubringen. Und so kamen Sonja Keller vom Biometrie Check und der Versicherungsmakler Sepp Hölzel und ich zusammen, um dem BUV Fachforum mit einem neuen Konzept wieder Leben einzuhauchen.

 

Die Bayerische bot sich dieses Mal an, ihren Konferenzraum sowie das Mittagessen in ihrer Hauptverwaltung in München zur Verfügung zu stellen und so konnten wir die Kosten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder einmal sehr gering halten.

 

Wie war das BUV Fachforum 2022?

Dieses Jahr hatten wir rund 40 Versicherungsvermittler (überwiegend Versicherungsmakler und einen Honorarberater), einen Versicherungsberater für Leistungsfälle und rund 10 verschiedene hochrangige Vertreter diverser Versicherungsgesellschaften dabei.

 

Von den Versicherungsgesellschaften nahmen zum Beispiel der Risikoprüfer Oliver Göttlein von der Alte Leipziger, Sandra John, als Bereichsleiterin der Risiko- und Leistungsprüfung bei der LV1871, Roland Aue aus dem Bereich Leistung und Heinz Müller aus der Risikoprüfung von der Nürnberger, Michael Kowol, Abteilungsleiter Leistung- und Risikoprüfung von der Basler teil.

Von der Bayerischen waren außerdem der Leiter des Maklervertiebs, Maximilian Buddecke, der Leiter der Leistungsprüfung, Michael Strencioch, und Kristine Rößler aus dem Produktmanagement mit dabei.

 

Neben der Möglichkeit des gegenseitigen Austausches und den vielen konstruktiven Diskussionen, gab es auch einige fachliche Vorträge und Workshops.

 

Volles Programm am ersten Tag

 

Maximilian Buddecke erzählte etwas zur Digitalisierung und modernen Aufstellung eines Maklerbüros. Wie können Versicherungsmakler besser und bedarfsgerechter auf ihre Kunden eingehen und wie kann das Maklerunternehmen fit für die Zukunft gemacht werden.

Aus meiner Sicht ein sehr zentrales und wichtiges Thema, denn wir haben ein großes Nachwuchsproblem in der Branche.

 

Im Anschluss folgten wichtige und interessante Einblicke und das Thema Dienstunfähigkeit (DU-Versicherung) und die dazugehörige Rechtsprechung zum Thema Teil-Dienstunfähigkeit und spezielle Dienstunfähigkeit bei uniformierten Beamten.

Durch dieses Thema führte Kai Stecker, der sich als Versicherungsmakler auf die BU von Beamten spezialisiert hat.

 

Im letzten Teil von Tag 1 durfte ich etwas über die Grundfähigkeitsversicherung erzählen. Was ist das eigentlich und wie unterscheiden sich Berufsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherung voneinander?

Außerdem haben wir uns die verschiedenen Fähigkeiten angesehen und darüber diskutiert, was die Versicherer in diesem relativ neuen Versicherungsprodukt tun können, um die Leistungsauslöser noch klarer zu formulieren, damit die Nachweise im Leistungsfall standardisiert werden können.

 

Das Finale von Tag 1 war die Podiumsdiskussion

 

Im Anschluss gab es dann noch eine große Podiumsdiskussion, bei der die Teilnehmer ihre Fragen loswerden konnten und die Leistungs- und Risikoprüfer der Versicherungsgesellschaften und auch Heike Sontow vom Rückversicherer ihre fundierten Antworten liefern konnten.

 

Besonders spannend fand ich dabei die Diskussion, ob es tatsächlich einen Unterschied zwischen dem Kräfteverfall und dem mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall gibt. Hier war die Mehrzahl der Leistungsprüfer anderer Ansicht als ich, dass bei dynamischer Weiterentwicklung der Technologien in der Arbeitswelt mehr Leistungsfälle aufgrund eines kognitiven Kräfteverfalls auf die Branche zukommen.

Allerdings gab es auch Zuspruch für meine These.

Und das Hauptargument gegen meine Vermutung war, dass es bis jetzt noch keine derartigen Fälle gegeben hat. Und genau das sehe ich auch als meine Aufgabe als Versicherungsmakler: versuchen einzuschätzen, was in der Zukunft passieren könnte und dies bedarfsgerecht für meine Kundinnen und Kunden abzusichern.

Lassen wir uns also überraschen. Und egal wie es kommt, Sie sind bei mir immer auf der sicheren Seite 😉

 

Eine weitere sehr spannende Frage war die, was denn passieren könnte bzw. müsste, damit die AU-Klausel aus der Berufsunfähigkeitsversicherung bezahlen muss, weil die versicherte Person über 6 Monate arbeitsunfähig krankgeschrieben ist und nicht gleichzeitig auch (absehbar) eine Berufsunfähigkeit vorliegt.

Auch hierbei gab es spannende und lehrreiche Fälle, direkt aus den Leistungsprüfungen der Versicherungen.

 

Abends ging es dann in gemütlicher Atmosphäre Essen und Trinken, um sich untereinander auszutauschen und über die unterschiedlichen Ansätze und Geschäftsmodelle zu diskutieren oder mit den Leistungs- und Risikoprüfern der Versicherungen ins Gespräch zu gehen. Was geht bei den Versicherern besser? Wo drückt der Schuh? Und was können auch die Versicherungsmakler tun, um die Qualität der Risikovoranfragen und Anträge zu verbessern, damit es im Leistungsfall schnell zur gewünschten Auszahlung der BU-Rente kommt?

 

Der zweite Tag ging so weiter, wie der erste aufgehört hat

Zur Überraschung gab es am Anfang des zweiten Tages ein zünftiges Weißwurstfrühstück. Typisch Bayerisch(e) eben.

 

Gestärkt ging es dann weiter mit dem Workshop von Sonja Keller zum Thema Risikoprüfung. Dabei ging es vor allem darum, was wir als Vermittler alles von unseren Kunden brauchen, ob es sich aus Kundensicht lohnt immer vor dem Ausfüllen der Fragebögen die Abrechnungen bei der Krankenkasse anzufragen und wie aus den Daten eine sehr gute Risikovoranfrage geschrieben werden kann.

 

Eigentlich waren dafür 90 Minuten inkl. Gruppenarbeit geplant, doch wie schon bei meinem Vortrag zur Grundfähigkeitsversicherung gab es so viele interessante und wertvolle Diskussionen, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist.

 

Nach Sonjas Part durften wir dann von dem Biometrie-Experten der Bayerischen, Panos Kalantzis, etwas über die Absicherung von Bundeswehr-Soldaten lernen. Worauf es ankommt, was möglich ist und was nicht und wie sich die privaten Absicherungen vom Bundeswehr-Rahmenvertrag für BU-Versicherungen unterscheiden. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Soldaten sind keine Beamten! Das wird tatsächlich immer wieder durcheinandergebracht.

 

Abgelöst wurde Panos von Heike Sontow, die ehemals die Risikoprüfung eines großen Versicherers leitete und heute für einen Rückversicherer tätig ist.

In ihrem spannenden 45 Minuten Vortrag ging es um die Frage, welche Rolle Rückversicherer in der BU spielen und welche Ideen für die Zukunft geplant sind, die die Risikoprüfung für Versicherer, Kunden und Vermittler erleichtern sollen.

 

Hier bin ich besonders gespannt, da aus meiner Sicht eine individuelle und passgenaue Prüfung der Risikosituation auch viel mit “Bauchgefühl” und “Fingerspitzengefühl” der Risikoprüfer zu tun hat.

Ob dies auf absehbare Zeit von der IT abgelöst werden kann!? Ich bleibe gespannt.

 

BU-Leistungsfälle aus der Praxis

Im letzten Teil des BUV Fachforum 2022 durfte der auf Leistungsfälle spezialisierte Versicherungsberater Guido Babinsky ran. Er brachte echte Leistungsfälle aus den letzten Monaten mit und zeigte hierbei am Beispiel von verschiedenen Berufen, was außerhalb der typischen Erkrankungen wie Psyche, Herz-Kreislauf, Bewegungsapparat und Krebserkrankungen passieren kann.

 

Besonders bewegt hat mich dabei zum Beispiel der Fall einer jungen Fitnesstrainerin, die durch falsches Training und eine inoperable Zyste der Wirbelsäule wohl dauerhaft berufsunfähig ist. Mit gerade einmal Anfang zwanzig.

 

Aus meiner Sicht ist das Wissen über den Leistungsfall aus vielen Gründen auch beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig:

 

  • So wird das Bewusstsein geschaffen, dass es wirklich jeden treffen kann. Egal, wie man sich ernährt, wie vorsichtig man sich verhält oder welchen Beruf man hat

     

  • Im Leistungsfall zeigt sich dann auch, wie wichtig die Entscheidung für die BU-Versicherung gewesen ist. Viele der Vorgänge, die Guido Babinsky mitgebracht hat, haben es unmöglich gemacht, dass die bisher erarbeitete Lebensstellung ohne Absicherung weiter bestanden hätte.

     

  • Und natürlich wird durch diese Leistungsfälle auch klar, dass Berufsunfähigkeitsversicherungen im Fall der Fälle auch die BU-Rente bezahlen und sich nicht weigern, bis der Versicherungsnehmer entkräftet aufgibt

 

Mein Fazit zum BUV Fachforum 2022

Ich bin K.O.! Ja, ganz ehrlich, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen hört sich oft leichter an, als es hinterher ist. Und es hat sich auch dieses Mal aus meiner Sicht wieder gelohnt. Und da bin ich nicht der Einzige. Auch in den bisher geführten Gesprächen mit verschiedenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Stimmung super positiv.

 

Versicherungsgesellschaften haben teilweise größere To-do-Listen mitgenommen, mit Themen, die die Zusammenarbeit mit Versicherungsmaklern und auch Kunden deutlich vereinfachen können. Auch über das Thema Grundfähigkeitsversicherung haben wir sehr viel Neues gelernt. Gerade auch aus den ersten Leistungsfällen der Versicherungsgesellschaften ließ sich gut ableiten, woran in der nahen Zukunft noch gefeilt werden sollte.

Insgesamt ging es für mich mit einem sehr guten Gefühl nach Hause.

 

Ob es eine Fortsetzung geben wird, steht offiziell noch nicht fest. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass es dieses EINZIGARTIGE Format verdient hat und bin gespannt, was uns im kommenden Jahr erwartet. 

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Ist die BU-Versicherung der DANV für Steuerberater, Anwälte und Unternehmensberater empfehlenswert?

Die Deutsche Anwalts- und Notarversicherung (DANV) hat eine spezielle Berufsunfähigkeitsversicherung für Steuerberater, Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Personen mit abgeschlossenem Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie Studierende in diesem Bereich.

Einsicht in die Krankenakte vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung notwendig?

Fast in jedem unserer kostenfreien Kennenlerntermine bekommen wir die Frage, ob die Einsicht in die Krankenakte vor Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung notwendig ist. Viele Versicherungsvermittler und auch die Verbraucherzentrale rät pauschal dazu, dass Sie bei Ihrer Krankenkasse anfragen und sich die Abrechnungen der letzten Jahre schicken lassen.

Teilzeitklausel in der BU-Versicherung – worauf kommt es hierbei an?

Das Besondere an dieser Regelung ist, dass neben dem Hauptjob, der in Teilzeit ausgeübt wird, auch die konkreten Tätigkeiten im Haushalt oder der häuslichen Pflege versichert sind. Damit ist diese Klausel wesentlich realitätsnäher als die bisher genannten. Aus meiner Sicht eine klare Besserstellung für jeden Kunden und somit eine wichtige Ergänzung für alle, die nicht ausschließen können für eine Zeit im Haushalt zu arbeiten oder einen Angehörigen pflegen zu müssen. Für die Hausfrauen und Hausmänner in Spe gilt hierbei aber zu beachten, dass es konkret um die Versorgung von Kindern geht. Das „Rücken freihalten“ des Ehepartners fällt damit raus. Auch könnte man darüber streiten bis zu welchem Alter die Kinder „versorgt“ werden müssen.