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Das Analysehaus Franke & Bornberg (Rating-Agentur) hat im Auftrag des Handelsblatt (das soll schon was heißen) Berufsunfähigkeitsversicherungen untersucht und kam zu dem erstaunlichen Ergebnis 18 (!) BU-Versicherer sind „sehr gut“ und 10 weitere „gut“. Ein tolles Ergebnis – möchte man meinen.

Mit der Höchstnote wurden ausgezeichnet (Zitat):

„(nach Reihenfolge der Platzierung): die Swiss Life (Swiss Life SBU), Stuttgarter (BUV-Plus, Tarif 91), HDI (SBU Ego Top), Nürnberger (Selbstständige BU nach Tarif SBU2800C), Allianz (Plus E 356), Zurich Deutscher Herold (SBU), die Bayerische (SBU Protect Komfort), Gothaer (BU Premium), Nürnberger Beamten (BSBU2800C), Barmenia (Solo BU L3651), Bayern Versicherung (EinkommensSicherung), Condor (SBU Comfort), Alte Leipziger (SBU SecurAL Tarif BV 10), Dialog (SBU-professionell), InterRisk (SBU Tarif XL), LV1871 (Golden BU mit erweiterten Leistungen), Ergo (ERGO Berufsunfähigkeitsversicherung), Württembergische (SBU).“

Demnach sind also die Swiss Life und die Stuttgarter besser als der HDI? Dabei ist der HDI der Swiss Life in gleich 3 Leistungsrelevanten und wichtigen Bedingungspunkten wesentlich überlegen:

– Differenzierung zwischen Kräfteverfall und mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall

– die Swiss Life kann im Leistungsfall alle Maßnahmen fordern, die die versicherte Person über die 50% BU Grad heilen bzw. dazu geeignet sind (und gefahrenlos und ohne besonderen Schmerzen sind) wogegen der HDI lediglich ärzliche Verordnungen zur Bedingung macht

– die Swiss Life hat keinen Dauerhaften Verzicht auf die abstrakte Verweisung in den Bedingungen verankert. Etwa dann nicht, wenn die versicherte Person für ein paar Jahre aus dem Beruf ausscheidet.

Zumal die Swiss Life in einer Summenversicherung von Schadenminderungspflicht spricht – aber werden wir nicht zu fachlich an dieser Stelle.

Auch die Stuttgarter hat im Vergleich zum HDI immerhin zwei Leistungsrelevante Kriterien unsauber für den Kunden gelöst.

Die immer noch mit „sehr gut“ bewertetet Württembergische schlägt dem Fass aber dann den Boden aus: 6 (!) Leistungsrelevante Kriterien sind zu ungunsten der versicherten Person geregelt.

Aber es ist nicht das Handelsblatt bzw. Franke & Bornberg alleine, die scheinbar willkürliche Urteile in ihrem Rating fällen.

Heute lese ich vom Test des map-report (auch eine Rating-Agentur). Dieser kommt zu dem Ergebnis, dass die Europa vor der Allianz und der HUK-Coburg Testsieger geworden ist.

Wie kommt nun map-report in ihrem Rating zu so einem völlig anderen Ergebnis? Die Europa und die HUK-Coburg sind bei Franke & Bornberg nicht mit der höchsten Bewertung ausgezeichnet worden!?

Ganz einfach: man ändert einfach die Kriterien für seine Bewertung und bewertet nun Bilanzen, Service und Beispielrechnungen.

Wie bitte!?

Immerhin gibt map-report zu (Zitat): „Es bewertet den Gesamteindruck des Unternehmens aus heutiger Sicht. Deshalb wird es nie objektiv sein.“

Aha, man bewertet also irgendetwas, schreibt dazu, dass es eigentlich Blödsinn ist, aber der Verbraucher orientiert sich später daran.

Hier die Ergebnisse

Darf so etwas sein? Dürfen die Verbraucher von Ratings und Vermittlern, die sich nicht tagtäglich mit der Materie beschäftigen, weiter in die Irre geführt werden?

Zumal die Rating-Gesellschaften noch nicht einmal eine Haftung für den Fall übernehmen, dass ein Verbraucher mit einem schlechten Schutz ausgestattet ist.