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LV1871 Golden BU Stand 01.2018

Die LV1871 Golden BU wird zum Jahreswechsel einem Update unterzogen. Ab dem 01.01.2018 haben sich im Vergleich zum sehr guten Vorgängertarif einige Änderungen ergeben. Was genau und ob die Lebensversicherung von 1871 weiterhin zu den Top-Anbietern zählt, erfahren Sie jetzt.

LV1871 Golden BU

Die Basics

Die Auswahl der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung sollte höchst individuell sein, da jeder Kunde andere Bedürfnisse im Bezug auf seine persönliche Absicherung hat. Allerdings gibt es ein paar Basics, die auf jeden Fall immer pro Verbraucher geregelt sein sollten. Zum Beispiel zählt bei der LV1871 Golden BU neben Krankheit und Körperverletzung auch der normale Kräfteverfall (im Gegensatz zum häufig verwendeten mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall) als Auslöser für eine Berufsunfähigkeit.

Wenn Sie in Ihrem Job berufsunfähig sind, aber noch in einer anderen Tätigkeit arbeiten könnten, müssen Sie dies nicht tun. Sie bekommen trotzdem Ihre volle BU-Leistung. Damit verzichtet die Versicherung auf die sogenannte abstrakte Verweisung. Wenn Sie aber nicht nur einem anderen Beruf nachgehen könnten, sondern dies tatsächlich tun, stellt sich die Frage, ob Sie weiterhin Ihre Rente erhalten. Die LV1871 stellt in den Bedingungen klar, dass Sie bis zu 80% Ihres letzten Bruttoeinkommens auch anderweitig verdienen dürfen, ohne Ihre Leistung zu gefährden. Und das ist auch gut so!

Aus dem logischen Menschenverstand heraus erklärt sich fast von selbst, dass Sie noch nicht berufsunfähig sind wenn Sie Kurzsichtig werden und sich dies mit einer Brille oder Kontaktlinsen beheben lässt. Gleiches gilt auch für andere sogenannte Hilfsmittel des täglichen Lebens (zum Beispiel Hörhilfen, Schuheinlagen,…) oder ärztlichen Heilbehandlungen, die gefahrenlos und ohne besondere Schmerzen sind. Hier hören Ihre Pflichten dann aber auch schon auf. Die LV1871 verzichtet damit auf eine Ausweitung auf Maßnahmen jeglicher Art, zu der auch die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) zählen können und auf operative Eingriffe.

Erste Adresse für Schüler

Die Golden BU der LV1871 kann bereits ab dem 10. Lebensjahr abgeschlossen werden und eignet sich so auch für Schüler sehr gut als Einstieg in diese wichtige Absicherung (warum eine BU-Versicherung für Schüler sinnvoll ist). Das können zwar auch schon ein paar andere Gesellschaften. Der große Mehrwert derSchulunfähigkeit LV1871 Golden BU Golden BU liegt allerdings in der Absicherungsbeschreibung. Der Versicherungsschutz des Schülers fängt so schon beim Verlassen der Haustür an. Auch wird Rücksicht auf die Ausstattung des Schulgebäudes und die tatsächlich zu erbringende Unterrichtsleistung genommen. Das ist ein Novum am Markt.

Ebenfalls ein entscheidender Vorteil für junge Einsteiger / Schüler, ist die spätere Nachversicherung ohne Risikoprüfung. Somit wird neben Fragen zum Gesundheitszustand auch auf Angaben über neue Hobbys oder die neue berufliche Tätigkeit verzichtet. Die Erhöhung erfolgt somit immer im Tarif, der bei Abschluss Gültigkeit hatte.

Was ist neu?

Die Lebensversicherung von 1871 zählte schon in den letzten Jahren zu einer der Top Adressen in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Da ist es gar nicht so einfach weitere Verbesserungen einzuführen. Ich finde aber, es ist dennoch gelungen.

Zum Beispiel gilt die Infektionsklausel (was ist das?) nun ab einem Tätigkeitsverbot von mindestens 50%. Vorher und bei den Mitbewerbern muss ein vollständiges Tätigkeitsverbot vorliegen, was sehr unwahrscheinlich ist.

Nach der Inter Risk und dem Volkswohl Bund (zum BU Test 10.2017) führen nun auch die Münchener eine Verlängerungsgarantie der Laufzeit ein. Haben Sie Ihren Vertrag bis zur Regelaltersgrenze abgeschlossen und wir diese erhöht, können Sie Ihren Vertrag nun entsprechend anpassen. Doch obwohl hier schon zwei Versicherer vorgelegt haben, setzt die Golden BU noch einen drauf: es gibt keine Altersgrenze bis zu der diese Option gezogen werden muss. Bei der Inter Risk geht dies nur bis zum 45. und beim Volkswohl Bund bis zum 50. Lebensjahr.

Es bleiben bekannte Schwächen…

Leider behält sich die Versicherung weiterhin vor, in einem Leistungsfall erst einmal eine Befristung bis zu 12 Monaten auszusprechen. Für Sie als Kunden bedeutet dies nach Ablauf des befristeten Anerkenntnisses jedoch auch, dass danach eine neue Prüfung ins Haus steht. Sie müssen also erneut nachweisen, dass Sie berufsunfähig sind.

Auch bleibt die LV1871 dabei, dass Sie zwar Ihre Rentenleistung auch ohne Anlass erhöhen können, diese Erhöhung dann aber einer Wartezeit von 3 Jahren unterliegt. Werden Sie 2 1/2 Jahre nach einer solchen berufsunfähig, bekommen Sie nur die vorher vereinbarte Leistung ohne Erhöhung.

…auch im Pflegefall…

Wenn Sie zum Pflegefall werden bekommen Sie Ihre BU-Rente auch ohne den Nachweis einer Berufsunfähigkeit erbringen zu müssen. Hier wird nach sogenannten Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) bewertet. Wenn Sie drei der sechs definierten ADL nicht mehr ausüben können, erhalten Sie die volle Leistung. Hier gibt es bessere Lösungen am Markt, die bereits bei einer von sechs ADL.

…mit Zusatzbaustein

Gegen Mehrbeitrag können Sie sich einen zusätzlichen Pflegebaustein einkaufen. Dieser ändert an der mittelmäßigen Definition des Pflegefalls zwar nichts, Sie erhalten aber Pflegefall die doppelte Rente (BU-Rente + extra Pflegerente) während der Laufzeit der BU-Versicherung. Die Pflegerente wird dann allerdings auch darüber hinaus weiter gezahlt – so lange Sie leben.

Da der Eintritt des Pflegefalls bis zum 67. Lebensjahr durchaus selten ist, empfiehlt es sich immer, neben der BU-Absicherung, auch eine Pflegeversicherung zu haben. Ein Thema, dessen Bedeutung  meistens im Kopf weit nach hinten geschoben wird. Sind Sie dann 50+, wird so etwas dann wieder präsent. Doof nur, wenn Ihnen dann aus gesundheitlichen Gründen der Abschluss einer solchen Versicherung verwehrt bleibt. Im Rahmen des Zusatzbausteins bietet Ihnen die LV1871 Golden BU den Abschluss einer vollwertigen Pflegerente ohne erneute Gesundheitsprüfung an.

Fazit

Die LV1871 Golden BU bleibt weiterhin in dem, aus meiner Sicht, sehr kleinen Kreis von 4-5 sehr elitären Anbietern. Gute und faire Bedingungen bilden dabei die Basis. Als Schüler kommt man zudem kaum an diesem Tarif vorbei. Als Manko muss hier allerdings erwähnt werden, dass der Beitrag für alle Schulformen außer dem gymnasialen Oberstufenschüler recht hoch ist. Insbesondere sehr positiv fallen dann die Neuerungen Infektionsklausel ab 50% und die Verlängerungsoption ins Gewicht. Da allerdings auch einige Schwachstellen über bleiben bedarf es auch bei der LV1871 einer individuellen Beratung mit Abwägen von Stärken und Schwächen.

 

 

 

Welche Gestaltung ist für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Welche Höhe sollte eine BU-Rente haben? Was für eine Laufzeit der Vertrag? Welche Optionen passen zu Ihnen? In wenigen Minuten erfahren Sie, wie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll gestaltet wird.

Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll

 

Die Ausgangssituation ist irgendwie immer die Gleiche

Wenn Sie sich schon einmal mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigt haben, kennen Sie die vielen Fragen, die Ihnen sicherlich durch den Kopf gegangen sind. Wie hoch sollte Ihre Absicherung sein? Wie lange soll der Vertrag laufen? Ist es ratsam Versicherungs- und Leistungsdauer unterschiedlich zu halten? Welche der mittlerweile zahlreichen Optionen sollten Sie dazu wählen? Manche Anbieter, wie zuletzt die Hannoversche Lebensversicherung in ihrer Online BU (hier geht es zum Testbericht), machen es sich einfach und schlagen einfach 1.000,- Euro und eine Laufzeit bis zum 65. Lebensjahr vor.

Was müssen Sie also beachten, damit eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll Ihre Existenz schützt?

Bedarf und Bedürfnis

„Wie viel Geld brauchen Sie, wenn Sie ab morgen kein Einkommen mehr erhalten?“ Diese Frage stelle ich stets vor jeder Beratung. Woran denken Sie konkret? Von welcher Ausgangssituation kommen Sie? Waren Sie bis letzte Woche vielleicht noch Azubi oder gar Student, dann sind Sie es gewohnt mit wenig Geld auszukommen. Entsprechend gering ist Ihr Bedürfnis nach der Absicherungshöhe.

Leider ist es aber doch  nicht ganz so einfach den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Zum einen, weil Ihre Ausgaben recht proportional mit Ihrem Einkommen steigen. Zum anderen aber auch, weil die Berufsunfähigkeitsabsicherung nicht mit dem 67. Lebensjahr endet, sondern mit dem Ableben. Was bringt es Ihnen, wenn Sie bis zum Renteneintritt Ihren Lebensstandard halten können, danach aber in ein tiefes Finanzloch fallen? Richtig, gar nichts!

Zu Ihrem Bedarf gehört also auch, dass wir Ihre Altersvorsorge in vollem Umfang berücksichtigen. Zum einen müssen Sie trotz Berufsunfähigkeit jederzeit in der Lage sein Ihre private Altersvorsorge ohne Einschränkungen weiter finanzieren zu können. Wenn Sie aktuell schon eine private Altersvorsorge aufbauen und vielleicht 250,- Euro jeden Monat hierfür an die Seite legen, planen Sie dies gedanklich eventuell schon in Ihr Bedürfnis mit ein.

Meistens wird an dieser Stelle aber der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung vollkommen außer Acht gelassen. Nehmen wir einmal an, Sie verdienen im Jahr 30.000,- Euro brutto. Dann landen jeden Monat ganze 467,50 Euro in Ihrer gesetzlichen Rente – 18,7% im Jahr 2017 aufgeteilt auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wenn Sie Berufsunfähig sind zahlt schließlich niemand mehr diese Beiträge.

Für alle, die diese Berechnung nicht ganz greifen können: je 10 Jahre, die Sie aufgrund einer Berufsunfähigkeit nicht arbeiten können, müssen Sie später einmal auf rund 25% Altersrente im Monat verzichten.

Falsche Annahmen in der Laufzeit

Neulich habe ich von einer Idee gelesen: Da der Beitrag für eine BU-Versicherung mit Erhöhung der Laufzeit auch deutlich steigt, könnte man doch einfach eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll bis zum 60. Lebensjahr abschließen und gleichzeitig die daraus resultierende Beitragsersparnis in eine Rentenversicherung zahlen. Tritt durch Krankheit oder Unfall eine BU ein, zahlt die Versicherung bis zum Alter von 60 eine entsprechende Rente und die Beiträge für die Rentenversicherung, nach dem diese dann ausläuft steht das Kapital aus der Rentenversicherung zur Verfügung.

Verkäuferisch ist das eine tolle Lösung. Wenn Sie gesund bleiben, verfügen Sie über einige Ersparnisse und wenn Sie doch krank werden, können Sie davon die letzten Jahre leben.

Leider geht die Rechnung nicht wirklich auf, denn selbst bei einer Ersparnis in Höhe von 50,- Euro im Monat bei einem Abschluss bis zum 60. Lebensjahr im Vergleich zu einer Laufzeit bis zum Alter von 67 Jahren und einer Gesamtlaufzeit des Vertrags von 30 Jahren (bis Sie 60 sind), hätten Sie 18.000, -Euro angesammelt. Ok, im Rahmen einer Fondsgebundenen Rentenversicherung mit einer Rendite von 5% nach Kosten, haben Sie immerhin knapp 41.000,- Euro. Steuern müssten Sie dann auch noch zahlen, aber diese lassen wir jetzt einfach mal weg. Was sich hier nach einer Menge Geld anhört, muss aber für mindestens 7 Jahre reichen. Und bei einer Rendite von 3,5% können Sie über diesen Zeitraum immerhin gute 550,- Euro.

Ob das nun reicht um Ihren Lebensstandard in 30 Jahren zu halten? Beurteilen Sie am besten selbst.

Wem diese grobe Berechnung nicht reicht, der findet eine detaillierte Darstellung im Blog „Wie du das richtige Endalter beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wählst“ vom geschätzten Maklerkollegen Torsten Breitag.

Garantierte Rentenerhöhung im Leistungsfall

Was passiert eigentlich, wenn Sie über einen längeren Zeitraum berufsunfähig sind, mit dem Wert Ihrer abgeschlossenen BU-Versicherung? Richtig, er fällt Jahr für Jahr ab. Je nach Höhe der Inflation kann es so über ein paar Jahre passieren, dass sie sich sogar halbiert.

Da hört es sich schlau an, für den Fall der Fälle eine garantierte, jährliche Erhöhung Ihres Vertrags im Leistungsbezug einzukaufen. Von vielen Maklerkollegen wird diese Möglichkeit sogar als obligatorisch angesehen und Tarife, die eine solche Möglichkeit nicht vorsehen werden in der Beratung gar nicht berücksichtigt.

Ich vertrete hier eine etwas andere Auffassung. Geschuldet ist dies der Tatsache, dass die allermeisten Berufsunfähigkeiten eben nicht dauerhaft, sondern temporär sind und nach 5,6 oder 7 Jahren wieder auslaufen. Mit ganz wenigen Ausnahmen wird für den nächsten Leistungsfall die Rentenhöhe wieder auf Anfang zurückgesetzt. Der Vorteil wäre dann kassiert.

Der nächste Grund ist, dass diese Rentensteigerung verdammt teuer erkauft werden muss. Schon bei einem Prozent jährliche Steigerung reden wir über einen Mehrbeitrag von rund 5%. Meinen Kunden empfehle ich an dieser Stelle den Mehrbeitrag lieber in eine höhere Rente zu investieren. Davon profitieren Sie nämlich vom ersten Monat.

Rechnen wir doch mal

Vergleicht man nun Kunde A mit einer garantierten Rentensteigerung und Kunde B, der den höheren Beitrag lieber in eine höhere Startrente investiert, überschneiden sich die Rentenhöhen erst nach rund 6-8 Jahren (je nach Anbieter). Das heißt aber ja noch nicht, dass Kunde A nach 8 Jahren auch in Summe mehr Geld ausgezahlt bekommen hat.

Und ja, nach vielen Jahren ergibt sich definitiv ein Vorteil aus einer garantierten Rentensteigerung. Wenn es sich ein Kunde leisten kann 100% des Nettoeinkommens bis zum 67. Lebensjahr abzusichern und dann neben z.B. einer Unfallversicherung und einer Schweren-Krankheiten-Versicherung (Dread Disease) oder gegebenenfalls auch einer ergänzenden Grundfähigkeitsversicherung noch Geld übrig hat, der soll auf jeden Fall eine garantierte Rentensteigerung einschließen.

Wir dürfen an dieser Stelle aber auch nicht vergessen, dass Sie auch während dem Erhalt Ihrer Rente nach wie vor an den Gewinnen „Ihrer“ Versicherungsgesellschaft bzw. Ihres Tarifes beteilig werden müssen. Dieser Gewinn wird ohnehin jedes Jahr dazu verwendet die Höhe der BU-Rente anzuheben. Natürlich kann es durchaus passieren, dass die Gewinne auf null zurück fallen, in diesem Fall sollten Sie aber auch als Beitragszahler immer lediglich den Tarifbeitrag im Blick haben. Denn auch dieser würde analog steigen.

Welche Optionen sind in einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Anstatt sich auf inhaltliche Verbesserungen zu konzentrieren, die leider eher schwerfällig am Markt wahrgenommen werden, verstehen es einige Versicherungen zusätzliche Optionen also Verbesserungen zu verkaufen. Gegen Mehrbeitrag versteht sich. Aber lohnen sich diese Add on’s?

Volle Leistung schon bei Krankschreibung

Die AU-Klausel (Arbeitsunfähigkeitsklausel) ist vor vielen Jahren von der Condor Lebensversicherung eingeführt worden. Hier allerdings als fester Bestandteil im Vertrag. Damals noch belächelt und nicht selten verpönt, gibt es heutzutage kaum noch einen Anbieter, der diese Klausel nicht anbietet.

Wer so eine Vereinbarung in seinem Vertrag hat, bekommt auch dann schon die volle Leistung, wenn er über einen Zeitraum von 6 Monaten eine durchgängige Arbeitsunfähigkeit nachweisen kann. Es muss also nicht zwingend eine Berufsunfähigkeit per Definition vorliegen. Das hört sich gut an. Allerdings wird diese Leistung in einem neuen Vertrag für maximal 36 Monate gezahlt. Bei den meisten Versicherungen sogar nur halb so lange.

Verdopplung und lebenslange Rente im Pflegefall

Eine weitere Option ist die Pflegeklausel. Hierbei erhalten Sie im Pflegefall eine Verdopplung Ihrer Rente bis zum Ablauf der Versicherung. Danach wird die Leistung dann in einfacher Höhe weiter gezahlt. Natürlich inklusive Rentenerhöhungen aufgrund einer Leistungsdynamik oder auch der Gewinnanteilen.

Gehören Sie zu denjenigen, die bis zum 67. Lebensjahr noch nicht pflegebedürftig sind, haben Sie die Möglichkeit eine Pflegerentenversicherung ohne Gesundheitsfragen abzuschließen. Allerdings zu den dann gültigen Rechnungsgrundlagen und das wird die Sache sehr stark verteuern.

Verzicht auf Beitragserhöhungen

Auf dem deutschen Versicherungsmarkt werden Sie zu 99% auf Berufsunfähigkeitsversicherungen stoßen, die zwei Beiträge nennen: den Zahlbeitrag und den Tarifbeitrag. Wogegen der erstgenannte Betrag stark von den Risikogewinnen einer Versicherung abhängt und sich somit auch erhöhen kann, ist der Tarifbeitrag erst einmal garantiert.

Es gibt da allerdings den §163 im Versicherungsvertragsgesetz. Dieser besagt, dass der eigentlich garantierte Beitrag doch erhöht werden kann. Hierfür gibt es allerdings klare Regeln und der Paragraph darf nur dann angewendet werden, wenn das Versicherungskollektiv zu kollabieren droht.

Wer sich dennoch vor dieser Möglichkeit schützen möchte sucht entweder eine BU-Versicherung, die generell auf die Anwendung dieser Erhöhung verzichtet oder Sie buchen Sich den Verzicht auf den §163 gegen Mehrbeitrag hinzu.

Welche dieser Optionen in Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Es kommt hier natürlich auf Ihre speziellen Wünsche an. Grundsätzlich gilt für mich aber die Formel: erst müssen die Bedingungen im Kern passen, dann Laufzeit und Rente und danach können wir über die Optionen reden.

Ist das wirklich so kompliziert?

Ja ist es wirklich. Denn eine Berufsunfähigkeitsversicherung erfüllt ihren Zweck nur dann, wenn sie richtig ausgestaltet wurde. Solange Sie keine Hilfe brauchen, merken Sie es auch gar nicht, wenn hier Fehler gemacht wurden. Ein bisschen ist es wie mit dem Airbag im Auto: ob wirklich einer da ist wo er hingehört, erfahren Sie erst dann, wenn Sie ihn brauchen.

 

 

 

 

 

Hannoversche Direktversicherung BU-Versicherung online

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung online abzuschließen: seit kurzem verspricht dies die Hannoversche Direktversicherung. Worauf Sie sich hier einlassen.

Hannoversche Direktversicherung

 

Neuer Trend – Onlineverkauf

Unverkennbar suchen immer mehr Kunden auch im Internet Informationen zu Versicherungen. Zum Beispiel auch zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Einige Versicherungsgesellschaften, wie in diesem Fall die Hannoversche Direktversicherung, möchten dem Verbraucher hier eine Lösung bieten, wie dieser alles online erledigen kann.

Nach „getsurance“ wagt also nun der nächste Anbieter diesen Versuch.

Gespannt habe ich mir sowohl den Angebotsprozess wie auch die Versicherungsbedingungen ganz genau angesehen.

Es geht immer zuerst um die Inhalte

Einfach ist schön, aber bei einem Vertrag, der Ihre Existenz sichern soll, geht es in erster Linie um die Inhalte. Also um die Versicherungsbedingungen.

Aus diesem Vertrag erhalten Sie eine Leistung, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Einschränkungen ausgestaltet war, zu mindestens 50% nicht mehr ausüben können. Dieser Zustand muss dabei mindestens oder voraussichtlich 6 Monate andauern.
Soweit hört sich das gut an.
Allerdings ist neben einer Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Körperverletzung (Unfall) erst der „mehr als altersentsprechende“ Kräfteverfall versichert. Ein klarer Minuspunkt.

Sollten Sie trotz Berufsunfähigkeit einer anderen Tätigkeit nachgehen, können Sie trotzdem auf Leistungen hoffen. Vorausgesetzt, diese neue Tätigkeit entspricht nicht Ihrer bisherigen im Sinne von Wertschätzung und Vergütung. Allerdings lässt die Hannoversche Lebensversicherung hier offen, wie sich die Vergütung definiert. Also konkret um wie viel geringer diese ausfallen muss, damit Sie weiterhin Ihre Rente erhalten dürfen. Nächster klarer Malus.

Positiv könnte man hier anmerken, dass nicht auf eine Tätigkeit verwiesen werden darf, die Sie gar nicht praktisch ausüben, sondern nur ausüben könnten. Für die Fachleute: man verzichtet auf die abstrakte Verweisung.

Allerdings gilt dieser Verzicht auch nur dann, wenn Sie nicht aus Ihrem Beruf ausscheiden. Tun Sie dies, sind Sie wieder abstrakt verweisbar. Unlogisch? Machen die trotzdem.

Als gut gelungen hebe ich allerdings die sogenannte „Arztanordnungsklausel“ hervor. Sie müssen im Leistungsfall lediglich Heilbehandlungen befolgen, die gefahrenlos sind und keine besonderen Schmerzen erwarten lassen. Außerdem müssen Sie geeignete Hilfsmittel verwenden. Zum Beispiel Seh- oder Hörhilfen. Weitere Maßnahmen können nicht verlangt werden.
Es ist aber bezeichnend, dass die Hannoversche es aber doch schafft hier noch den roten Textmarker anzusetzen, in dem man von gesetzlicher Schadenminderungspflicht spricht. Ist klar. In einer Summenversicherung.

Leistungserhöhungen mit vielen Grenzen

Wenn Sie heute eine Versicherung mit einer Laufzeit von 30-40 Jahren abschließen sollten Sie wissen, dass die heute versicherte Rente in den nächsten Jahren stetig an Wert verliert. Clever ist es deswegen, wenn Sie die Leistung einfach automatisch erhöhen lassen. Jahr für Jahr.
Diese Möglichkeit haben Sie hier zwar, allerdings können Sie nur eine starre Erhöhung um 3% pro Jahr wählen und dürfen auch nur ein Jahr in Folge aussetzen ohne die Ansprüche darauf zu verlieren. Das ist Bestwert im Negativen.

Wer viel vor hat im Beruf sollte zudem wissen, dass bei insgesamt 48.000,- Euro Jahresrente Schluss ist. Aber keine Sorge: mit den 3% kommen Sie wahrscheinlich gar nicht so weit.

Außerhalb dieser Möglichkeit können Sie die Leistung durch Nachversicherungsgarantien erhöhen. Zum Beispiel bei Heirat, Geburt eines Kindes oder einer dauerhaften Gehaltserhöhung um mindestens 10%.
Leider können Sie hier Ihre BU-Rente maximal verdoppeln.

Sie müssen schnell sein,

denn wenn Sie Ihre Ansprüche nicht innerhalb von 3 Jahren nach Beginn der Berufsunfähigkeit gemeldet haben verfallen Ihre Ansprüche. Das klingt plausibel. Allerdings ist es bei einer Vielzahl von Erkrankungen (gerade psychischer Natur) dies gar nicht mal so leicht. Oft werden solche Fristen daher schlicht verpasst. Hat ja auch einen Grund, warum manche Versicherungen so etwas in ihre Bedingungen schreiben: es spart Geld. Also der Versicherung spart es Geld.

Auch sollten Sie sich schnell bei der Hannoverschen Direktversicherung melden, wenn sich Ihre Berufsunfähigkeit mindert. Also, wenn Sie schon eine Leistung bekommen. Leider verrät sie nicht um wie viel sich Ihre BU gemindert haben muss.
Tun Sie dies nicht, kann die Versicherung die Rente kürzen oder ganz einstellen.

Zwischenurteil

An dieser Stelle kann ich für die Versicherungsbedingungen schon eine Note vergeben:

Note 5 (mangelhaft)

Die Beschreibung der jeweiligen Noten finden Sie hier -> Benotung.

 

Der Weg zum Online-Angebot

Wenn Sie sich trotz der recht schlechten Versicherungsbedingungen doch noch ein Angebot der Hannoversche Direktversicherung einholen möchten, landen Sie in einem recht einfachen Auswahlprozess

Hannoversche Direktversicherung Menü

Ich gebe hier einmal an, dass ich Angestellter bin und als Bürokaufmann abreite mit zwei Kollegen, die auf meine Anweisungen hören müssen 🙂

Hannoversche Direktversicherung Beruf

Als nächstes folgen Fragen zum Geburtsdatum (ich bin 32 Jahre alt) und der Familiensituation. Hier gebe ich entsprechend an, dass ich eine Familie per Definition habe.

Hannoversche Direktversicherung Familie

Das war dann aber auch schon alles an Fragen bis dato. Ich gelange in eine Auswahlmaske, in der ich die Höhe meiner Berufsunfähigkeitsrente auswählen kann. Mir empfiehlt die „persönliche Onlineberaterin Melanie“ zwar eine Absicherung in Höhe von 60% meines Bruttoeinkommens (im Rahmen der Nachversicherung ohne Gesundheitsprüfung in den Versicherungsbedingungen geht es übrigens maximal bis 50% vom Bruttoeinkommen), als ich die persönliche Bedarfsermittlung in Anspruch nehmen will, komme ich nicht weiter. Ich muss sogar wieder ganz von vorne anfangen.

Hannoversche Direktversicherung FehlerAlle Daten noch einmal neu eingegeben wähle ich nun testweise die vorgegebenen 1.000,- Euro Rente und wähle im nächsten Schritt (abweichend) das Endalter 67.

Preis und Leistung

Als Beitrag soll ich im Monat 47,57 Euro zahlen. Sollten die Gewinne der Versicherung sinken, ist mir ein Beitrag von 63,42 Euro garantiert (Tarifbeitrag).

Zum Vergleich: Mit der Canada Life (Zahl- und Tarifbeitrag 43,- Euro) und der Bayerischen (Zahlbeitrag 46,36 Euro / Tarifbeitrag 75,38 Euro) sind Sie zumindest bei Tarifen mit der BU-Profi-Note 4 (ausreichend) noch über der roten Linie. Zu einem vergleichbaren Beitrag.

Auf einen Tarif mit der Top-Note 2 (gut) können Sie für einen Zahlbeitrag von 52,58 Euro (Tarifbeitrag 67,42 Euro) kommen. Dies bietet nämlich die Alte Leipziger.

Hier noch einmal die Erklärung der Notenverteilung.

Gerne hätte ich nun auch einen Beitragsvergleich z.B. für einen Krankenpfleger aufgeführt. Aber, die Hannoversche Direktversicherung möchte mich dann nicht und will mir lieber die wesentlich schlechtere Erwerbsunfähigkeitsversicherung andrehen. Hannoversche Direktversicherung Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Gesundheitsfragen und Abschluss

Also gehe ich als Bürokaufmann weiter. Es folgen einige Fragen zum Gesundheitszustand, Körpergröße- und Gewicht. Schön ist an dieser Stelle, dass weniger Fragen gestellt werden als bei vielen anderen Versicherungsgesellschaften.

Zuerst gebe ich vor recht gesund zu sein. Eine Sprunggelenksfraktur in 2014 gebe ich dabei an inkl. stationärem Aufenthalt. Als Nichtraucher mit 182 cm Körpergröße und 85 Kilogramm würde mich die Hannoversche Direktversicherung ohne Probleme nehmen.

Ich starte also noch einmal einen Versuch mit der Angabe, dass ich zusätzlich unter Heuschnupfen leide und 3 Zigaretten am Tag rauche. In der Erwartung auf ein Ergebnis werde ich wieder enttäuscht. Nun habe ich keine Lust mehr alle Daten neu einzutragen. Ich breche hier genervt ab.

Hannoversche Direktversicherung Fehler 2

Fazit

Alles was Online, schnell und billig ist hat einen gewissen Reiz. Sie können es eben selbst erledigen. Ohne jemanden anrufen oder anmailen zu müssen.

Aus meiner Sicht lohnt sich dieses Angebot der Hannoversche Direktversicherung ganz und gar nicht  weil:

  • die Versicherungsbedingungen schlecht sind
  • günstig ist der Vertrag im Vergleich auch nicht
  • nach zwei Abbrüchen im Prozess, durch den Server der Versicherung, gebe ich genervt auf. Schnell ist etwas anderes.

Meine Empfehlung: Suchen Sie sich jemanden, der sich für Sie Zeit nimmt und Ihnen den Tarif ermittelt, der zu Ihnen passt und von sehr guter Qualität ist und für Sie auch noch den Papierkram erledigt.