Hat Ihnen schon einmal jemand dazu geraten Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung auf mehrere Versicherungsgesellschaften aufzuteilen? Bei fast allen meinen Kunden besprechen wir diese Möglichkeit.

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Aber was haben Sie eigentlich davon? Wann und für wen lohnt sich die Splittung?

Wie genau sollte aufgeteilt werden?

Alle Hintergründe und die Vor- und Nachteile einer solchen Aufteilung lesen Sie in diesem Artikel.

 

 

Sollen wir Ihnen das Thema näher erklären?

Falls Sie spezielle Fragen  haben, die in diesem Text nicht beantwotet werden können, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!

Warum ist eine Aufteilung der Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Die meisten meiner Kunden haben entweder schon einmal studiert oder sie befinden sich aktuell noch im Studium. In Berufen der IT-Branche, bei Ingenieuren, Ärzten, Architekten, Wirtschaftsberater, Steuerberatern oder Unternehmensberatern liegt das Einkommen schon in den ersten Berufsjahren deutlich über dem Durchschnitt.

Entsprechend sollte auch Ihre Berufsunfähigkeitsrente aussehen!

Und hier kommen wir zu der ersten Herausforderung: ab einer Berufsunfähigkeitsrente von 2.500,- Euro reichen die Gesundheits- und Risikofragen im Antrag allein nicht mehr aus. Es wird zusätzlich ein ärztliches Zeugnis verlangt.

Das sieht dann so aus, dass Sie zu Ihrem Hausarzt gehen oder jemand zu Ihnen nach Hause kommt und Sie dann untersucht werden. Das kann aus drei Gründen problematisch werden:

  1. Es kann eine Krankheit diagnostiziert werden, von der Sie bislang nichts wussten. Da Sie jetzt davon wissen ist es gut möglich, dass Ihr BU-Antrag erschwert wird.
  2. Oft wird dabei deutlich länger zurückgefragt als im Antrag. Sie müssen also eventuell deutlich mehr Erkrankungen aus der Vergangenheit angeben. Auch das kann zu einer Erschwerung führen.
  3. Ab einer Rentenhöhe von 2.500,- Euro sind die Ergebnisse der Risikovoranfrage und damit die Aufbereitung der Gesundheitshistorie nicht mehr gültig.

Ein ärztliches Zeugnis kann Ihnen also mehr Schaden als Nutzen bringen.

Mit der Aufteilung können wir diese Probleme vermeiden

Wenn wir Ihre Berufsunfähigkeitsrente so aufteilen, dass Sie bei keinem Versicherer über die Grenze von 2.500,- Euro kommen, fällt auch kein Arztbesuch mehr an. Wir können also wieder allein mit den Antragsfragen arbeiten und die Ergebnisse aus den Risikovoranfragen werden wieder verbindlich.

Aber auch bei Studenten, die heute noch nicht über 2.500,- Euro versichern können, ist eine Aufteilung sehr sinnvoll. Auch hierfür gibt es gleich mehrere gute Gründe.

Grenzen in der Nachversicherung umgehen

Denn auch Studenten oder Berufsstarter mit noch etwas geringerem Einkommen werden in den kommenden Jahren deutlich mehr verdienen. Für solche Fälle bieten die Berufsunfähigkeitsversicherungen dann sogenannte Nachversicherungsgarantien an.

Nachversicherungsgarantie-die-Bayerische

 Nachversicherungsgarantie die Bayerische

Zum Beispiel bieten die BU-Versicherungen von die Bayerische und der LV1871 Erhöhungen ohne Risikoprüfung bis zu 36.000,- Euro Jahresrente an. Also 3.000,- Euro pro Monat. Bei der BU der LV1871 gilt dies allerdings nicht für alle Berufe und ist abhängig von der Qualifikation.

Die meisten anderen Versicherungen halten es da wie die Barmenia und verzichten nur bis zu 30.000,- Euro Jahresrente, also 2.500,- Euro BU-Rente im Monat, auf die Gesundheitsfragen.

Wenn Sie über diese Grenze bei einem Versicherer hinauswollen, müssen wir eine neue Risikoprüfung durchführen lassen.

Das ist auch schon der nächste wichtige Grund für die Aufteilung der BU-Versicherung: Sie haben viel mehr Flexibilität in der Höhe der Nachversicherung.

Welche Verteilung der BU-Rente ist optimal?

Bei einer Aufteilung haben die meisten Menschen automatisch eine Halbierung im Kopf. 3.000,- Euro Berufsunfähigkeitsrente macht also zwei Mal je 1.500,- Euro.

In der Praxis macht die Aufteilung in zwei gleichgroße Hälfte aber nicht immer Sinn. Dazu sind die Regelungen der einzelnen BU-Versicherer zu unterschiedlich.

Dies möchte ich einmal am Beispiel der Alte Leipziger (Bedingungswerk Stand 01.2021) verdeutlichen.

Die Alte Leipziger lässt eine Erhöhung bis zu 1.000,- Euro Monatsrente in zwei Schritten á 500,- Euro zu. So können Sie bei einer Startrente von 2.500,- Euro auf bis zu 3.500,- Euro nachversichern.

Wenn Sie nun eine Gesamtrente von 4.000,- Euro absichern möchten, kann es Sinn machen bei der Alte Leipziger mit einer Rente von 2.500,- Euro zu starten und die restlichen 1.500,- Euro zum Beispiel bei der Bayerischen zu versichern. Sie können dann mit der ersten Nachversicherung bei der Alte Leipziger um 500,- Euro und bei der Bayerischen um 750,- Euro erhöhen. Insgesamt wären so 6.500,- Euro Gesamtrente möglich.

Wenn Sie allerdings heute nur 3.000,- Euro absichern möchten, dann ist die Aufteilung Alte Leipziger 2.500,- Euro und Bayerische 500,- Euro nicht optimal. Sie könnten dann bei der Bayerischen nur um 250,- Euro je Nachversicherung erhöhen und sind damit sehr begrenzt. In diesem Fall könnten Sie die Aufteilung anders wählen oder einen zweiten Versicherer dazu nehmen, der ein absolute Erhöhung möglich macht. Zum Beispiel die BU-Versicherung der Allianz.

Vorsicht bei Uni-Absolventen und Berufseinsteigern

Die oben gemachte Rechnung gilt allerdings nicht bei Berufseinsteigern und frisch gebackenen Akademikern.

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 Nachversicherungsgarantie Berufseinsteiger Alte Leipziger

Die Alte Leipziger bietet Ihnen nämlich in diesem Fall eine Verdopplung Ihrer ursprünglichen Rente an, aber nur bis zu 2.500,- Euro pro Monat.

Wichtig: prüfen Sie immer Ihre individuelle Situation

Damit Sie langfristig den Wert Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung behalten, ist es sinnvoll ein Konzept zu haben. Welche Nachversicherungsgarantien sind für Ihre Situation sinnvoll? Wie sollte das Verhältnis der Aufteilung Ihrer BU-Rente sein? Verzichtet die Versicherung bei den Erhöhungen nur auf eine Gesundheitsprüfung oder sogar auf die vollständige Risikoprüfung?

Im Idealfall lässt sich Ihre BU so gestalten, dass diese in den nächsten 30 – 40 Jahren mit Ihrer Lebensstellung mithalten kann und sich individuell anpassen lässt.

Welche Nachteile hat die Aufteilung der BU-Versicherung?

Wenn Sie Ihre BU-Rente auf mehrere Versicherungen aufteilen, dann lassen sich einige Nachteile nicht von der Hand weisen. Zum Beispiel haben Sie bei der Antragsstellung mehr Arbeit. Es müssen mehrere Anträge ausgefüllt werden und mehrere Voranfragen durchgeführt werden. Und weil einige Versicherungen Stückkosten im Beitrag eingerechnet haben, ist der Gesamtbeitrag unterm Strich auch ein paar Euro teurer.

Auch im Leistungsfall müssen Sie bei mehr als einer Gesellschaft einen Antrag stellen.

Das alles schreckt erst einmal ab. Verständlich. Denn Für Sie ist das alles Neuland.

Wenn wir die Vorteile und die Nachteile aber einmal gegeneinanderhalten, dann komme ich nicht drumherum den meisten meiner Kunden zu einer Verteilung auf mehrere BU-Versicherer zu raten. Mit dem nötigen Fachwissen ist es für mich aber auch leichter die Situation meiner Kunden einzuordnen und die richtigen Tarife miteinander zu kombinieren. Auch die Antragsstellung und die Risikovoranfragen sind Routine.

Das Gleiche gilt im Leistungsfall: wenn Sie einen kompetenten Versicherungsberater oder Fachanwalt an Ihrer Seite haben ist der Mehraufwand für Sie sehr überschaubar.

Im Fall der Fälle werden die so erreichten Absicherungshöhen den entscheidenden Unterschied für Sie ausmachen können.

 

 

 

 

 

 

 

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