Höhe Berufsunfähigkeitsrente

Höhe Berufsunfähigkeitsrente

Vielleicht kennst Du das: Du beschäftigst Dich mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung und überlegst nun wie hoch eigentlich Deine abzusichernde Rente sein sollte.

Oder Du hast bereits vor ein paar Jahren eine BU-Police abgeschlossen und fragst Dich jetzt, ob die dort vereinbarte Rentenhöhe noch angemessen ist.

Wenn Du Dich zu einen dieser beiden Personengruppen zählst, dann bist Du in guter Gesellschaft, denn die Rentenhöhe und die Ausgestaltung der Berufsunfähigkeitsversicherung werden in der Praxis häufig leider vollkommen an der Realität vorbei getroffen. Darum möchte ich Dir hier ein paar Hilfestellungen mit auf den Weg geben, wie Du die für Dich passende Absicherungshöhe ermitteln kannst.

Jeder sollte eine BU haben

Du hast sicherlich schon einmal davon gehört, dass sämtliche Politiker und auch Verbraucherschützer zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung raten. Die Aussage „jeder sollte eine BU haben“ gilt für mich aber auch je Person und nicht je Haushalt.

In der Realität kommt es nämlich häufig vor, dass der Familienversorger einen BU-Vertrag besitzt, der jeweils andere verzichtet jedoch auf eine Absicherung.

Dabei gehe ich jetzt einmal davon aus, dass die meisten, die aktuell nicht den Hauptversorger stellen, andere wichtige Aufgaben, wie zum Beispiel die Kindererziehung oder den Haushalt, übernehmen.

Jetzt stell Dir dabei eine klassische Familiensituation vor:

Der Vater geht arbeiten und verdient beispielsweise 2.500,- Euro im Monat. Die Mutter bleibt zu Hause und kümmert sich (eventuelle auch nur vorübergehend) um die Kinder und den Haushalt. Was passiert wohl, wenn die Mutter schwer erkrankt oder verunglückt? Wer regelt nun den Haushatlt? Wer kümmert sich um die Kinder?

Auch in so einer Situation sollte eine ausreichende Absicherung getroffen sein, damit der Vater letztendlich nicht „gezwungen“ wird in seinem Job runter zu fahren. Immerhin hängt die Familie ja an seinem Einkommen.

Zurück ins das Berufsleben?

Neben dem oben genannten Risiko besteht in vielen Familien auch der Plan oder Wunsch, dass beide Elternteile nach der Elternzeit wieder arbeiten gehen. Auch unter diesem Aspekt ist es vollkommen logisch, dass beide eine entsprechende Absicherung benötigen.

Wenn Elternzeit für Dich ein Thema ist, solltest Du bei dem Abschluss einer BU-Versicherung außerdem darauf achten, dass auch während des Ausscheidens aus dem Berufsleben weiterhin Versicherungsschutz für Deine zuletzt ausgeübte Tätigkeit und Lebensstellung vereinbart ist. In einigen Policen kann in so einem Fall nämlich abstrakt verwiesen werden.

Bis zu 80% des Nettoeinkommens

So lautet eine allgemeine Empfehlung und auch viele Versicherungsgesellschaften versichern maximal bis zu diesen 80% des Nettoeinkommens. Auf den ersten Blick scheint diese Höhe in vielen Fällen auch auszureichen.

Allerdings solltest Du für Dich folgende Fragen beantworten.

Zum einen natürlich, ob Du von heute auf morgen einfach so von 20% weniger Einkommen leben kannst. Aus meiner Sicht ist die Einkommenskürzung von 1/5 nämlich sehr hoch.

Wenn Du diese Grundsatzfrage für Dich abklären konntest, kannst Du Dir weiter die Frage stellen, ob und wie Deine Berufsunfähigkeitsrente zu versteuern ist. Die Höhe des zu versteuernden Anteils hängt nämlich stark davon ab mit wie vielen Jahren Du berufsunfähig wirst. Je früher, desto höher ist der sogenannte Ertragsanteil. Dieser beschreibt die Höhe des zu versteuernden Anteils Deiner Rente.

Je nach Deiner persönlichen Situation kann es also passieren, dass Du Deine Rente versteuern musst und somit weniger behalten darfst.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass wir hier von eine privaten Berufsunfähigkeitsversicherung reden. Wenn Du den Vertrag über eine betriebliche Altersvorsorge oder im Rahmen einer Basis- / Rürup-Rente abgeschlossen hast, muss die Rente voll versteuert werden. Es bleibt dann definitiv wesentlich weniger übrig.

Wer zahlt Deine gesetzliche Rentenversicherung?

Wenn Du als Angestellter berufsunfähig wirst, zahlt Dein Arbeitgeber Dir auch kein Gehalt mehr. In der Folge fallen auch keine weiteren Beiträge für Deine gesetzliche Rentenversicherung an. Diese immerhin 18,6% (Stand 2018) von Deinem Bruttoeinkommen (bis zu 78.000,- Euro jährlichem Bruttoeinkommen in 2018) fehlen Dir somit.

In der Folge wird Deine gesetzliche Rente also geringer ausfallen als geplant.

Je länger Deine Berufsunfähigkeit dauert, desto deutlicher wirst Du es später bemerken: schon eine Berufsunfähigkeit von 10 Jahren führt zu einer Rentenminderung von rund 25%.

Für Dich kann es daher im Fall der Fälle sehr wichtig sein, dass Du in der Lage bist aus Deiner Berufsunfähigkeitsrente auch noch einmal eine zusätzliche Altersvorsorge aufzubauen.

Krankenversicherungsbeitrag berücksichtigen

Auch die Krankenversicherung spielt bei der Rentenermittlung eine Rolle, denn auch im Fall einer Berufsunfähigkeit musst Du natürlich krankenversichert sein.

Da dieses Thema sehr umfangreich ist und in den Bereich der Rechtsberatung übergehen kann, empfehle ich Dir im Fall der Fälle die Beratung durch einen Rentenberater.

Bei der Frage nach der für Dich optimalen Absicherungshöhe solltest Du diese überlegung jedoch schon einmal berücksichtigen und in die Rentenhöhe einpreisen.

Versicher Dich nicht „arm“

Wenn Du Dir einmal den aktuellen Armutsbericht für das Jahr 2018 ansiehst, stellst Du fest, dass Singles mit einem Nettoeinkommen von unter 781,- Euro im Monat als Arm gelten. Bei Paaren sind es mit 1.171,- Euro etwas weniger als das Doppelte.

Ergo ist es also sinnvoll und wichtig bei der Überlegung nach der passenden Höhe Deiner Berufsunfähigkeitsversicherung nach Abzug von möglichen Aufwendungen für Steuer, Rente und Krankenversicherung, niemals unter diese Armutsgrenze zu gelangen. Stehen Dir nämlich keine weiteren Einkünfte zu, wie zum Beispiel eine Erwerbsminderungsrente, musst Du von diesem Geld leben können. Kannst Du das nicht und wirst früher oder später auf Arbeitslosengeld II (Hartz 4) angewiesen sein, wird die Sozialhilfe mit Deiner BU-Rente verrechnet.

Dann hättest Du also Geld für eine Versicherung bezahlt, die Dir unterm Strich nichts bringt.

Besonderheiten bei Azubis, Schülern und Studenten

Wenn Du noch über kein eigenes oder nur ein sehr geringes Einkommen verfügst, weil Du Azubi, Schüler oder Student bist, dann liegt die „Versuchung“ nahe auch nur eine sehr geringe Rentenhöhe zu wählen.

Bedenke hierbei aber, dass eine Berufsunfähigkeit im Zweifelsfall auch dauerhaft sein kann und Du von diesem „Einkommen“ eine ganze Weile lang leben musst und Du Dir parallel auch noch eine Vorsorge für die „Ablösung“ zum 67. Lebensjahr finanzieren solltest.

Daher empfehle ich bei der Höhe der BU-Rente, dass Du Dich an dem möglichen Einkommen nach Deiner Ausbildung orientierst. Scheitern kann dies Vorhaben aber an den Versicherungsgesellschaften selbst. Nur wenige Anbieter bieten für Azubis, Schüler und Studenten eine Rentenhöhe von über 1.000,- Euro im Monat an. Da heißt es Augen auf und vergleichen.

 

Wenn Du bei der Wahl der Rentenhöhe und der Auswahl der für Dich passenden Berufsunfähigkeitsversicherung auf Nummer Sicher gehen möchtest, dann drück einfach den Button hier und lass Dich von mir beraten.

 

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