Immer wieder tauchen skuriele Meinungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung auf. Insbesondere einer wollte hier übertreiben und scheitert auf ganzer Linie.

Wie sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich? Die Augsburger Allgemeine berichtet. Allerdings mit zahlreichen Fehlern. Das sollten Sie unbedingt lesen.

Verbraucherschutz – das ist ein wohlklingender Begriff

Und Verbraucherschutz ist tatsächlich enorm wichtig, denn bei der großen Anzahl an Handelswaren und Finanzprodukten am Markt ist es sehr schwer den Überblick zu behalten. Da braucht es Institutionen, die den Verbraucher schützen.

Die Verbraucherzentralen haben sich diese Aufgabe auf die Fahne geschrieben. Sie wirken dabei ehrenamtlich und unabhängig. Ganz ohne wirtschaftliches Interesse und fachlich extrem versiert.

Das dieser Eindruck aber des Öfteren täuscht beweist wieder einmal ein aktuelles Beispiel:

Verbraucherschutz auf dem falschen Weg

Am 25.08. schrieben die Kieler Nachrichten einen Artikel, der sich pünktlich zum Start des neuen Ausbildungsjahres mit der Frage nach dem richtigen Versicherungsschutz befasst.

Als Experten verlässt man sich auf den Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Föllige Ahnungslosigkeit?

Bei der Aufzählung der wichtigsten Versicherungen liegt Herte mit der Krankenversicherung und der Privathaftpflichtversicherung sehr richtig. Dann allerdings kommt er auf die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu sprechen und rät Studenten und Berufseinsteigern vom Abschluss erst einmal ab.

„Grund: Die Police beziehe sich direkt auf einen Beruf – ob dieser nach der Ausbildung tatsächlich ausgeübt werde, sei aber nicht gewiss.“ – sagt er zur Begründung. Und liegt damit aber sowas von falsch. Hätte er auch nur ein einziges Mal die Versicherungsbedingungen einer BU-Versicherung gelesen wäre ihm aufgefallen, dass stets der „zuletzt ausgeübte Beruf, wie er ohne gesundheitliche Einschränkungen ausgestaltet war“ versichert ist. Mit anderen Worten: der Versicherungsschutz folgt selbstverständlich bei einem Berufswechsel und sogar bei einer Änderung der Ausgestaltung seines Berufes.

Das sollte man zumindest wissen – zumindest wenn man Verbraucher in solchen Themen berät. Oder?

Nur eine Ausnahme?

VerbraucherSCHUTZ setzt natürlich in erster Linie Ehrlichkeit und Neutralität aber selbstverständlich auch Fachwissen und Kompetenz voraus.

Handelt es sich bei den Aussagen von Herrn Herte vielleicht nur um einen Einzelfall? Wie gehen Verbraucherzentralen mit dem Thema um? Ist eine kompetente und verlässliche Beratung sichergestellt?

Ein Beispiel aus meinem Kundenkreis spricht leider eine andere Sprache: Bevor einer meiner Kunden das Gespräch mit mir führte ließ er sich gegen ein Honorar von knapp 100,- Euro in einer Verbraucherzentrale etwas zum Thema BU-Versicherung erzählen.

Mit einem stattlichen Einkommen von gut 2.000,- Euro Netto im Monat hoffte der Dipl.-Ingenieur auf einen kompetenten Rat.

Fazit: Pauschal und ohne nach seinem Verdienst zu fragen wurde ihm zu einer Monatsrente von 1.000,- Euro geraten. Einen Bedingungsvergleich gab es ebenfalls nicht, es wurde stattdessen ausschließlich nach dem nicht garantierten Zahlbeitrag verglichen und ohne weitere Rückfragen erhielt der Interessent die drei günstigsten Anbieter auf einem Zettel notiert.

Sie dürfen drei Mal raten warum er nach diesem Erlebnis ein Gespräch mit mir gesucht hat.

Der Blick in die sprichwörtliche Röhre

Gefährlich wird es für jene Verbraucher, die dem falschen Rat der Verbraucherzentrale folgen und mit zu geringen und oftmals qualitativ schlechten Absicherungen aus so einem Gespräch raus gehen. Tritt der Leistungsfall lässt die Erkenntnis über den zu geringen oder nicht vorhandenen Schutz nicht lange auf sich warten.

Gut, wenn man in so einem Fall jemanden für die Falschberatung verantwortlich und sogar haftbar machen kann.

Der oft von Verbraucherzentralen als geldgeil und unfähig beschimpfte Versicherungsmakler – weil er Provisionen für seine Arbeit erhält – müsste jetzt voll für den Schaden des Verbrauchers aufkommen. Reichen seine finanziellen Mittel nicht besteht zwingend eine sogenannte Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die hier einspringt.

Anders ist dies jedoch bei den Verbraucherzentralen: für keine hier getroffene Aussagen müssen die Mitarbeiter oder die VBZ haften. Die Rechnung zahlt also immer der Verbraucher alleine. Ist das Verbraucherschutz?

Was muss sich ändern?

Koch ist keine geschützte Bezeichnung. Nur weil sich jemand so nennt muss er noch längst nicht kochen können. Im schlimmsten Fall bleibt das Essen der Gäste stehen.

Bei Versicherungen und Finanzdienstleistungen ist es ähnlich. Auch hier kann sich im Prinzip jeder Experte nennen und wilde Meinungen verbreiten. Jedoch sind die Konsequenzen in vielen Fällen schwer und weitreichend. Ganze Existenzen können auf dem Spiel stehen.

Wer nun also noch gewerblich Verbraucher in solch wichtigen Fragen berät, also Geld für seine Arbeit nimmt, der sollte auch über klar definierte und ständig überprüfte Qualifikationen und Fachwissen verfügen und er muss auch ohne Ausnahme für sein Handeln haften.

Hier sind aus meiner Sicht zum einen die Verbraucher gefragt. Informieren Sie sich vor einem Beratungsgespräch über den Status des Beraters. Ist er unabhängig oder gebunden? Zahlen Sie ihn über ein Honorar oder durch eine Provision? Haftet er für sein tun und unterlassen?

Um meinen Status vor dem ersten Gespräch klar zu stellen erhalten meine Kunden mit der Terminvereinbarung eine ausführliche Erstauskunft in der unter anderem diese Fragen beantwortet werden.

Zum anderen ist aber auch die Politik gefragt den Verbraucherschutz komplett neu und transparent zu organisieren. Da die Verknüpfungen zwischen VBZ und Politik jedoch sehr eng sind, ist dieser Weg noch ein außerordentlich weiter.

Das „Experten“ öfter falsch liegen lesen Sie auch in diesem Artikel

„Eine Risikovoranfrage ist im BU-Geschäft unverzichtbar und … die Erde ist eine Scheibe“ so meint Katrin Bornberg  in einem Beitrag vom 12. Juli 2017.

Eine Risikovoranfrage ist unverzichtbar

Nach Aussage der Geschäftsführenden Gesellschafterin der versdiagnose GmbH gibt es mittlerweile eine ganz einfache Möglichkeit sowohl für einen Versicherungsmakler wie auch für einen Kunden / Interessenten mithilfe der Technik (von versdiagnose – war klar oder?) zu prüfen bei welcher Versicherungsgesellschaft man mit seinen Vorerkrankungen am besten zu versichern sei.

Vom Zeitpunkt her kommt diese Aussage jedoch nicht vollkommen überraschend, denn Frau Bornberg ist nicht ganz unbeteiligt am ersten digitalen BU-Versicherer getsurance, der eben auch eine solche Technik nutzt.

Ist die Beratung und Vermittlung einer Berufsunfähigkeitsversicherung durch einen Versicherungsmakler also ab sofort überflüssig? Kann ich als Kunde nun ganz einfach online abklären lassen wer mich wie am besten versichert?

 

Versicherungsmakler wie Tobias Bierl, Torsten Breitag  oder Sven Henning  haben hier eine andere Meinung. Es steht also aktuell Aussage gegen Aussage. Wobei die Aussage der Maklerkollegen Bierl, Breitag und Henning aus meiner Sicht mehr wiegt, denn im Vergleich zu einem Softwareanbieter sind diese, wie ich, mitten im Tagesgeschäft.

Das richtige Fingerspitzengefühl

Sicher, diese Aussage trifft nicht auf jeden Menschen zu – ganz sicher aber ist Fingerspitzengefühl bei einem Softwareprogramm ausgeschlossen.

Kompetente Versicherungsgesellschaften, die das BU-Geschäft schon lange betreiben, beschäftigen geschultes Fachpersonal und sogar eigene Ärzte um Risiken einordnen zu können. Insbesondere bei grenzwertigen Fällen ist nach meinen Erfahrungen im persönlichen Gespräch mit einem Risikoprüfer die schon so mache Entscheidung im Sinne des Kunden getroffen worden. Die Software muss hier aber eher eine negative Auswahl treffen um keine ungewollten Risiken einzukaufen. Die bestätigen übrigens auch die Risikoprüfer selbst unisono. 1:0 für die Risikovoranfrage.

Längere Abfragezeiträume

Innerhalb welches zurückgelegten Zeitraumes müssen Sie Krankheiten, Unfälle, Gebrechen, Schäden und Untersuchungen angeben?

Hier sind die Abfragezeiträume höchst unterschiedlich und von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft grundverschieden. Den einen interessieren bei psychiatrischen Behandlungen nur die letzten 5 Jahre, den anderen die letzten 10 Jahre und wieder andere fragen ohne Einschränkung nach.

Möchte eine Technik nun also mehre Anbieter gleichsetzen muss sie zwingend die schlechteste Lösung im Markt wählen. Wer also nun vor 8 Jahren über einen Zeitraum von 6 Monaten beim Psychologen war, den kann eine Abfrage nach 10 Jahren oder seit Geburt wesentlich schlechter stellen als beim Versicherer, der nur 5 Jahre in diesem Punkt zurück fragt.

2:0 für die Risikovoranfrage.

Wenig Auswahl

Laut eigenen Aussagen (Quelle www.versdiagnose.de) stehen aktuell nur folgenden Anbieter zur Verfügung, die dem digitalen Prozess teilnehmen

Und dabei sind diese 15 Gesellschaften noch (bewusst) übertrieben, gehören doch die Metall Rente und Klinik Rente zur Swiss Life, die DBV zur AXA und die Delta Direkt zur LV1871. Genau genommen nehmen vom gesamten Markt also gerade einmal 11 Versicherungen teil. Das entspricht in etwa 20%!

Und was ist, wenn die bestmögliche Lösung für den Kunden von einem der anderen 80% angeboten wird?

Ich meine 3:0 für die Risikovoranfrage.

Weniger Aufwand – mehr Freizeit?

Frau Bornberg behauptet, dass die Gesundheitsprüfung mit einem Onlinetool wesentlich schneller gehen würde und der Kunde noch im Erstgespräch den Vertrag abschließen kann. Das ist toll – denkt man aus Sicht einer Versicherungsgesellschaft oder eines Vertriebs oder Ratinghauses, dem der Kunde – der Verbraucher – scheissegal ist.

In meiner täglichen Praxis bedarf es zur passenden Absicherung eines Kunden mindestens zwei Termine á 2 Stunden zzgl. Vorarbeiten durch den Interessenten sowie durch mich.

Im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung und Einkommensabsicherung geht es eben nicht um schnell sondern um möglichst das Beste für den Kunden. Sonst wäre ich nicht Versicherungsmakler sondern Schnellrestaurant geworden!

4:0 für die Risikovoranfrage

Wer prüft hier eigentlich?

Durch eine Software zur Risikoprüfung ist nun auf einmal nicht mehr der Risikoprüfer beim Versicherer für die Entscheidung verantwortlich, sondern derjenige, der die Daten in den Rechner eingibt. In hinterlegten Textbausteinen kann dann zwar eine Auswahl getroffen werden, längst sind aber nicht alle Ausprägungen einer Krankheit hinterlegt. Der Makler ist im Zweifelsfall derjenige, der hier die richtigen Begriffe errät, damit die Software diese verarbeiten kann. Damit ist der Makler dann nicht nur wegen der Produktauswahl in der Haftung, sondern auch wegen der Risikoprüfung.

Und 5:0 für die Risikovoranfrage

Schlusspfiff? … nein, noch nicht

 Eigentlich sollte mein Blog an dieser Stelle enden. Mit einem klaren 5:0 pro fachmännischer, händischer Risikovoranfrage.

Manchmal ist es aber ganz gut, wenn man nicht der erste ist, der einen Blog aus Reaktion auf einen Beitrag heraus bringt (wie auch bei der Risikoprüfung nicht der Schnellste der Beste ist).

Franke&Bornberg hatten am gestrigen Dienstag (18.07.2017) nämlich Stellung zu den oben genannten Blogs bezogen (http://www.franke-bornberg.de/blog/risikovoranfrage-wird-heftig-verteidigt/)

Gucken wir uns diesen doch einmal genau an. Mit welchen Argumenten soll der (recht hohe) Rückstand aufgeholt werden?

Erst einmal entschuldigt man sich fast für den Titel des Blogs, ob man dies auch getan hätte wenn nicht so viele Makler Stellung bezogen hätten?

Viele Wiederholungen

Nach ausführlichem Lesen des Beitrags fällt dem geübten Leser auf, dass sich die Argumente aus dem ersten Blog eigentlich nur wiederholen. Etwas freundlicher verpackt. So wie ein freundschaftlicher Schlag auf die Schulter. Aber wirklich Neues kommt nicht zum Vorschein. Schneller soll es gehen, einfacher soll es sein. Ja, das hatten wir aber schon.

Auf das Argument, dass lediglich zwei gute Hände voll Versicherer angefragt werden, wird hervorgehoben, dass die 13 (also entweder 15 bzw. genauer genommen 11 – aber niemals 13!?) ja alles sehr namenhafte Anbieter seine und der „normale“ Makler ja auch in der Regel nur bei 5 Gesellschaften anfragt.

Richtig. Das aber aus einem einfachen Grund. Namen sind kein Ausdruck von Qualität. In erster Linie geht es darum den passenden Anbieter für den Bedarf des Kunden zu wählen. Hier geht es um das Vertragswerk – die Versicherungsbedingungen. Da bis auf die Advigon und die Hanse Merkur kein weiteres Bedingungswerk mit einem anderen identisch ist, ist es unmöglich hier alle in einen Topf zu werden. Letztendlich bleiben hier nur 3-4 Gesellschaften maximal über, die für den Verbraucher nach seinem Bedarf in Fragekommen. Und genau mit denen muss man weiter arbeiten. Das aber nur nebenbei.

Auf die Argumente, dass der Abfragezeitraum in einer Software sehr nachteilig sein kann oder dass ein menschlicher Risikoprüfer Entscheidungen häufig eher zum Wohle des Kunden trifft, werden einfach übergangen.

Fazit

Einkommensabsicherung, insbesondere die Berufsunfähigkeitsversicherung, ist „Handwerksarbeit“. Gerade die Hersteller von Software wollen das dem Vermittler natürlich gerne anders verkaufen. Richtiges Arbeiten in diesem Bereich geht allerdings NUR über das eigenständige lesen von Versicherungsbedingungen, das ausführliche Sammeln von Kundeninformationen vor der Erstberatung und eben einer vernünftigen Risikovoranfrage im Dialog mit persönlichen Risikoprüfern.

Dazu braucht es natürlich auch einen Spezialisten und keinen, der von Auto- über Strom und Gas bis zur BU-Versicherung alles macht. Aber das sollte jedem klar sein, oder macht Ihr Orthopäde neuerdings auch Zahnreinigungen und Herz-OP und vermittelt ganz nebenbei einen schönen Urlaub zur Erholung?

 

Lesen Sie auch ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung totaler Quatsch ist

Am Dienstag vergangener Woche, dem 28.03.2017, wurde in Frankfurt a.M. eine Studie des Premium Circle Deutschland veröffentlicht, der das Leistungsverhalten der Berufsunfähigkeits-Versicherer in ein sehr schlechtes Licht rückte: die BU-Versicherung zahlt selten, so die Aussage.

Am gleichen und am Tag danach stand in vielen Zeitungen und Onlinemagazinen „die BU-Versicherung zahlt nicht / selten“ oder so ähnlich.

Was war das für eine Studie?

Im vergangenen Jahr wurden alle BU-Anbieter am Markt mit Fragebögen zum Leistungsverhalten angeschrieben. Gerade einmal ca. 25% der Marktteilnehmer beteiligten sich an der Auswertung. Eine, auf den ersten Blick erschreckende, hohe Zahl der Versicherer weigerte sich an der Studie teilzunehmen.

In den besagten Fragebögen ging es um Fragen zum Leistungsverhalten. Zum Beispiel wie viele Leistungsfälle anerkannt wurden, wie viele vor Gericht gingen, wie lange die Leistungen im Durchschnitt gezahlt wurden, usw.

Ausgewertet wurden dann die Werte aus dem Jahr 2014.

Zu welchem Ergebnis kommt die Studie?

Die (mir vorliegende) Studie kommt aus meiner Sicht zu dem Ergebnis, dass es Versicherer gibt, die im Jahr 2014 unter 50% aller Leistungsansprüche von Kunden abgelehnt haben.

Es gibt aber auch BU-Versicherungen, die gerade einmal knappe 15% aller beantragten Leistungen abgelehnt haben.

Im Durchschnitt aller Teilgenommenen Gesellschaften kommt die Ablehnungsquote auf knapp 28%.

Neben der Auswertung von Anerkennungen und Ablehnungen der BU-Rente gibt es 15 weitere Auswertungen, die ich mir im Sinne eines einigermaßen leserlichen Blogs an dieser Stelle in der Ausführung sparen möchte.

Was ist aus diesem Ergebnis abzuleiten?

Das die Versicherungen in der Regel schlecht zahlen oder dass die BU-Versicherung gar gescheitert ist kann ich beim besten Willen hieraus nicht erkennen.

Auch reicht mir dazu die Anzahl der Teilnehmer nicht aus, denn die Versicherer mit den größten BU-Beständen haben eben leider nicht teilnehmen wollen.

Bei dem Anbieter, der in dieser Frage am besten abgeschnitten hat, wurden im Jahr 2014 sogar über 85% der Leistungen anerkannt! Das ist ein guter Wert.

Was zu solchen Erhebungen allgemein zu sagen ist.

Zum einen spiegelt jede Auswertung über Leistungsverhalten, Leistungsquoten oder Prozessquoten immer nur die Vergangenheit wieder und gibt somit keine Gewähr für die Gegenwart und schon gar nicht für die Zukunft. Dies wäre aber bei einer Laufzeit von meistens weit über 20 Jahren die viel spannendere Frage.

Zum anderen zeigt diese Erhebung zwar, dass es große Unterschiede gibt, aber eben auch, dass es sehr gute Abschneider gibt.

Der Premium Circle kommt zu der Erkenntnis die Versicherungsbedingungen seien zu unbestimmt und unverbindlich.

„Die Bedingungen müssen unverbindlich sein, weil die Versicherung auch in der Zukunft Bestand haben muss“, so argumentieren einige Versicherungsgesellschaften.

Was stimmt denn nun?

Richtig ist, dass es zahlreiche Versicherungen gibt, die sehr wohl weit auslegbare Klauseln in Ihren Bedingungen stehen haben und somit Leistungen leichter ablehnen oder die Zahlung zumindest verzögern können. Einige wenige Anbieter haben aber ihre Bedingungen an diesen Stellen sehr sauber und konkret formuliert. Als Verbraucher sollte man sich einen Versicherungsmakler suchen, der auf diese Punkte achtet und gemeinsam den passenden Tarif ausfindig macht.

Andererseits ist die unverbindlichkeit in der Definition „wie werde ich berfsunfähig“ auch die große Stärke dieser Versicherungsform. Bei einem guten Bedingungswerk ist es nämlich egal, durch welche Krankheit oder Körperverletzung ich berufsunfähig werde. Auch wird hier meine zuletzt ausgeübte Tätigkeit genau so versichert, wie diese zum Zeitpunkt meiner Berufsunfähigkeit ausgestaltet ist.

Und nun?

Sicherlich gibt es den ein oder anderen Bereich, in dem auch die guten Versicherungen in ihrer Wortwahl noch ein bisschen feilen können. Im Großen und Ganzen gibt es aber heute schon ein paar sehr gute Tarife, die dem Verbraucher einen sicheren Versicherungsschutz bieten.

Heute und in Zukunft.

 

Können Sie auf eine Unfallversicherung verzichten? Das lesen Sie hier.

Das Analysehaus Franke & Bornberg (Rating-Agentur) hat im Auftrag des Handelsblatt (das soll schon was heißen) Berufsunfähigkeitsversicherungen untersucht und kam zu dem erstaunlichen Ergebnis 18 (!) BU-Versicherer sind „sehr gut“ und 10 weitere „gut“. Ein tolles Ergebnis – möchte man meinen.

Mit der Höchstnote wurden ausgezeichnet (Zitat):

„(nach Reihenfolge der Platzierung): die Swiss Life (Swiss Life SBU), Stuttgarter (BUV-Plus, Tarif 91), HDI (SBU Ego Top), Nürnberger (Selbstständige BU nach Tarif SBU2800C), Allianz (Plus E 356), Zurich Deutscher Herold (SBU), die Bayerische (SBU Protect Komfort), Gothaer (BU Premium), Nürnberger Beamten (BSBU2800C), Barmenia (Solo BU L3651), Bayern Versicherung (EinkommensSicherung), Condor (SBU Comfort), Alte Leipziger (SBU SecurAL Tarif BV 10), Dialog (SBU-professionell), InterRisk (SBU Tarif XL), LV1871 (Golden BU mit erweiterten Leistungen), Ergo (ERGO Berufsunfähigkeitsversicherung), Württembergische (SBU).“

Demnach sind also die Swiss Life und die Stuttgarter besser als der HDI? Dabei ist der HDI der Swiss Life in gleich 3 Leistungsrelevanten und wichtigen Bedingungspunkten wesentlich überlegen:

– Differenzierung zwischen Kräfteverfall und mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall

– die Swiss Life kann im Leistungsfall alle Maßnahmen fordern, die die versicherte Person über die 50% BU Grad heilen bzw. dazu geeignet sind (und gefahrenlos und ohne besonderen Schmerzen sind) wogegen der HDI lediglich ärzliche Verordnungen zur Bedingung macht

– die Swiss Life hat keinen Dauerhaften Verzicht auf die abstrakte Verweisung in den Bedingungen verankert. Etwa dann nicht, wenn die versicherte Person für ein paar Jahre aus dem Beruf ausscheidet.

Zumal die Swiss Life in einer Summenversicherung von Schadenminderungspflicht spricht – aber werden wir nicht zu fachlich an dieser Stelle.

Auch die Stuttgarter hat im Vergleich zum HDI immerhin zwei Leistungsrelevante Kriterien unsauber für den Kunden gelöst.

Die immer noch mit „sehr gut“ bewertetet Württembergische schlägt dem Fass aber dann den Boden aus: 6 (!) Leistungsrelevante Kriterien sind zu ungunsten der versicherten Person geregelt.

Aber es ist nicht das Handelsblatt bzw. Franke & Bornberg alleine, die scheinbar willkürliche Urteile in ihrem Rating fällen.

Heute lese ich vom Test des map-report (auch eine Rating-Agentur). Dieser kommt zu dem Ergebnis, dass die Europa vor der Allianz und der HUK-Coburg Testsieger geworden ist.

Wie kommt nun map-report in ihrem Rating zu so einem völlig anderen Ergebnis? Die Europa und die HUK-Coburg sind bei Franke & Bornberg nicht mit der höchsten Bewertung ausgezeichnet worden!?

Ganz einfach: man ändert einfach die Kriterien für seine Bewertung und bewertet nun Bilanzen, Service und Beispielrechnungen.

Wie bitte!?

Immerhin gibt map-report zu (Zitat): „Es bewertet den Gesamteindruck des Unternehmens aus heutiger Sicht. Deshalb wird es nie objektiv sein.“

Aha, man bewertet also irgendetwas, schreibt dazu, dass es eigentlich Blödsinn ist, aber der Verbraucher orientiert sich später daran.

Hier die Ergebnisse

Darf so etwas sein? Dürfen die Verbraucher von Ratings und Vermittlern, die sich nicht tagtäglich mit der Materie beschäftigen, weiter in die Irre geführt werden?

Zumal die Rating-Gesellschaften noch nicht einmal eine Haftung für den Fall übernehmen, dass ein Verbraucher mit einem schlechten Schutz ausgestattet ist.

Am 04.10.2016 veröffentlicht das Magazin Orange folgendes Video auf ihrer Homepage www.orange.handelsblatt.com. Der Versicherungsexperte des Handelsblatt behauptet darin, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur etwas für riskante Berufe ist.

 

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist nur etwas für risikoreiche Berufe?

Diese Aussage hat anfänglich auch einer meiner Kunden getroffen. Das ist jetzt rund 4 Jahre her. Er selbst ist „Schreibtischtäter“ und sagte dazu: „Herr Lehberg, selbst wenn ich irgendwann einmal im Rollstuhl sitzen sollte, kann ich immer noch an meinen Schreibtisch rollen und weiterarbeiten.“

Zum damaligen Zeitpunkt wusste er auch noch nicht, dass er ca. 2 Jahre später eine Diagnose bekam, die ihn vollkommen aus der Bahn wirft.

In seinem Fall kann er von Glück reden, damals auf mich gehört zu haben und trotz seiner Einstellung zu dem gefühlten Risiko von 0 eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen zu haben.

Leider ist dies kein Einzelfall, denn ähnliche Fälle kann ich Ihnen einige nennen. Alles Menschen, die Ihren Arbeitsalltag im Büro verbringen.

Warum sollte es auch anders sein?

Klar ist, dass ein Garten- und Landschaftsgärtner schneller berufsunfähig werden kann als ein Industriekaufmann, denn beim Garten- und Landschaftsgärtner kann schon ein stark verdrehtes Knie zu einer Berufsunfähigkeit führen, wogegen der Industriemechaniker damit noch gut arbeiten kann. Dieses höhere Risiko ist aber auch schon in den Beiträgen für eine BU – Versicherung eingepreist. Ergo zahlt der Industriemechaniker diesen Beitragsaufschlag nicht.

Was ist aber mit Herz- Kreislauf- Erkrankungen, Krebs- und Tumorerkrankungen, psychischen Krankheiten oder einem Bandscheibenvorfall? Diese und weitere Krankheiten nehmen keine Rücksicht auf eine berufliche Stellung oder die Tätigkeit.

Welche Auswirkung hat der Beitrag vom Handelsblatt?

Der Beitrag suggeriert dem Zuschauer, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung unsinnig ist. Zumindest für „ungefährliche“ Berufe. Weiter kann dies dazu führen, dass sich diejenigen, die noch keine BU – Versicherung haben, keine abschließen und die, die schon eine haben, diese kündigen oder zumindest darüber nachdenken.

Und was dann?

Kommen wir auf meinen Kunden zurück, von dem ich eingangs berichtet habe. Dieser hat eine Familie mit Frau und 2 kleinen Kindern. Er hat sich vor wenigen Jahren den Traum vom Eigenheim erfüllt und finanziert dies nun. Hätte er auf den „Experten“ vom Handelsblatt gehört, müsste er heute allein von seiner Erwerbsminderungsrente leben, in seinem Fall rund 600,- Euro. Was wird er sich davon leisten können? Wahrscheinlich würde das Haus zuerst dran glauben müssen. Das Haus, wo er und seine Familie zu Hause sind. Um die Haushaltskasse aufzubessern könnte seine Frau arbeiten gehen. Wer passt aber dann auf die Kinder auf (die jüngste Tochter ist 2 Jahre alt)? Das wird mit seiner Krankheit nicht gehen.

Es drohen der soziale Abstieg und ein Leben von Sozialhilfe. Übrigens wissen wir auch wer diese Sozialhilfe finanziert: Sie und ich.

Dieses Szenario hätte also für ihn und seine Familie noch schlimmer laufen können, als es mit der Erkrankung eh schon ist und für Sie und mich (und alle Steuerzahler) hätte es auch noch teuer werden können.

Der Grund, warum es ihm heute zumindest finanziell gut geht und er seiner Familie die finanzielle Sicherheit bieten kann: Er hat NICHT auf einen „Experten“ gehört, der behauptet nur in risikoreichen Berufen könne etwas passieren.

Keine Ahnung und keine Haftung!

Nun kann man dem jungen Mann vom Handelsblatt unterstellen, dass er eigentlich gar nicht weiß wovon er redet. Genauso, als wenn ein Bekannter Ihnen beim Bier die neuesten Stammtischparolen erzählt.

Der Unterschied ist der, dass Ihr Bekannter beim Bier eher nicht den Status genießt, wie der Mensch vom Handelsblatt und dies zu einer anderen Glaubwürdigkeit führt.

Und obwohl Ihnen der „Experte“ im Video suggeriert, Ahnung zu haben und zu wissen, wovon er redet, haftet dieser genau so, wie Ihr Bekannter beim Bier – nämlich gar nicht.

Den Schaden tragen Sie hinterher ganz alleine.

Nehmen Sie sich einen Versicherungsmakler,denn dann haftet bei Beratungsfehlern wenigesten seine Vermögensschadehaftpflichtversicherung.