Der BU-Profi

Zum Beginn des Jahres 2022 bleibt die Basler Versicherung sich treu und bringt wieder ein Update ihrer BU-Versicherung heraus.

Schon seit rund 2 Jahren werde ich mehr und mehr ein „Fan“ der Basler Berufsunfähigkeitsversicherung.

Der BU-Profi Für wen lohnt sich die neue (2022) BU-Versicherung von der Basler?

Die Gründe dafür sind einfach:

  • Permanente Verbesserungen der Versicherungsbedingungen in den letzten Jahren
  • Eine sehr gute Risikoprüfung
  • Auf Kritik und Verbesserungsvorschläge wird gehört und diese werden häufig umgesetzt

Der BU-Tarif von der Basler gehört schon im Jahr 2021 zu den sehr guten Versicherungen am Markt. Ob die Versicherung aus Hamburg es im Jahr 2022 schafft, die selbst gelegte hohe Messlatte noch zu überspringen habe ich mir angesehen und schreibe jetzt darüber.

Sollen wir Ihnen das Thema näher erklären?

Falls Sie spezielle Fragen  haben, die in diesem Text nicht beantwotet werden können, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!

 Die Basler Berufsunfähigkeitsversicherung mit wenigen Schwächen

 

Seit ungefähr zwei Jahren schafft die Basler es, alle BU-Profi MUST HAVES zu erfüllen und schaffte es immerhin im letzten Jahr neben der BU der Bayerischen zur Nummer 2 der besten Berufsunfähigkeitsversicherungen meiner Kunden.

Neben der Erfüllung der BU-Profi MUST HAVES punkteten die Hamburger durch eine sehr gute BU-Absicherung von Schülern, einer Versicherbarkeit ab dem 10. Lebensjahr, einer Arbeitsunfähigkeitsklausel mit bis zu 36 Monaten Leistungsdauer und auch einer stark eingeschränkten Verweisungsmöglichkeit der Berufsunfähigkeit für Kammerberufe wie Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.
Für die Zielgruppen der Ärzte, Krankenschwestern und allen im medizinischen und pflegenden Bereich kann es auch interessant sein, dass die Infektionsklausel bereits nach einem Tätigkeitsverbot von 50% die volle BU-Rente bezahlt.

Auch die Nachversicherungen ohne Risikoprüfung bei bestimmten Ereignissen und ohne Ereignis innerhalb der ersten 5 Jahre und zum Beginn des 11. Jahres gefallen mir sehr gut.

Wo Licht ist, fällt auch Schatten – sagt man zumindest. Das trifft auch auf die BU-Versicherung der Basler zu.

Darum beschäftige ich mich in diesem Beitrag vor allem mit den Dingen, die mir in der 2021er Version noch nicht so gut gefallen haben bzw. den Punkten, die komplett neu (gut oder schlecht) sind.

 

Besserer Versicherungsschutz für Auszubildende

 

Im letzten Bedingungswerk waren Auszubildende in der ersten Hälfte der Ausbildung nur mit der Lebensstellung eines Azubis versichert. Erst ab der zweiten Hälfte galt dann die Lebensstellung, die nach Abschluss der Berufsausbildung erreicht ist.

Basler BU Versicherung Azubi 01.2022

Seit dem Januar 2022 gilt nun bereits ab Beginn der Ausbildung die Lebensstellung des angestrebten Berufsbildes.

Warum das so wichtig ist, zeigt das folgende Beispiel:

Lisa verdient in ihrer Ausbildung zur Steuerfachangestellten 800,- Euro brutto im Monat. Sie ist noch in der ersten Hälfte der Ausbildungszeit und wird berufsunfähig. Da sie noch in einem anderen Beruf arbeiten kann, fängt sie als ungelernte Arbeitskraft an einer Kasse im Supermarkt in Teilzeit an.
Hier bekommt Sie brutto pro Monat 1.000,- Euro.

Da diese 1.000,- Euro mehr sind als ihr Einkommen in der Ausbildung, kann die Basler die BU-Rente einstellen. Die Lebensstellung im neuen Job ist höher also die in der Ausbildung.

Klara verdient in Ihrer Ausbildung zur Mediendesignerin ebenfalls 800,- Euro. Auch sie wird kurz nach Antritt als Azubi berufsunfähig. Auch sie fängt für 1.000,- Euro im Monat als Kassenkraft an.
Da sie im neuen BU-Tarif 2022 von der Basler versichert ist, zählt bei ihr nicht das Einkommen aus der Ausbildung, sondern das, das sie nach ihrem Abschluss verdient hätte.
Liegt sie mit den 1.000,- Euro unter 80% vom Bruttoeinkommens im Beruf nach Ihrer Ausbildung, kann die Versicherung die BU-Leistung nicht einstellen.

Klara bekommt somit ihre Berufsunfähigkeitsrente UND darf ihr volles Einkommen im Beruf behalten.

 

Mehrwerte in der Arbeitsunfähigkeitsklausel (Überbrückungshilfe)

 

Grundsätzlich bin ich in der Berufsunfähigkeitsversicherung geteilter Meinung zu einer Arbeitsunfähigkeitsklausel.
Bei der Basler hat diese aus zwei Gründen einen großen Vorteil:

  1. Hat die Basler eine Leistungsdauer von bis zu 36 Monaten und setzt sich damit von vielen Mitbewerbern, die immer noch 18 oder 24 Monate Maximalleistung haben, ab. Hier kann lediglich die Condor mithalten.
  2. Das eigentliche Highlight der AU-Klausel ist jedoch die damit verbundene Überbrückungshilfe.

 

Wenn die Basler bereits seit 36 Monaten eine Leistung wegen Krankschreibung gezahlt hat und eine private Krankenversicherung das Krankentagegeld wegen Vorliegen einer Berufsunfähigkeit (aus Sicht der Krankenversicherung) oder eine gesetzliche Krankenkasse das Krankengeld wegen Vorliegen einer Erwerbsunfähigkeit (aus Sicht der Krankenkasse) einstellt, bezahlt die Basler so lange die Rente weiter, bis sie selbst darüber entschieden hat, ob Sie berufsunfähig sind oder nicht.

Selbst wenn die Versicherung dann zu dem Entschluss kommt, dass Sie nicht berufsunfähig sind, dürfen Sie die bereits erhaltenen Renten aus der Arbeitsunfähigkeitsklausel und aus der Überbrückungshilfe behalten.

Diese Klausel ist zwar schon in den Bedingungen des Jahres 2021 enthalten, weil diese Leistung einen echten Mehrwert darstellt, will ich sie hier noch einmal hervorheben.

 

Die Möglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten sind verbesserungswürdig

 

Wenn Sie in eine Situation kommen, in der Sie für einen vorübergehenden Zeitraum Ihre Beiträge nicht mehr bezahlen können, bietet sich eine Beitragsstundung an. Während einer solchen Stundung haben Sie weiterhin den vollen Versicherungsschutz.

Auch die BU der Basler bietet eine solche Möglichkeit an. Hier können Sie den Beitrag bis zu 24 Monate aussetzen.

Beitragsstundung Basler BU Versicherung 01.2022

Allerdings gibt es hierbei einige Bedingungen zu beachten, die einer Stundung in der Praxis entgegenstehen können.
Dass der Vertrag im ersten Jahr noch nicht gestundet werden kann, stört mich dabei deutlich weniger, als dass die Stundung maximal so hoch sein darf wie das Deckungskapital.

Je älter Sie werden, desto geringer ist dieses Deckungskapital nämlich und kann somit zur unüberwindbaren Hürde werden.

Auch die Regelungen zur Rückzahlung der gestundeten Beiträge gefallen mir nicht. Hier wünsche ich mir eine klare Regelung, in welchem Zeitraum die offenen Beträge zurückgezahlt werden müssen. Wünschenswert ist ein Zeitraum von 48 Monaten, dass Sie somit überschaubare monatliche Raten haben.

Zur Notwendigkeit einer Stundung im Allgemeinen kann ich persönlich sagen, dass ich in meiner ganzen beruflichen Laufbahn seit 2007 nicht einen einzigen Fall gehabt habe, in dem eine Kundin oder ein Kunde eine Stundung beantragt hat.

 

Nachversicherungsgarantie der „nächsten Generation“

 

Bereits seit dem Jahr 2021 verzichtet die Nachversicherungsgarantie der Basler BU auf eine Risikoprüfung. Damit wird nicht nur auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet, sondern auch auf sämtliche Angaben zu neuen Hobbys und dem neuen Beruf. Somit ist auch bei einem Wechsel in einen teureren oder nicht mehr versicherbaren Beruf eine echte Nachversicherungsmöglichkeit vorhanden.

Wie viele andere Versicherungen stieß aber die Basler mit den Nachversicherungen an die maximale Grenze von 2.500,- Euro BU-Rente pro Monat. Gerade bei Laufzeiten über mehrere Jahrzehnte ist das trotz einer Beitragsdynamik relativ wenig.
Durch eine Aufteilung auf zwei BU-Versicherungen lässt sich diese Grenze zwar mindestens verdoppeln, aber die LV1871, die Bayerische und auch die Nürnberger bieten spätestens seit 2021 schon bessere Möglichkeiten.

Nachversicherungsgarantie Basler BU 01.2022

 

Seit dem Tarifwerk 01.2022 bietet die BU-Versicherung aus Hamburg eine neue und verbesserte Lösung an: Erhöhungen sind jetzt bis auf 4.000,- Euro Monatsrente möglich.

Fangen Sie im Studium beispielsweise mit 2.000,- Euro BU-Rente an, können Sie nach dem Studium bereits um 1.000,- Euro erhöhen. In den ersten 5 Jahren und zu Beginn des 11. Jahres noch einmal jeweils um 500,- Euro. Alleine dadurch kommen Sie bereits auf die maximale Rentenhöhe.

Da die Rentenhöhe in den ersten 12 Jahren auf das Dreifache der Startrente begrenzt ist, sollte die Rente zu Beginn jedoch nicht unter 1.350,- Euro liegen.

In dieser Ausprägung ist diese Berufsunfähigkeitsversicherung aktuell führend.

 

Fazit zur neuen Basler Berufsunfähigkeitsversicherung aus dem Jahr 2022

 

Auch in diesem Jahr gehört die BU der Basler sicherlich zu einer meiner Top Empfehlungen. Zumindest dann, wenn sich die Bearbeitung der Risikovoranfragen in der BU weiterhin auf dem sehr guten Niveau des Vorjahres bewegt.

Auf Seiten der Versicherungsbedingungen hat die Versicherung auf viel Gutes aus dem Vorgängertarif gesetzt und durch ein paar sehr gute Punkte ergänzt.

Allen voran die Verbesserung zur Auszubildende sowie die Erweiterung der Nachversicherung auf bis zu 4.000,- Euro.

Gerade in der Kombination auf zwei BU-Verträge kann die Basler damit für viele akademischen Berufe deutliche Stärken ausspielen. Zum Beispiel kann sie zusammen mit der Bayerischen, der Nürnberger, dem HDI oder der LV1871 eine Nachversicherung bis zu 7.000,- Euro Monatsrente zzgl. Dynamiken ermöglichen.

Gerade für technische Berufe, Medizinerinnen und Mediziner, Syndikus Anwälte, SAP Consultants oder Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ist das ein echter Mehrwert.

Passt die Basler BU zu Ihnen?

 

Trotz all dem Lob passt diese Berufsunfähigkeitsversicherung auch nicht zu jedem. Dafür kommt es neben den individuellen Anforderungen an die Versicherungsbedingungen (zum Beispiel eine Dienstunfähigkeitsklausel bei Verwaltungsbeamten oder eine Teilzeitklausel) auch auf die jeweilige Risikosituation an. Dazu gehört zum Beispiel Ihr Gesundheitszustand, Ihr Beruf und Ihre Freizeitrisiken (Hobbys).

Gerne klären wir in Ihrem KOSTENLOSEN KENNENLERNTERMIN gemeinsam ab, wie mein Team und ich Ihnen helfen können.

Gerne können Sie sich vorab auch mein E-Book „Die perfekte Berufsunfähigkeitsversicherung für Akademiker“ gratis runterladen.

2 Kommentare

  1. Johannes P

    Sehr geehrter Herr Lehberg,

    vielen Dank für den ausführlichen Bericht! Was sagen Sie zu den Kritikern der Basler Gesellschaft, insbesondere zu

    1) Die Basler hat erst weniger Jahre ernsthafte Erfahrung im Bereich der BU sowie wenig Erfahrung in der BU-Beitragskalkulation (Stichwort: erhöhtes Risiko zukünftiger Beitragserhöhungen)

    2) Die Basler hat deutlich geringere Finanzreserven, als andere große Versicherer, insbesondere wenn man sich im Rahmen von Solvency II die folgenden Quoten anschaut: SCR-Quote, SCR-Quote inkl. VA und Übergangsmaßnahmen sowie die MCR-Quote

    Kann man sich denn überhaupt ruhigen Gewissens bei der Basler versichern? Kritiker würden sagen: Was nützt mir eine BU mit sehr guten Vertragsbedingungen, wenn die Gesellschaft für den Fall der Fälle kaum Kapitalreserven hat und möglicherweise Pleite geht? (ja, es gibt zwar den Protektor, aber will man wirklich auf ein fallendes Pferd setzen?)

    Beste Grüße
    Johannes

    Antworten
    • GuidoLehberg

      Hallo Johannes, vielen Dank für das Lob.

      Die Frage verstehe ich nicht. Sehen Sie das so? Dann fragen Sie doch einfach direkt!

      Die Antworten sind jedoch sehr simple:

      1. die reine „Erfahrung“ hat alleine relativ wenig bis gar keine Aussagekraft über Beitragsstabilität. Alleine schon deswegen, weil jeder neue Tarif anders kalkuliert ist und auch eine LV1871, eine Condor, eine Bayerische und Co. keine Erfahrung im Thema Teilzeitklkausel mitbringen können.

      Abgesehen davon hat die Basler den Bestand an Berufsunfähigkeitsversicherungen vom Deutschen Ring übernommen und verfügt daher sehr wohl über aussagekräftige Bestandskunden.

      Zu guter Letzt hat die Basler selbst auch schon Erfahrung von knapp 10 Jahren im BU-Geschäft in Deutschland. Ab wann soll jemand als „Erfahren“ gelten?

      2. die Frage sollte doch sein: würden Sie einen schlechten Arbeitsvertrag bei einem finanzstarken Arbeitgeber aktzeptieren? Oder lieber einen guten Arbeitsvertrag bei einem Mittelständer, der nicht über ein paar Milliarden Reserven verfügt?

      Abgesehen davon ist eine gute Finanzstärke auch lediglich eine Momentaufnahme, die über einen Zeitraum von 3-4 Jahrezehnten rein gar nichts bedeutet. Versicherungsbedingungen hingegen haben (selbst im Fall von Protektor) dauerhaft bestand.

      Antworten

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