VorlageBlog-29-BeitragsbildDas eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Akademiker besonders wichtig ist, das weiß heute so ziemlich jeder. Die Leistungen der staatlichen Versorgung bieten maximal eine Basis-Absicherung.

Weil Akademiker in der Regel einen Beruf mit hohem Ansehen und gutem Einkkommen haben, gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Verträgen.

Warum ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Akademiker so wichtig?

Architekten, Ingenieuere, SAP- und IT- Consultants, Softwarte-Berater, Steuerberater oder auch Unternehmensberater gehören zu den akademischen Berufen. Damit haben Sie eine besonders gute Lebensstellung.

Auf der anderen Seite entsteht bei diesen Berufen aber oft der Glaube, dass eine Berufsunfähigkeit eher unwahrscheinlich bis unmöglich ist.

Das ist aber falsch. Genau genommen ist es sogar exakt anders herum.

Dafür gibt es viele Gründe.

Hier die beiden wichtigsten:

  1. Sie unterliegen nämlich als Akademiker im Großen und Ganzen den gleichen gesundheitlichen Risiken wie ein Handwerker. Gerade in jungen Jahren. Anders, als oft vermutet wird ist der Hauptgrund für eine temporäre oder dauerhafte Berufsunfähigkeit nämlich kein Unfall. Es geht in der Regel um psychische Krankheiten, Krebs- und Tumorerkrankungen, Nervenkrankheiten oder auch Störungen des Herz-Kreislauf-Systems. Beispiele dafür finde ich in meinem Kundenkreis genügend, einer trifft mich aber ganz besonders. Einer meiner Kunden, Mitte 40 und Ingenieur, leidet unter der unheilbaren Krankheit ALS. Bei so einer Erkrankung macht es nun kaum noch einen Unterscheid, ob ich auf dem Bau oder am Computer arbeiten muss. Sie führt unweigerlich zum Verlust meiner Arbeitskraft.
  2. Je besser Ihre Ausbildung ist und je höher Ihr Einkommen wird, desto schützenswerter ist Ihre berufliche Stellung. Das unterscheidet die Bedarfsgerechte Absicherung von der „Harzt-4-Vermeidungspolice“. Zweites meint eine Absicherung auf ALG II Niveau. Jemandem, der ungelernt oder mit geringer Qualifikation arbeitet und dabei entsprechend wenig verdient, ist mit einer BU-Police nicht wirklich geholfen. Im Fall der Fälle muss in Deutschland zum Glück niemand verhungern. Haben Sie Sich hingegen einen Status und somit einen bestimmten Lebensstandard erarbeitet, stehen Sie auf einer ganz anderen Fallhöhe. Es gilt also grob die Formel: je höher Qualifikation und berufliche Stellung, desto wichtiger wird die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wie sieht eine bedarfsgerechte Berufsunfähigkeitsversicherung für Akademiker aus?

Dieser Teil des Beitrags richtet sich an alle, die Ihr Studium schon beendet haben und schon in den Beruf gestartet sind.

Wenn Sie aktuell noch im Studium sind, empfehle ich Ihnen auch die Beiträge Die Beste Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten? und Ist eine BU für Studenten sinnvoll?, denn sowohl in der Absicherungshöhe wie auch in der Auswahl des richtigen Tarifes gibt es entscheidende Unterschiede.

Wer sich hingegen bereits zu den Jungakademikern zählen darf oder schon vor ein paar Jahren in den Beruf eingestigen ist, der sollte auf Folgendes achten:

Sollen wir Ihnen das Thema näher erklären?

Falls Sie spezielle Fragen  haben, die in diesem Text nicht beantwotet werden können, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!

 

1. Die Absicherungshöhe

Die Höhe der Berufsunfähigkeitsversicherung muss auch zu Ihrem Einkommen passen. Oft lese ich etwas von „sichern Sie am besten 80% Ihres Nettoeinkommens ab“ oder „rechnen Sie alle Ihre Ausgaben zusammen und nehmen dies als Basis für den BU-Schutz“.Dabei ist das vollkommener Quatsch und zeigt, dass sich diese Leute kaum mit dem Thema befasst haben können.

Warum sollten Sie denn auf einmal mit 80% Ihres Einkommens prima auskommen können? Außerdem berücksichtigen Sie bitte, dass im Fall einer Berufsunfähigkeit auch erst einmal niemand in Ihre gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Ihre Altersvorsorge will also auch noch zusätzlich gestemmt werden. Hinzu kann der Beitrag für die Krankenversicherung (privat versichert) bzw. Krankenkasse (pflicht- oder freiwilligversichert) kommen. Das Sie dann mit 20% weniger Leben können sollen? Ich sehe das zumindestens in der Regel nicht.

2. Erweiterungsmöglichkeiten

Wenn Sie aus dem Studium kommend in einen akademischen Beruf einsteigen, haben Sie in der Regel eine gute Einkommensentwicklung zu erwarten. Ihr Absicherungsbedarf erhöht sich damit selbstverständlich auch.Genau deswegen ist es wichtig schon beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darauf zu achten, dass Ihre Absicherung mit dem gestiegenen Einkommen und der verbesserten Lebensstellung Schritt halten kann.

Verischerungsgesellschaften bieten dafür sogenannte Ausbaugarantien oder Nachversicherungsgarantien. Einige mit und andere ohne Ereignis. Bei einem Versicherer wird auf die komplette Risikoprüfung verzichtet, bei einem anderen nur auf die sogenannte Gesundheitsprüfung. Außerdem gibt es maximale Rentenhöhe zu beachten. In der Regel liegt diese bei 2.500,- Euro monatlicher Berufsunfähigkeitsrente. Auch deswegen kann es in vielen Fällen Sinn machen die Absicherung auf zwei Verträge aufzuteilen um im Nachgang mehr Erhöhungsmöglichkeiten zu haben.

Neben der Fragestellung nach Erhöhungsmöglichkeiten stellen mir immer mehr Kunden die Frage nach Verlängerungsmöglichkeiten der Laufzeit. Was können Sie tun, wenn der Staat beschließt, dass Sie erst mit 70 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können? Auch hierfür bieten mittlerweile eine Hand voll Versicherungsgesellschaften (Stand 12.2018) Verlängerungsoptionen an.
Aber auch hier heißt es aufpassen. Bei den meisten werden Sie wohl zum Erhöhungszeitpunkt extrem hohe Beiträge zahlen müssen. Lediglich „die Bayerische“ bietet bei einer Erhöhung die Rechnungsgrundlagen vom Vertragsabschluss. Aber auch hier gibt es Einschränkungen bis zu welchem Alter Sie die Option spätestens gezogen haben müssen.

3. Vorher Anfragen

Immer wieder höre und lese ich davon, dass Sie bei mehreren Versicherungen gleichzeitig Anträge stellen sollen. Hintergrund: es hält sich immer noch das Gerücht hartnäckig, dass Sie nach einer Ablehnung als „schlechtes Risiko“ gespeichert werden.

Das sollten Sie allerdings auf keinen Fall tun.

Erstens, weil Sie nicht als „schlechtes Risiko“ gespeichert werden sondern, wenn überhaupt, ein Vermerk in einer Wagnisdatei erfolgt, dass Sie schon einmal abgelehnt worden sind. Jeder vernünftige Versicherer wird bei erneuter Antragsstellung dann zwar fragen wesewegen Sie abgelehnt wurden, wird das Risiko aber dennoch genau so bewerten, als wenn Sie vorher noch nicht abgelehnt worden sind.

Zweitens versetzen Sie Sich einmal in die Lage der Versicherungsgesellschaften. Stellen Sie Sich vor jeder Akademiker würde gleiche mehrere Anträge auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung (z.B. an 5 bis 10 Gesellschaften gleichzeitig) versenden und davon 99% widerrufen nachdem diese bearbeitet wurden. Wie hoch ist dann die gefühlte Wertschätzung, die Sie als Versicherungsgesellschaft erfahren?
Ich vertrete die Meinung man soll jeden so behandeln, wie man selbst auch behandelt werden möchte: fair und redlich! Außerdem müssten Sie in jedem einzelnen Antrag angeben, dass Sie gleichzeitig 9 weitere Anträge stellen. Tun Sie das nicht kann es im Leistungsfall ärger geben.

Darum ist der bessere Weg über gezielte Risikovoranfragen zu prüfen welche Versicherung Sie wie versichern möchte.

Wie folgendes Beispiel eines Jungakademikers zeigt, können die Ergebnisse bei vier versichiedenen Versicherungen aufgrund eines Rückenleidens sehr unterschiedlich ausfallen:

  • Die Nürnberger Lebensversicherung versichert „glatt“
  • Die LV1871 braucht weitere Unterlagen zur Prüfung
  • Die Bayerische erhebt einen Zuschlag in Höhe von 50%
  • Die Alte Leipziger schließt eine spätere Berufsunfähigkeit durch Rückenerkrankungen aus

Allerdings ist auch mit diesen Voranfragen behutsam umzugehen um das für Sie bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Mit der „Gießkanne“ Voranfragen zu verschicken macht ähnlich viel Arbeit wie der Blödsinn mit mehreren Anträgen. Deswegen sollte die Voranfrage erst einmal bei den Versicherungen durchgeführt werden, die für Sie aufgrund der Versicherungsbedingungen überhaupt in Frage kommen.

4. Passende Versicherungsbedingungen

Die Versicherungsbedingungen regeln, neben der Rechtssprechung und den Musterbedingungen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, alles, was mit Ihrem Vertrag zu tun hat. Unter anderem wird hier geregelt wann es eine Berufsunfähigkeitsrente gibt und wann nicht. Es wird beschrieben welche Möglichkeiten Sie haben Ihre Leistung später zu erhöhen oder auch mal eine Beitragspause zu machen ohne dass Sie Ihren Versicherungsschutz verlieren.

Hierbei gilt es deswegen einiges zu beachten. Zum Beispiel sollte der Versicherer auf eine abstrakte Verweisung verzichten und die konkrete Verweisung sehr genau definieren.

Auch die Frage welche Behandlungen oder allgemeine Maßnahmen Sie durchführen lassen müssen um Ihren Gesundheitszustand im Leistugsfall zu verbessern ist sehr wichtig. Es gibt hier einige Versicherungen, bei denen Sie sogar Diäten einhalten müssen oder einen Suchtentzug durchführen lassen müssen. Tun Sie das nicht, gibt es im Zweifelsfall keine Leistung.

Gehen Sie in den Bereich des öffentlichen Dienstes kann auch eine Dienstunfähigkeitsklausel für Sie interessant werden. Planen Sie hingegen die Selbstständigkeit oder nehmen eine Position in der Geschäftsführung eines Unternehmens ein, stellen sich Fragen zur sogenannte Umorganisationsklausel.

Leider werden Sie keinen einzigen Anbieter am Markt finden, der aktuell in allen Bedingungsbereichen herausragend ist. Darum unterscheide ich in meiner Beratung nach meinen sogenannten „must-haves“ und optionalen Bedingungsaspekten, die individuell ganz anders wahrgenommen werden können.

5. Machen lassen

Durch viele Online Angebote entsteht vermehrt der Eindruck, dass Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung über ein sogenanntes Vergleichsportal auch selbst abschließen können. Die Ratingunternehmen befeuern diesen Glauben, indem beinahe jeder Tarif die Höhstbewertung bekommt. Ähnlich wie in der Schule, wo jeder eine Medallie bekommt, damit er nicht traurig ist.

Dabei können Sie bei dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine ganze Reihe von Fehlern machen. Trotzdem zahlen Sie am Ende den gleichen Beitrag im Monat, als wenn Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel über mich abschließen.

In einigen Fällen zahlen Sie bei der „self made BU“ sogar mehr. Wie das kommt, habe ich dem Fach-Magazin Pfefferminzia in der Ausgabe vom 18.06.2020 verraten.

Wenn Sie kein Geld sparen, viel Arbeit investieren und gleichzeitig viele Fehler machen können, die Ihnen Ihre BU-Rente kosten kann, warum lassen Sie es dann nicht von einem Profi machen?

Genau, es gibt keinen einzigen Grund dafür. Also ist mein Rat: Lassen Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung von einem Profi machen.

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