Immer wieder tauchen skuriele Meinungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung auf. Insbesondere einer wollte hier übertreiben und scheitert auf ganzer Linie.

BU Rente beantragen: 5 wichtige Tipps

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schließen Sie einzig aus einem Grund ab: Wenn der Fall der Fälle eintritt, möchten Sie schnelle Hilfe haben. Wenn Sie also Ihre BU Rente beantragen wollen, sollten Sie diese 5 Tipps beachten.

BU Rente beantragen

1. Sind Sie vielleicht gar nicht berufsunfähig?

Das hört sich doch merkwürdig an, oder? Ich musste drei Mal überlegen, ob ich diesen Tipp mit aufnehme. Dann habe ich mich entschieden für das Modell „Praxis schlägt Theorie“. Denn anders als ich es vorher immer vermutet habe, ist den meisten Eigentümern einer Berufsunfähigkeitsversicherung gar nicht mehr klar, wann sie NICHT berufsunfähig sind.

Aus der Praxis einmal ein paar Fragen dazu:

„Ich bin schwanger und darf zum Wohle des Kindes nicht mehr arbeiten. Bin ich jetzt berufsunfähig?“

„Mein Arbeitgeber hat mich gekündigt und ich suche gerade einen neuen Job. Kann ich dafür Geld aus meiner Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen?“

„Ich kann wegen einer Allergie auf diverse Stoffe nicht mehr als Verfahrensmechaniker arbeiten. Hilft hier meine Berufsunfähigkeitsversicherung?“

Hätten Sie gedacht, dass die dritte Frage wohl sehr wahrscheinlich tatsächlich eine Berufsunfähigkeit auslöst? Die anderen beiden Fälle jedoch ganz sicher nicht.

Also, die goldene Regel Nummer 1: macht es überhaupt Sinn die BU Rente zu beantragen?

2. Was haben Sie?

Wenn Sie also bei Frage 1 zu dem Entschluss kommen, dass Sie höchstwahrscheinlich in Ihrer letzten Tätigkeit berufsunfähig sind, dann stellt sich die Frage, über welchen Zeitraum sie dies wohl sein werden.

Wenn ich wegen einer starken Magen-Darm-Grippe keinen Schritt zur Arbeit machen kann, weil diese nicht in unmittelbarer Nähe zum nächsten WC liegt, dann bin ich berufsunfähig. Da dieser Zustand aber aller Wahrscheinlichkeit nach 3-5 Tagen abgeklungen ist, habe ich noch keinen Anspruch auf meine Leistung.

In einem Großteil der BU-Tarife muss dieser Zustand über mindestens 6 Monate andauern. Ab diesem Zeitpunkt besteht mein Anspruch. Einige Versicherungen leisten dann auch rückwirkend für diesen Zeitraum und auch dann schon zu sofort, wenn mit nahezu einhundertprozentiger Wahrscheinlichkeit schon heute abzusehen ist, dass ich für mindestens 6 Monate in der Zukunft nicht arbeiten kann. Aber Achtung, hier gibt es auch Versicherungen mit unschönen Überraschungen.

3. Suchen Sie professionelle Hilfe

Wenn Sie bei den ersten beiden Punkten schon wissen „jau, das wird wohl leider so sein“, dann sollten Sie sich jetzt Hilfe holen. Also neben der Hilfe von einem Arzt, damit Sie wieder gesund werden, auch die Hilfe von einem Leistungsfallbegleiter. Hierbei sollte es sich um Versicherungsberater handeln, die sich auf eines spezialisiert haben: die BU Rente beantragen.

Natürlich arbeiten diese nicht kostenlos, aber eben auch nicht für umsonst. Sie haben deutlich weniger Arbeit und die größte Chance auf Ihre Leistung.

Denn, was wir heute sorgsam sähen, sollte auch sorgsam geerntet werden.

Sie kennen gerade keinen, der das macht? Dann fragen Sie mich, ich gebe Ihnen da die besten an die Hand.

4. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Im Prozess zur Beantragung der BU-Rente kommen Sie nicht drum herum, dass sich auch Ihr behandelnder Arzt äußern muss. Immerhin muss er die Situation aus medizinischer Sicht einschätzen. Dumm nur, wenn Ihr eigener Arzt der Meinung ist, Sie sind gar nicht berufsunfähig. Noch dümmer ist an dieser Stelle aber noch, wenn er dies Ihrer Versicherung auch so mitteilt.

Prüfen Sie daher alle Unterlagen (oder lassen diese durch einen Leistungsfallbegleiter prüfen), bevor diese an die jeweilige Versicherungsgesellschaft gehen. So haben Sie die Möglichkeit aktiv einzuwirken und Dinge richtig zu stellen.

Damit Sie aber hier nicht Gefahr laufen etwas zu verpassen, passen wir bei der Antragsstellung schon auf, dass hier alle Kreuzchen an der richtigen Stelle sind.

 5. nutzen Sie Ihre Versicherung auch

Wie kann man nur bei 5 Tipps zwei Mal so eine dämliche Überschrift wählen? Wenn Sie sich das jetzt nicht gerade fragen, dann tu ich es.

Leider weiß ich aus der Praxis, dass nicht jeder, der berufsunfähig ist, auch seine Leistung beantragt. Vor den Augen vieler Betroffener baut sich die Vorstellung auf jetzt eine ganze Menge Papierkram vor sich zu haben.

Sie müssen verstehen, diese Leute denken nicht durch die Brille eines gesunden, sondern aus der eines kranken Menschen. Und da ist eben auch mit dem Wohlbefinden nicht alles so gut. Verständlich!

Dennoch: wenn ich mit Betroffenen spreche, dann ist es meistens auch die Sorge um die finanzielle Zukunft. Um das „was kommt da auf mich / auf uns zu?“ Es ist die Angst um die eigene Existenz. Und genau deswegen haben Sie dieser Versicherung. Darum gilt es jetzt besonders, sich professionelle Hilfe zu holen, die finanzielle Situation gesichert zu wissen und sich dann auf eins konzentrieren zu können. Auf das Gesund werden.

 

 

 

Lohnt sich eine Leistungsdynamik in der BU-Versicherung?

„Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung musst du zwingend auf eine Leistungsdynamik achten“ ist eine häufig verwendete Empfehlung. Ob das auch so stimmt?

Leistungsdynamik

Oft empfohlen, selten hinterfragt

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kennt zwei Arten von Dynamik: die Beitragsdynamik und die Leistungsdynamik. Was der Unterschied ist, lesen Sie in diesem Beitrag. In dem aktuellen Artikel möchte ich mich mit den Vor- und Nachteilen der sogenannten (garantierten) Leistungsdynamik befassen, die von Verbraucherschützern und vielen Maklern gleichermaßen empfohlen wird.

Diese Art der Dynamik kommt dann zum Tragen, wenn Sie schon berufsunfähig sind und Ihre Rente erhalten. Jedes Jahr wird die Leistung damit um einen fest vereinbarten Prozentsatz garantiert erhöht. Damit soll die Inflation, also der Wertverlust des Geldes, ausgeglichen werden. Besonders bei länger andauernden Krankheiten und Unfallfolgen hört sich das schon einmal sehr sinnvoll an. Wahrscheinlich wird diese Klausel auch deswegen gerne von Verbraucherschützern und vielen Versicherungsmaklern als obligatorisch angesehen. Was ich an dieser Stelle jedoch nicht verschweigen möchte ist, dass Sie natürlich für diese Option auch einen (nicht unerheblichen) Mehrbeitrag zahlen müssen. Auch deswegen sollte man sich doch einmal genauer mit der Leistungsdynamik auseinandersetzten und die Sinnhaftigkeit überprüfen. Das tun wir jetzt auch.

Was kostet eine Leistungsdynamik?

Für eine Musterberechnung habe ich ein Angebot bei der Alten Leipziger gerechnet. Diese Versicherungsgesellschaft habe ich deswegen ausgewählt, weil die Qualität der Klausel besser ist ist am Gesamtmarkt. Im Fall einer temporären Berufsunfähigkeit (Sie werden also wieder Arbeitsfähig), fällt die Leistungshöhe hierbei nämlich nicht wieder auf den Ausgangswert zurück, sondern bleibt beim erhöhten Betrag für den Fall einer erneuten BU-Leistung.

Berechnung ohne LeistungsdynamikIn meiner Berechnung gebe ich vor Kaufmännischer Angestellter mit kfm. Ausbildung zu sein und mehr als 75% Anteil an Bürotätigkeit zu haben. Ohne Leistungsdynamik zahle ich dann für 1.000,- Euro Rente und einer Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr einen Beitrag in Höhe von 50,15 Euro im Monat (Tarifbeitrag 64,30 Euro).

Nun rechne ich das gleiche Beispiel einmal mit einer garantierten Erhöhung im Leistungsfall von 2% (da dies der durchschnittlichen Inflation sehr nahe kommt). Damit springt der zu zahlende Beitrag schon auf 56,70 Euro und der garantierte Tarifbeitrag auf 72,70 Euro. Für diesen Mehrbeitrag von über 10% erhalte ich also im Leistungsfall ab dem zweiten Jahr 2% mehr Rente.

Und was bringt sie?

Jetzt drehe ich den Spieß doch einmal um und berechne, wie viel Rente ich von vorneherein versichern kann, wenn ich von Beginn an den erhöhten Beitrag bezahle. Und anstelle meiner 1.000,- Euro bekomme ich dann 1.137,10 Euro versichert. Ab dem ersten Monat im Falle einer Berufsunfähigkeit. Und wenn ich jetzt ein bisschen rechne, komme ich zu dem (überraschenden) Ergebnis, dass ich erst ab dem 7. Jahr Leistung mit der Leistungsdynamik von 2% über die 1.137,10 Euro springe. In Summe habe ich zu diesem Zeitpunkt aber immer noch weniger Rente erhalten. Erst nach insgesamt 14 Jahren erhalte ich insgesamt bei beiden Varianten das Gleiche. Ab dem 15. Jahr Berufsunfähigkeit fahre ich mit dem Modell mit Leistungsdynamik besser.

Mit anderen Worten: In den allermeisten BU-Fällen bringt diese Option überhaupt keinen Vorteil, denn die durchschnittliche Leistungsdauer einer Berufsunfähigkeit beträgt (je nach Quelle) zwischen 5-7 Jahren.

Welche Alternative gibt es?

Eine BU-Versicherung läuft nicht selten über einen Zeitraum von 30-40 Jahren. Insbesondere, wenn Sie der Empfehlung folgen und sich bzw. Ihre Kinder schon als Schüler versichern (warum das meine Empfehlung ist?). Sollte also kurz nach Abschluss der Versicherung auch ein dauerhafter Leistungsfall eintreten, sind 15 Jahre schnell erreicht. In diesem Fall ist die Leistungsdynamik natürlich Gold wert. Doch, wie realistisch ist tatsächlich dieses Szenario? Möglich ist es aber definitiv!

Eine mögliche Lösung kann es daher sein, wie eben schon beschrieben, von Beginn an auf eine Höhere Rente zu setzen. Als nächsten Schritt überlegen Sie zudem Ihre Altersvorsorge durch eine Beitragsbefreiung im Falle einer BU abzusichern. Damit müssen Sie im Fall eines längeren Ausfalls Ihre Beiträge zur Altersvorsorge nicht mehr aus eigener Tasche zahlen. Dieses Geld haben Sie also zusätzlich für den täglichen Bedarf.

Ergänzend sollten Sie auch überlegen eine Unfallversicherung sowie eine Schwere-Krankheiten-Versicherung abzuschließen um insbesondere mit einer Einmalleistung notwendige Umbauten oder Anschaffungen sowie medizinische Behandlungen zu finanzieren. Damit lässt sich aber auch ein eventuelles Darlehen für Immobilien tilgen und somit wieder Kostenreduzierung zu schaffen.

Absicherung ist keine Einbahnstraße

Entscheidend ist jedenfalls immer, dass Ihre Absicherung auch individuell auf Sie zugeschnitten ist. Wenn Sie es selbst für sehr wahrscheinlich halten im Falle einer Berufsunfähigkeit über 15 Jahre auszuscheiden, ist eine Leistungsdynamik sinnvoll. Sind Sie der Meinung, Sie hätten gerne von Beginn an eine höhere Leistung und / oder Sie möchten Ihre Absicherung sinnvoll durch eine Unfall- und Schwere-Krankheiten-Versicherung ergänzen, ist es auch überhaupt nicht falsch eine solche Dynamik außen vor zu lassen.

Ganz egal, von wem Sie sich beraten lassen, es gibt einzig und allein eine einzige Person, die diese Wahl für Sie treffen kann – das sind SIE.

Darum ist das A und O ganz klar: Sie brauchen einen Berater, der Sie aufklärt und fragt anstatt solche wichtigen Entscheidungen über Ihren Kopf hinweg zu treffen.

WWK Beitragserhöhung Berufsunfähigkeitsversicherung – Was Sie jetzt tun müssen

Wenn Sie Ihre BU-Versicherung bei der WWK Lebensversicherung a.G. haben, hatten Sie sicherlich schon ein unerfreuliches Schreiben in Ihrem Briefkasten. Die Beiträge erhöhen sich ab dem 01.01.2018 deutlich. Was jetzt zu tun ist lesen Sie in meinem heutigen Beitrag.

Beitragserhöhung Berufsunfähigkeitsversicherung

(Keine) Schöne Bescherung

Einige WWK Kunden werden sich beim Öffnen des Schreibens der letzten Tagen erschrocken haben. Bis zu 35% ist der zu zahlende Beitrag für ihre Berufsunfähigkeitsversicherung gestiegen. Das ist mal eine Ansage. Aber einige von ihnen werden ein Déjà-vu haben, sie erhalten dieses Schreiben schon zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren.

Aber nicht nur die Kunden der WWK Lebensversicherung hat es getroffen. Vor ein paar Jahren gab es zum Beispiel auch ordentliche Beitragserhöhungen bei der Hanse Merkur Berufsunfähigkeitsversicherung und zu vor auch schon einmal bei einigen anderen.

Beitragserhöhung Berufsunfähigkeitsversicherung – wie kann so etwas passieren?

Bei der Kalkulation einer BU-Versicherung wird eine Vielzahl von Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Unter anderem das Eintrittsalter, die Laufzeit, die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden oder auch der bei Abschluss gültige Höchstrechnungszins (oft als Garantiezins bezeichnet). Aus diesen und weiterer Grundlagen ergibt sich dann der Tarifbeitrag, der umgangssprachlich auch Bruttobeitrag genannt wird.

In dieser Kalkulation sind aber auch Sicherheitspuffer und Risikogewinne einkalkuliert. Diese Gewinne entstehen dadurch, dass glücklicher Weise nicht jeder Versicherte auch seine Leistung benötigt. Ein Großteil dieser Überschüsse steht Ihnen als Kunde zu.

Was damit geschehen soll können Sie ebenfalls in vielen Fällen selbst entscheiden. Zum Beispiel lässt sich dieses Geld in einen Investmentfonds oder die klassische Anlage der Versicherungsgesellschaft investieren. Am Ende der Laufzeit kann das Guthaben dann steuerfrei ausgezahlt werden.

Die von mir in der Regel empfohlene Variante ist jedoch die direkte Verrechnung mit den Beiträgen. Der Tarifbeitrag wird dann direkt um die Überschüsse reduziert und Sie zahlen einen geringeren Beitrag – den sogenannten Nettobeitrag.

Entgegen dem über die Laufzeit garantierten Bruttobeitrag hängt der zu zahlende Nettobeitrag sehr stark von den tatsächlichen Risikogewinnen ab. Und wenn ein Aktuar bei der Kalkulation ein bisschen zu optimistisch gerechnet hat und die Überschüsse sinken, dann steigt eben der Zahlbeitrag. Es mag aber auch Versicherungen geben, die sich bewusst „verkalkuliert“ haben. So lassen sich falsch beratene Kunden schnell auf so einen Vertrag ein. Nach wenigen Jahren kommt dann das böse Erwachen eines wesentlich höheren Beitrags.

Augen offen halten

Wenn Sie sich von vorne herein möglichst vor Beitragserhöhungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung schützen wollen, prüfen Sie die Differenz zwischen Tarif- und Zahlbeitrag. Je höher diese ist, je wahrscheinlicher sind Anpassungen. Auch sollten Sie generell den Bruttobeitrag im Blick haben. Es kann sich lohnen heute Netto ein paar Euro mehr zu zahlen als bei einem vermeintlich günstigeren Anbieter, wenn der Tarifbeitrag günstiger ist.

Andererseits muss ich an dieser Stelle aber auch klarstellen, dass vor dem Beitragsvergleich immer die passenden Versicherungsbedingungen gefunden werden sollten. Es bringt ja herzlich wenig, wenn Sie zwar nur einen geringen und dauerhaft stabilen Betrag im Monat zahlen müssen, wenn es drauf ankommt aber große Probleme haben Ihre Rente zu erhalten.

Worauf Sie sonst noch bei der Auswahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten sollten.

Was tun nach einer Erhöhung?

Sie haben schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung und sind nun auch von einer Beitragserhöhung betroffen? Dann sollten Sie eine wichtige Regel beherzigen: auf keinen Fall sofort kündigen!

Vielmehr sollten Sie sich fachmännisch beraten lassen um folgende Punkte zu klären:

  • Wie lange läuft Ihr Vertrag schon? Sind Sie gegebenenfalls schon aus der 10-Jahresfrist zur Prüfung der Vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung heraus? Bei einem Wechsel beginnt diese selbstverständlich wieder von vorne.
  • Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich zahlreiche Rechnungsgrundlagen verändert haben wie zum Beispiel Ihr Eintrittsalter, der Garantiezins aber auch die Kalkulation der unterschiedlichen Berufsgruppen. Dies kann einen Neuvertrag teurer, aber auch günstiger machen.
  • Wie sind die Versicherungsbedingungen Ihrer aktuellen Versicherung? Gibt es in Ihrem Vertragswerk vielleicht Klauseln, die Sie heute gar nicht mehr bekommen? Oder sind Ihre Bedingungen längst überholt und ein Wechsel wäre auch aus Leistungssicht angeraten?
  • Steht es um Ihren Gesundheitszustand nach wie vor gut? Haben sich seit Abschluss der bestehenden BU gesundheitliche Verschlechterungen ergeben, die zu einer Ablehnung oder zu Klauseln oder Risikozuschlägen führen können?
  • Ist der Tarifbeitrag im aktuellen Vertrag zum nun gestiegenen Beitrag immer noch ein gutes Stück entfernt? In solchen Fällen ist auch zu bedenken wie wahrscheinlich dann eine erneute Erhöhung in den nächsten Jahren ist.

Nur wenn die oben genannten Fragen abschließend geklärt sind und Sie sich einen vollständigen Marktüberblick zu Leistungen und Beträgen verschafft haben, lässt sich eine Entscheidung treffen.

Ein Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung ist, anders als immer wieder mal behauptet, kein „no-go“. Wenn alle Spielregeln eingehalten werden kann sich dieser sogar als sehr positiv für Sie zeigen.

Das gilt es aber unbedingt zu prüfen, denn  in vielen Fällen kann es auch sehr sinnvoll sein die bestehende Versicherung trotz höherem Beitrag zu behalten.

Mehr zum Thema

Auch andere Makler haben sich mittlerweile zum Thema „Beitragserhöhung Berufsunfähigkeitsversicherung“ geäußert. So zum Beispiel Tobias Bierl in seinem Artikel Schöne Bescherung – die WWK erhöht massiv den Nettobeitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung & Risikolebensversicherung

Welche Gestaltung ist für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Welche Höhe sollte eine BU-Rente haben? Was für eine Laufzeit der Vertrag? Welche Optionen passen zu Ihnen? In wenigen Minuten erfahren Sie, wie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll gestaltet wird.

Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll

 

Die Ausgangssituation ist irgendwie immer die Gleiche

Wenn Sie sich schon einmal mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigt haben, kennen Sie die vielen Fragen, die Ihnen sicherlich durch den Kopf gegangen sind. Wie hoch sollte Ihre Absicherung sein? Wie lange soll der Vertrag laufen? Ist es ratsam Versicherungs- und Leistungsdauer unterschiedlich zu halten? Welche der mittlerweile zahlreichen Optionen sollten Sie dazu wählen? Manche Anbieter, wie zuletzt die Hannoversche Lebensversicherung in ihrer Online BU (hier geht es zum Testbericht), machen es sich einfach und schlagen einfach 1.000,- Euro und eine Laufzeit bis zum 65. Lebensjahr vor.

Was müssen Sie also beachten, damit eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll Ihre Existenz schützt?

Bedarf und Bedürfnis

„Wie viel Geld brauchen Sie, wenn Sie ab morgen kein Einkommen mehr erhalten?“ Diese Frage stelle ich stets vor jeder Beratung. Woran denken Sie konkret? Von welcher Ausgangssituation kommen Sie? Waren Sie bis letzte Woche vielleicht noch Azubi oder gar Student, dann sind Sie es gewohnt mit wenig Geld auszukommen. Entsprechend gering ist Ihr Bedürfnis nach der Absicherungshöhe.

Leider ist es aber doch  nicht ganz so einfach den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Zum einen, weil Ihre Ausgaben recht proportional mit Ihrem Einkommen steigen. Zum anderen aber auch, weil die Berufsunfähigkeitsabsicherung nicht mit dem 67. Lebensjahr endet, sondern mit dem Ableben. Was bringt es Ihnen, wenn Sie bis zum Renteneintritt Ihren Lebensstandard halten können, danach aber in ein tiefes Finanzloch fallen? Richtig, gar nichts!

Zu Ihrem Bedarf gehört also auch, dass wir Ihre Altersvorsorge in vollem Umfang berücksichtigen. Zum einen müssen Sie trotz Berufsunfähigkeit jederzeit in der Lage sein Ihre private Altersvorsorge ohne Einschränkungen weiter finanzieren zu können. Wenn Sie aktuell schon eine private Altersvorsorge aufbauen und vielleicht 250,- Euro jeden Monat hierfür an die Seite legen, planen Sie dies gedanklich eventuell schon in Ihr Bedürfnis mit ein.

Meistens wird an dieser Stelle aber der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung vollkommen außer Acht gelassen. Nehmen wir einmal an, Sie verdienen im Jahr 30.000,- Euro brutto. Dann landen jeden Monat ganze 467,50 Euro in Ihrer gesetzlichen Rente – 18,7% im Jahr 2017 aufgeteilt auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wenn Sie Berufsunfähig sind zahlt schließlich niemand mehr diese Beiträge.

Für alle, die diese Berechnung nicht ganz greifen können: je 10 Jahre, die Sie aufgrund einer Berufsunfähigkeit nicht arbeiten können, müssen Sie später einmal auf rund 25% Altersrente im Monat verzichten.

Falsche Annahmen in der Laufzeit

Neulich habe ich von einer Idee gelesen: Da der Beitrag für eine BU-Versicherung mit Erhöhung der Laufzeit auch deutlich steigt, könnte man doch einfach eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll bis zum 60. Lebensjahr abschließen und gleichzeitig die daraus resultierende Beitragsersparnis in eine Rentenversicherung zahlen. Tritt durch Krankheit oder Unfall eine BU ein, zahlt die Versicherung bis zum Alter von 60 eine entsprechende Rente und die Beiträge für die Rentenversicherung, nach dem diese dann ausläuft steht das Kapital aus der Rentenversicherung zur Verfügung.

Verkäuferisch ist das eine tolle Lösung. Wenn Sie gesund bleiben, verfügen Sie über einige Ersparnisse und wenn Sie doch krank werden, können Sie davon die letzten Jahre leben.

Leider geht die Rechnung nicht wirklich auf, denn selbst bei einer Ersparnis in Höhe von 50,- Euro im Monat bei einem Abschluss bis zum 60. Lebensjahr im Vergleich zu einer Laufzeit bis zum Alter von 67 Jahren und einer Gesamtlaufzeit des Vertrags von 30 Jahren (bis Sie 60 sind), hätten Sie 18.000, -Euro angesammelt. Ok, im Rahmen einer Fondsgebundenen Rentenversicherung mit einer Rendite von 5% nach Kosten, haben Sie immerhin knapp 41.000,- Euro. Steuern müssten Sie dann auch noch zahlen, aber diese lassen wir jetzt einfach mal weg. Was sich hier nach einer Menge Geld anhört, muss aber für mindestens 7 Jahre reichen. Und bei einer Rendite von 3,5% können Sie über diesen Zeitraum immerhin gute 550,- Euro.

Ob das nun reicht um Ihren Lebensstandard in 30 Jahren zu halten? Beurteilen Sie am besten selbst.

Wem diese grobe Berechnung nicht reicht, der findet eine detaillierte Darstellung im Blog „Wie du das richtige Endalter beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wählst“ vom geschätzten Maklerkollegen Torsten Breitag.

Garantierte Rentenerhöhung im Leistungsfall

Was passiert eigentlich, wenn Sie über einen längeren Zeitraum berufsunfähig sind, mit dem Wert Ihrer abgeschlossenen BU-Versicherung? Richtig, er fällt Jahr für Jahr ab. Je nach Höhe der Inflation kann es so über ein paar Jahre passieren, dass sie sich sogar halbiert.

Da hört es sich schlau an, für den Fall der Fälle eine garantierte, jährliche Erhöhung Ihres Vertrags im Leistungsbezug einzukaufen. Von vielen Maklerkollegen wird diese Möglichkeit sogar als obligatorisch angesehen und Tarife, die eine solche Möglichkeit nicht vorsehen werden in der Beratung gar nicht berücksichtigt.

Ich vertrete hier eine etwas andere Auffassung. Geschuldet ist dies der Tatsache, dass die allermeisten Berufsunfähigkeiten eben nicht dauerhaft, sondern temporär sind und nach 5,6 oder 7 Jahren wieder auslaufen. Mit ganz wenigen Ausnahmen wird für den nächsten Leistungsfall die Rentenhöhe wieder auf Anfang zurückgesetzt. Der Vorteil wäre dann kassiert.

Der nächste Grund ist, dass diese Rentensteigerung verdammt teuer erkauft werden muss. Schon bei einem Prozent jährliche Steigerung reden wir über einen Mehrbeitrag von rund 5%. Meinen Kunden empfehle ich an dieser Stelle den Mehrbeitrag lieber in eine höhere Rente zu investieren. Davon profitieren Sie nämlich vom ersten Monat.

Rechnen wir doch mal

Vergleicht man nun Kunde A mit einer garantierten Rentensteigerung und Kunde B, der den höheren Beitrag lieber in eine höhere Startrente investiert, überschneiden sich die Rentenhöhen erst nach rund 6-8 Jahren (je nach Anbieter). Das heißt aber ja noch nicht, dass Kunde A nach 8 Jahren auch in Summe mehr Geld ausgezahlt bekommen hat.

Und ja, nach vielen Jahren ergibt sich definitiv ein Vorteil aus einer garantierten Rentensteigerung. Wenn es sich ein Kunde leisten kann 100% des Nettoeinkommens bis zum 67. Lebensjahr abzusichern und dann neben z.B. einer Unfallversicherung und einer Schweren-Krankheiten-Versicherung (Dread Disease) oder gegebenenfalls auch einer ergänzenden Grundfähigkeitsversicherung noch Geld übrig hat, der soll auf jeden Fall eine garantierte Rentensteigerung einschließen.

Wir dürfen an dieser Stelle aber auch nicht vergessen, dass Sie auch während dem Erhalt Ihrer Rente nach wie vor an den Gewinnen „Ihrer“ Versicherungsgesellschaft bzw. Ihres Tarifes beteilig werden müssen. Dieser Gewinn wird ohnehin jedes Jahr dazu verwendet die Höhe der BU-Rente anzuheben. Natürlich kann es durchaus passieren, dass die Gewinne auf null zurück fallen, in diesem Fall sollten Sie aber auch als Beitragszahler immer lediglich den Tarifbeitrag im Blick haben. Denn auch dieser würde analog steigen.

Welche Optionen sind in einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Anstatt sich auf inhaltliche Verbesserungen zu konzentrieren, die leider eher schwerfällig am Markt wahrgenommen werden, verstehen es einige Versicherungen zusätzliche Optionen also Verbesserungen zu verkaufen. Gegen Mehrbeitrag versteht sich. Aber lohnen sich diese Add on’s?

Volle Leistung schon bei Krankschreibung

Die AU-Klausel (Arbeitsunfähigkeitsklausel) ist vor vielen Jahren von der Condor Lebensversicherung eingeführt worden. Hier allerdings als fester Bestandteil im Vertrag. Damals noch belächelt und nicht selten verpönt, gibt es heutzutage kaum noch einen Anbieter, der diese Klausel nicht anbietet.

Wer so eine Vereinbarung in seinem Vertrag hat, bekommt auch dann schon die volle Leistung, wenn er über einen Zeitraum von 6 Monaten eine durchgängige Arbeitsunfähigkeit nachweisen kann. Es muss also nicht zwingend eine Berufsunfähigkeit per Definition vorliegen. Das hört sich gut an. Allerdings wird diese Leistung in einem neuen Vertrag für maximal 36 Monate gezahlt. Bei den meisten Versicherungen sogar nur halb so lange.

Verdopplung und lebenslange Rente im Pflegefall

Eine weitere Option ist die Pflegeklausel. Hierbei erhalten Sie im Pflegefall eine Verdopplung Ihrer Rente bis zum Ablauf der Versicherung. Danach wird die Leistung dann in einfacher Höhe weiter gezahlt. Natürlich inklusive Rentenerhöhungen aufgrund einer Leistungsdynamik oder auch der Gewinnanteilen.

Gehören Sie zu denjenigen, die bis zum 67. Lebensjahr noch nicht pflegebedürftig sind, haben Sie die Möglichkeit eine Pflegerentenversicherung ohne Gesundheitsfragen abzuschließen. Allerdings zu den dann gültigen Rechnungsgrundlagen und das wird die Sache sehr stark verteuern.

Verzicht auf Beitragserhöhungen

Auf dem deutschen Versicherungsmarkt werden Sie zu 99% auf Berufsunfähigkeitsversicherungen stoßen, die zwei Beiträge nennen: den Zahlbeitrag und den Tarifbeitrag. Wogegen der erstgenannte Betrag stark von den Risikogewinnen einer Versicherung abhängt und sich somit auch erhöhen kann, ist der Tarifbeitrag erst einmal garantiert.

Es gibt da allerdings den §163 im Versicherungsvertragsgesetz. Dieser besagt, dass der eigentlich garantierte Beitrag doch erhöht werden kann. Hierfür gibt es allerdings klare Regeln und der Paragraph darf nur dann angewendet werden, wenn das Versicherungskollektiv zu kollabieren droht.

Wer sich dennoch vor dieser Möglichkeit schützen möchte sucht entweder eine BU-Versicherung, die generell auf die Anwendung dieser Erhöhung verzichtet oder Sie buchen Sich den Verzicht auf den §163 gegen Mehrbeitrag hinzu.

Welche dieser Optionen in Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Es kommt hier natürlich auf Ihre speziellen Wünsche an. Grundsätzlich gilt für mich aber die Formel: erst müssen die Bedingungen im Kern passen, dann Laufzeit und Rente und danach können wir über die Optionen reden.

Ist das wirklich so kompliziert?

Ja ist es wirklich. Denn eine Berufsunfähigkeitsversicherung erfüllt ihren Zweck nur dann, wenn sie richtig ausgestaltet wurde. Solange Sie keine Hilfe brauchen, merken Sie es auch gar nicht, wenn hier Fehler gemacht wurden. Ein bisschen ist es wie mit dem Airbag im Auto: ob wirklich einer da ist wo er hingehört, erfahren Sie erst dann, wenn Sie ihn brauchen.

 

 

 

 

 

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Wann brauche ich eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Wenn Sie verbeamtet sind, brauchen Sie eine spezielle Klausel für den Fall der Dienstunfähigkeit. Das behaupten zumindest zahlreiche Beamtenverbände. Stimmt das denn auch?

Dienstunfähigkeit

Wie wichtig ist eine Klausel für die Absicherung einer Dienstunfähigkeit (DU)? Braucht es hier sogar eine, die schon bei teilweiser DU zahlt?

Diese Frage höre ich natürlich gerade von (werdenden) Beamten sehr oft. Manche fragen sogar danach, ob sie ihre bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen sollen, weil der Deutsche Beamten Bund Ihnen gesagt hat ohne Dienstunfähigkeitsversicherung geht’s gar nichts. In diesem Blog möchte ich mit Vorurteilen und einem großen Mythos aufräumen.

Was ist Dienstunfähigkeit eigentlich?

Dienstunfähig sind Sie, wenn Sie aus gesundheitlichen oder körperlichen Gründen dauerhaft nicht mehr in der Lage sind Ihre Dienstpflichten zu erfüllen. Oder aber, wenn Sie dies innerhalb der letzten 6 Monate, für mindestens 3 Monate nicht konnten UND keine Aussicht besteht, dass diese in den kommenden 6 Monaten wieder vollständig hergestellt wird. In diesem Fall werden Sie in den Ruhestand versetzt. Dies passiert jedoch nicht, wenn Sie noch anderweitig verwendbar sind. Den kompletten Gesetzestext finden Sie hier.

Anders als oft behauptet muss jedoch noch nicht einmal ein Amtsarzt sein „ok“ für die Versetzung in den Ruhestand geben. Es reicht hier erst einmal aus, wenn die Behörde als Ihr Dienstherr dies so beschließt.

Leistung ohne weitere Prüfung

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung, so wie sie oft propagiert wird, gibt es eigentlich gar nicht. Im Wesentlichen handelt es sich dabei nämlich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer speziellen Klausel.

Und diese gibt es auch in mehreren Ausführungen. Während die „echte“ DU-Klausel sich dem Urteil des Dienstherrn anschließt und keine weitere Prüfung durch den Versicherer zulässt, prüft die Versicherung bei der „unechten“ Klausel vor Zahlung der Leistung anhand von ärztlichen Unterlagen selbst, ob sie sich dem Urteil der Behörde anschließen.

So hört sich die Dienstunfähigkeits-Klausel in der „echten“ Ausführung doch schon einmal nach einem deutlichen Vorteil an.

Abgrenzung zur BU-Definition

Wer sich schon einmal mit dem grundsätzlichen Leistungsauslöser eine Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigt hat, dem erzähle ich jetzt nichts Neues. Dieser lautet nämlich „kann die Versicherte Person ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit, wie sie ohne gesundheitliche Einschränkungen ausgestaltet war, aufgrund von Krankheit, Körperverletzung oder (mehr als) altersentsprechendem Kräfteverfall nicht mehr ausüben zu mindestens 50% und über 6 Monate oder länger, so ist sie berufsunfähig“.

Legen wir doch einmal die beiden Definitionen (BU und DU) übereinander. Schnittmengen finden wir vor allem im „wie“. Auch der Zeitraum ist ziemlich ähnlich, aus meiner Sicht ist der Zeitraum der Dienstunfähigkeit sogar schwerer zu erreichen, da Sie dauerhaft nicht mehr in der Lage sein dürfen Ihre Dienstpflichten zu erfüllen.

Aber, wenn diese Hürde gesprungen ist, ist der Nachweis zur Auszahlung der Rentenleistung schnell erbracht. Es reicht eben das Amtsärztliche Zeugnis. Das kürzt diesen Schritt zumindest ab.

Ist die Spezielle Dienstunfähigkeit – Klausel wichtig?

Insbesondere die DBV (Deutsche Beamten Versicherung) prescht immer wieder nach vorne mit der Behauptung, dass eine spezielle Dienstunfähigkeits-Klausel insbesondere bei Beamten im Vollzug unerlässlich ist. Als Beispiel wird gerne angeführt, dass der Polizist, der seinen Finger verliert und keine Waffe mehr bedienen kann, von seinem Dienstherrn intern, anstatt in den Ruhestand versetzt wird. Dies kann durchaus zu einer Einkommensminderung führen.

Andererseits kann ein Polizist nach dem Verlust seines Fingers seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit auch nicht mehr wie gesunden Tagen ausüben. Dies legt dann auch schon eine Leistungserbringung gemäß den gewöhnlichen Bedingungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung nah. Somit sehe ich zumindest nur einen eingeschränkten Mehrwert, der zudem teuer erkauft werden muss. Diese Zusatzklausel gibt es natürlich nicht für lau.

BU-Bedingungen haben Vorrang

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass eine Dienstunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen immer auch eine Berufsunfähigkeit mit sich zieht. Zumindest in 99% aller Fälle.

Auch sollten Sie bitte immer bedenken, dass nicht jeder Beamte auf für immer im öffentlichen Dienst bleibt. In einigen Fällen ist die Gier nach etwas Neuem eben größer, als die Sicherheit für den Staat zu arbeiten. Auch in diesen Fällen ist eine DU-Klausel alleine dann nichts mehr wert.

Daher gilt die Devise: erst die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen und unter den Tarifen, die für Sie in Frage kommen, den nehmen, der eine „echte“ DU-Klausel im Vertragswerk verankert hat. Denn es ist eben nur ein Aspekt von Vielen.

Eine Frage der Laufzeit

Einige Versicherungen bieten für Beamte, je nach Beruf, verkürzte Laufzeiten an. Die Begründung klingt auf den ersten Blick schlüssig: die Absicherung durch den Dienstherrn ist wesentlich höher als in der Privatwirtschaft, demnach der Absicherungsbedarf geringer.
Allerdings sollten Sie hierbei nicht vergessen, dass auch der Staat und die Länder immer weiter sparen müssen und in diesem Zuge die, immer noch sehr gute, Versorgung ihrer Bediensteten herunterfahren.

Legen Sie auch deswegen Wert auf eine möglichst lange Absicherung. Insbesondere in höherem Alter steigt natürlich auch das Risiko.

 

 

 

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Berufsunfähigkeitsversicherung Hebamme – was es zu beachten gilt

Auch eine Hebamme sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Berufsunfähigkeitsversicherung Hebamme

Der Beruf als Hebamme ist eigentlich mehr eine Berufung als nur ein Job. Eine Familie auf dem Weg zum schönsten Ereignis des Lebens zu begleiten und in vielen Fällen sogar live mit dabei zu sein. Das macht diese Arbeit als Hebamme zu etwas ganz Besonderem.

Wer schon einmal Nachwuchs bekommen hat oder beruflich mit Hebammen zu tun hat, der kann erahnen, wie vielseitig dieser Beruf ist. Die Vorbereitung der werdenden Mütter auf die Geburt. Mit dabei zu sein, wie ein neues Lebewesen das Licht der Welt erblickt. Die ganzen schönen Momente miterleben und die erste Zeit nach der Geburt begleiten zu dürfen. Herrlich!

Auch als Hebamme sollten Sie sich frühzeitig mit der richtigen Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit beschäftigen. Warum und worauf Sie achten müssen, erfahren Sie jetzt.

Hohes Anforderungsprofil

Überall, wo Sonne ist, gibt es auch Schatten. Auch in diesem schönen Beruf. Insbesondere bei den Geburtsvorbereitungskursen und auch bei den Rückbildungseinheiten schadet eine gute körperliche Verfassung nicht. Das Gleiche gilt auch bei der Geburtshilfe. Hier vielleicht sogar noch etwas mehr, denn nicht jede Mutter wiegt unter 60 Kilogramm.

Neben den körperlichen Voraussetzungen kann dieser Job aber auch ziemlich auf die Psyche schlagen. So sucht manche Mutter in der Hebamme gerne eine Schuldige, wenn Dinge einmal nicht klappen. Auch läuft nicht jede Geburt reibungslos ab. In einigen Fällen gibt es sogar eine Todgeburt zu verkraften. Dazu kommen Wechselschichten bis tief in die Nacht bzw. früh in den Morgen.

Als junger Mensch steckt man so etwas wahrscheinlich noch gut weg. Mit zunehmendem Alter und auch mit der eigenen Familienplanung wird dies dann wohl zunehmen schwerer zu vereinbaren. Auch kenn ich persönlich einige Mütter, die nach der Geburt des eigenen Kindes viel emotionaler auf die Schicksale von anderen Babys reagieren.

Rücken und Psyche, Herz und Krebs

Wem diese Höchstleistung einer Hebamme klar geworden ist, der versteht sehr gut, wie schnell Krankheiten oder Unfälle hier zur Berufsunfähigkeit führen können. Gerade ein schweres Rückenleiden oder Depressionen und „Burn-out“, führen zum dauerhaften KO. Unterschätzt werden dabei aber häufig die temporären Erkrankungen. Zum Beispiel die Volkskrankheit Nummer 1 – der Krebs. Auch Herz- und Kreislauferkrankungen, Nervenleiden oder Allergien sind mögliche Ursachen.

In allen diesen Fällen ist eine Pause für mindestens sechs Monate sehr wahrscheinlich. Vielleicht sogar die Aufgabe der bisherigen Tätigkeit .

Man könnte meinen, dass sich die Hebamme damit gar nicht so sehr von anderen Berufen unterscheidet. Die Mischung aus körperlich und geistig sehr hohen Ansprüchen macht sie aber dann doch besonders.

Sonderrisiken einer Hebamme

Stellen Sie sich einmal vor, Sie arbeiten viel mit Menschen. Und zwar dann, wenn diese wenig bis gar nicht geschützt sind. Zum Beispiel bei einer Geburt. Nun haben Sie sich dummerweise eine Infektion eingefangen, die Ihnen genau diese Tätigkeiten verbietet. Sie sind aber nicht krank, zumindest nicht so krank, dass Sie berufsunfähig sind. Mit anderen Worten: Sie können noch arbeiten, dürfen es aber nicht (Infektionsschutzgesetz). Für diesen Fall sollte Ihr Vertrag über eine Infektionsklausel verfügen. Aber Achtung, in vielen Bedingungswerken ist diese Klausel auf Ärzte beschränkt. In Ihrem Fall sollte diese entweder für alle Berufe gelten oder die Hebamme klar benannt sein.

Sind Sie Freiberuflich tätig oder planen Sie diesen Schritt, so sollten Sie darauf achten, dass für Sie keine Umorganisationsklausel im Vertrag enthalten ist. Dann müssten Sie Ihren Betrieb nämlich im Fall einer Berufsunfähigkeit umorganisieren, wenn Sie Ihren Beruf dadurch weiter ausüben könnten.

Berufsunfähigkeitsversicherung Hebamme – Die Vertragsgestaltung

Bei der Frage wie Ihr Vertrag ausgestaltet ist, spielen sowohl Ihr Einkommen heute, wie auch die beruflichen Ziele und Pläne eine große Rolle. So sollte die heutige Rentenhöhe, die Laufzeit und auch mögliche Nachversicherungsgarantien ohne neue Risikoprüfung gut geplant werden. Der berühmte Schnellschuss kann sonst schnell teuer werden.

Wenn Sie aktuell noch Schüler sind und Ihr Traumberuf der als Hebamme ist, sollten Sie sich meinen Blog „Braucht ein Schüler eine Berufsunfähigkeitsversicherung“ auf jeden Fall durchlesen.

 

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Ist die Grundfähigkeitsversicherung eine Alternative zur BU?

Immer mehr Versicherer nehmen eine Grundfähigkeitsversicherung in Ihr Sortiment mit auf. Sie soll insbesondere bei handwerklichen Berufen die BU-Versicherung ablösen. Bietet sie eine Alternative?

Grundfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung als Problemlöser?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist in den letzten Jahren stetig günstiger geworden. Zumindest, wenn Sie zu dem Personenkreis der Akademiker und kaufmännischen Berufe gehören. Arbeiten Sie jedoch mit Ihren Händen, Beinen oder sonst irgendwie körperlich, haben wahrscheinlich auch Sie erst einmal schlucken müssen, als Sie den Beitrag für eine BU-Police gesehen haben. Häufig wird in diesem Moment an der Leistungshöhe (Höhe der BU-Rente) oder an der Laufzeit des Vertrags (zum Beispiel auf das 60. Lebensjahr) geschraubt. Im Ergebnis zahlen Sie dann zwar deutlich weniger, haben aber Leistungsfall das dicke Problem.

Das haben auch die Versicherungsgesellschaften erkannt und die Grundfähigkeitsversicherung, die eigentlich mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden war, wiederbelebt. Sie soll nun insbesondere für Handwerksberufe die Lösung des Problems sein.

Neustart mit ein paar Modifizierungen

Vor ein paar Jahren hat der Volkswohl Bund das Produkt Existenz auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um eine überarbeitete Grundfähigkeitsversicherung mit schnellerem Zugang zur Leistung für den Kunden. Mussten bisher 3 Grundfähigkeiten gleichzeitig verloren gehen, reicht nun der Verlust von einer, über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten, aus. Dazu wird durch einfache Gesundheits- und Risikofragen die Annahme auch bei mehreren Vorerkrankungen erleichtert. Insbesondere Handwerker sind hier fast um die Hälfte günstiger als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Mittlerweile springen immer mehr Versicherungsgesellschaften auf diesen Zug auf. Von „A“ wie Allianz bis „Z“ wie Zurich.

Wann zahlt die Grundfähigkeitsversicherung?

Wie oben schon einmal erwähnt, müssen bestimmte Fähigkeiten über einen bestimmten Zeitraum verloren gehen. In den besseren Tarifen  reicht es mittlerweile aus, wenn mindestens eine Fähigkeit verloren gegangen ist. Zum Beispiel ist bei der Benutzung der Hände nun in der Regel nicht mehr notwendig, dass beide Hände gleichzeitig funktionsunfähig sind.

Allerdings gibt es auch keine klaren Definitionen, an denen man sich orientieren kann. Als Beispiel schreibt ein Versicherer bei dem Gebrauch der Hand, dass die versicherte Person nicht mehr in der Lage sein darf, einen Wasserhahn auf und wieder zu zudrehen. Ein schreibt davon, dass es unmöglich sein muss eine Glühbirne in eine Fassung rein und wieder raus zu drehen. Was ist nun besser? Ich kann Ihnen diese Frage nicht beantworten.

Geht eine in den Versicherungsbedingungen definierte Fähigkeit über einen Zeitraum von (in der Regel) 12 Monaten verloren, wird eine monatliche Rente ausgezahlt. Entweder, bis die Versicherung abläuft oder bis die Fähigkeit widererlangt ist.

Wer bis hierhin aufmerksam gelesen hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass der Beruf bisher noch überhaupt keine Rolle gespielt hat. Demnach ist es durchaus möglich, eine Rente ausgezahlt zu bekommen, obwohl Sie mit Ihrem Handicap weiter arbeiten können. Können Sie aber Ihren Beruf nicht mehr ausüben, bei der Ursache handelt es sich aber um keine klar definierte Fähigkeit, die Sie verloren haben, bekommen Sie aus dieser Versicherung keinen einzigen Cent. Insbesondere aufgrund psychischer Leiden ist es nahezu unmöglich aus einer Grundfähigkeitsversicherung Geld zu bekommen. Sogar dann, wenn von einem „Baustein Psyche“ die Rede ist.

Alternative oder Mumpitz?

Kritiker dieser Versicherungsform führen an, dass die Grundfähigkeitsversicherung niemals die Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzen kann. Die einzig richtige Absicherung ist demnach die BU.

Aus meiner Sicht beginnt der Denkfehler von Versicherungen, Verbrauchern und auch Versicherungsvermittlern (insbesondere Versicherungsmaklern, da Versicherungsvertreter meistens 1:1 die Meinung Ihrer Gesellschaft übernehmen „müssen“) ganz am Anfang. Nämlich an der Stelle, an der die beiden Versicherungsformen miteinander verglichen werden.

Was meine ich damit?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist genau genommen eine Absicherung der sozialen Stellung des Versicherten. Kann dieser seine aktuelle Tätigkeit nicht mehr in dem Umfang wie zu gesunden Tagen ausüben, erhält er seine Leistung. Auch wenn er noch einer anderen Tätigkeit nachgeht oder nachgehen könnte.

Dies kann die Grundfähigkeitsversicherung nicht leisten. Genau genommen ist das auch gar nicht ihre Aufgabe. Diese Versicherung versichert gewisse Fähigkeiten. Ähnlich wie bei einem Modell, das ihre Beine versichert. Man könnte meinen, dass der Verlust eines Beins gleichbedeutend mit dem Karriereende ist. Das muss jedoch nicht so sein – es gibt Modelle, die mit einem Bein erfolgreicher sind als viele, die mit beiden Beinen über die Bühne laufen. In der Folge gibt es bei dem Verlust oder der Beschädigung (je nachdem was versichert ist) der Beine Geld. Ungeachtet davon, ob unser Modell vielleicht nun sogar noch viel mehr Geld aufgrund dieser Besonderheit verdient. Exakt so verhält es sich auch mit der Grundfähigkeitsversicherung.

Im Ergebnis kann man nun sagen, dass sie keinesfalls eine Alternative für denjenigen ist, der seine soziale Stellung absichern möchte. Wer jedoch geziehlt gewisse Fähigkeiten versichern möchte, der findet hier grundsätzlich eine praktikable Möglichkeit / Lösung.

Achtung bei der Auswahl

Wenn Sie für sich erkannt haben, dass die Grundfähigkeitsversicherung (vielleicht auch als Ergänzung zur BU-Absicherung) für Sie die richtige Wahl ist, müssen Sie sich die Frage stellen wo Sie sich versichern. Viele Versicherungsmakler und Rating-Agenturen stürzen sich dabei wie besessen auf die Ausprägung der Fähigkeiten. Ist es also nun besser eine Glühbirne nicht mehr in eine Fassung schrauben zu können oder einen Wasserhahn auf zu drehen und wieder zu verschließen? Da es hier noch keine großen Leistungsfälle in der Breite gibt, ist diese Frage sehr schwer bis gar nicht zu beantworten. Ich behaupte aber mal, dass dieser Punkt gar nicht die höchste Relevanz haben wird.

Aus meiner Sicht muss zuerst einmal geprüft werden ob bereits ab dem Verlust einer Fähigkeit geleistet wird oder ob hier mehrere gleichzeitig verloren gegangen sein müssen. Müssen beide Hände funktionsunfähig sein oder nur eine? Hiernach lässt sich eine erste Auswahl treffen.

Im zweiten Schritt kommen wir aber nicht Drumherum die Versicherungsbedingungen inhaltlich zu prüfen. Da viele Versicherungen das Bedingungswerk in vielen Punkten einfach von ihren BU-Versicherungen abgeschrieben haben, finden sich hier auch teilweise die gleichen schauerlichen Klauseln wieder. Zum Beispiel spricht ein Anbieter von der Schadenminderungspflicht, die der Kunde betreiben muss. Für den Laien klingt das vernünftig, hat aber in einer solchen Versicherungsart (Summenversicherung) nichts verloren. Oder die versicherte Person muss alle Maßnahmen, die gefahrenlos und nicht mit besonderen Schmerzen verbunden sind, befolgen. Das öffnet dem Versicherer im Leistungsfall Tür und Tor um Leistungen nicht zahlen zu müssen.

Und was ist das Ergebnis?

Die Grundfähigkeitsversicherung an sich ist eine Absicherung, die, wenn sie bedarfsgerecht eingesetzt wird, auch eine sehr gute Lösung für viele Kunden sein kann. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass sowohl der Vermittler wie auch, vor allem, der Verbraucher gut über Vor- und Nachteile aufgeklärt sind.

Was diese Versicherung aber nie schafft, und auch eigentlich nie sein möchte, ist eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung darzustellen.

 

 

 

 

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Vereinfachte Gesundheitsfragen als Hinterhalt?

Führen vereinfachte Gesundheitsfragen auf einem Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung Verbraucher in einen Hinterhalt der Versicherungen? Halten sich die Versicherungsgesellschaften nicht an geltendes Recht?

 

 

 

Sie möchten eine Berufsunfähigkeitsversicherung, sind aber schon krank?

In solchen Fällen bieten einige Versicherungsgesellschaften regelmäßig Aktionen mit verkürzten bzw. vereinfachte Gesundheitsfragen an. Dies schien lange Zeit DIE Lösung für alle zu sein, die schon diverse Erkrankungen in die Beratung „mitbringen“.

Nun meldet sich ein Versicherungsmakler in seinem Blog und diversen Presseartikeln im Versicherungs Journal, Pfefferminzia und einigen weiteren zu Wort. Bei zwei seiner Kunden wurde die Leistung mit Verweis auf die „spontane Anzeigepflichtverletzung“ abgelehnt worden. Hebeln Versicherungen also mit einem Taschenspielertrick das Versicherungsvertragsgesetzt aus?

Bergen vereinfachte Gesundheitsfragen nun den Wolf im Schafspelz?

Dieser Eindruck kann sich bei einem Laien nun schnell verfestigen. Zumindest ohne den Sachverhalt zu kennen. Und ich gebe an dieser Stelle gerne zu, dass ich auch nur den Sachverhalt aus Blog und Presse kenne. Daher kann ich mich bei meiner Bewertung nur daran orientieren.

In den beiden Fällen handelt es sich um Kunden, die mit erheblichen Vorerkrankungen eine BU-Versicherung abschließen wollten. Bei dem einen handelt es sich um eine MS (Multiple Sklerose) Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium. Im anderen Fall geht es um einen Kunden, der unter Diabetes Typ 2 und chronischer Niereninsuffizienz leidet.

Anhand der bis hier vorhandenen Angaben kann man davon ausgehen, dass beiden Kunden klar ist, aufgrund des bisherigen Verlaufs alsbald Berufsunfähig zu werden. Auch kommt der Umstand hinzu, dass der MS Patient erst acht Jahre nach Ausbruch der Erkrankung einen Antrag auf Versicherung stellte und zwei Jahre darauf Leistungen in Anspruch nehmen wollte.

Quelle: Versicherungsjournal

Zwar wurde nach keiner von beiden Krankheiten im Antrag (mit verinfachte Gesundheitsfragen) gefragt und in §19 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) steht geschrieben, dass die zu versichernde Person nur angeben muss wonach in Textfom gefragt wird. Aber §22 VVG beschreibt eben, dass das Recht auf Anfechtung bei arglistiger Täuschung unberührt bleibt.

Und arlistige Täuschung ist eben die Erschleichung von (Versicherungs-)leistungen (oder der Versuch).

Liegt hier argliste Täuschung vor?

Aus der Ferne lässt sich diese Frage nicht eindeutig beantworten, denn solche Fälle sind sehr komplex. Daher wird dies ein Fall für Juristen, nicht für Versicherungsmakler.

Der Verdacht einer arglistigen Täuschung liegt aber zumindest sehr nahe, denn sollte den jeweiligen Kunden schon bei Abschluss klar gewesen sein, dass sie aufgrund der bestehenden Erkrankung berufsunfähig werden, stellt dies einen recht eindeutigen Tatbestand dar (aus meiner Sicht).

Lassen Sie uns nicht vergessen, dass es nicht (nur) die Versicherung ist, die die Zeche zahlt, sondern (auch) jeder Versicherte, der eben gerade keine Leistungen in Anspruch nimmt und seine Beiträge zahlt.

Etwas deutlicher wird es vielleicht mit einem Beispiel. Stellen Sie sich vor, Sie bauen eine Hütte mitten im Wald. Keinen kleinen Schuppen, sondern ein richtiges Holzhäuschen. Sie gehen natürlich davon aus, dass es im Wald sicher ist und halten nichts davon dieses Haus gegen Feuer zu versichern.

Eines Tages gibt es einen Waldbrand. In Ihrem Wald. Sie wissen, worauf das hinauslaufen wird. Schnell rennen Sie zu Ihrem Versicherungsmakler und suchen nach einer Lösung mit „vereinfachte Gesundheitsfragen„, also zum Beispiel „war Ihr Gebäude in den letzten 5 Jahren bereits von Schäden betroffen oder befindet sich Ihr Gebäude neben einem feuergefährlichen Betrieb?“.

Diese Fragen können Sie verneinen. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Sie ganz bewusst eine Versicherung abschließen, weil Sie wissen, dass Ihr Haus in den nächsten zehn Stunden lichterloh brennt.

Ist das fair?

Welche Lehre sollten Sie als Verbraucher daraus ziehen?

Vorweg für Sie eine wichtige Info: wenn Sie mit einem Profi für Berufsunfähigkeitsversicherungen zusammenarbeiten, sollte dieser wissen, was geht und was nicht geht. Dabei sprechen wir gemeinsam durch wie Sie die passende Berufsunfähigkeitsversicherung finden  und welche Fallstricke es zu vermeiden gilt.

Angebote mit vereinfachte Gesundheitsfragen setze ich beispielsweise nur im „äußersten Notfall“ ein. Zum Einen, weil ich mit einer sauberen Aufbereitung nahezu immer eine praktikable Lösung für meine Kunden bekomme, weil Sie so keine unnötigen Risiken eingehen und nicht zuletzt, weil die maximale Höhe in diesen Aktionsanträgen meistens nur bis 750,- Euro – 1.000,- Euro Rente reicht. Also zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.

Daraus abzuleiten ist also, dass diese Varianten maximal eine Ergänzug sein können.

Lieber früher handeln

Besser ist es frühzeitig, also bestenfalls schon eine Berufsfunfähigkeitsversicherung für Schüler, abzuschließen. In dem Alter (ab dem 10. Lebensjahr) sind die meisten noch gesund, haben moderate Hobbys und der „Beruf“ eines Schülers zählt immer noch zu den günstigeren.

Wer sogar noch eher handeln möchte hat die Mögichkeit diverse Kinderprodukte (ab der Geburt) inkl. Option auf den späteren Abschluss einer BU-Versicherung, zumindest mit ganz stark vereinfachte Gesundheitsfragen, abzuschließen. Das damit das Grundproblem allerdings nicht gelöst ist, sollte sich aus diesem Artikel ergeben haben.

Braucht ein Schüler eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Immer wieder hört und liest man den Rat eine BU-Police möglichst früh bzw. in jungen Jahren schon abzuschließen. Aber ist es schon sinnvoll eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler abzuschließen? Schüler ist ja noch kein echter Beruf, oder?

„Mit einem Abschluss warte ich bis ich richtig Geld verdiene“

In jungen Jahren und insbesondere als Schüler sieht es meistens so aus, dass am Ende es Geldes noch jede Menge Monat über ist. Und gerade in dieser Situation soll man nun eine BU-Versicherung abschließen. Das klingt nach einem sehr schlechten Deal.

Erst mal die Schule und die Ausbildung oder das Studium beenden. Dann richtig Geld verdienen und nun kann man sich den Abschluss ja noch überlegen, oder? In jungen Jahren bleibt man ja außerdem sowieso gesund und da kann man bis zur Antragsstellung noch eine Menge Geld einsparen.

Alle diese Überlegungen kann ich als Versicherungsmakler sehr gut nachvollziehen, denn auch ich war einmal in der Schule und in der Ausbildung. Und bei mir ist bis heute auch alles gut gegangen, ich habe glücklicher Weise bis dato allen schweren Erkrankungen entgangen.

Aber auch ich habe in meinem BU-Vertrag einen Ausschluss, weil ich zum Zeitpunkt der Antragsaufnahme schon diverse Vorerkrankungen mitgebracht habe. Man wird ja in der Regel weder jünger noch gesünder. Und genau hier liegt der Erste wichtige Vorteil: Da man in frühen Lebensjahren häufig weniger Krankheiten mit sich rumgeschleppt hat, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung meistens noch ohne Ausschlüsse oder Zuschläge möglich.

Auch finanziell lohnt sich langes warten nicht. Zum einen, weil der Beitrag jedes Jahr mit zunehmendem Alter steigt und in Summe auf die gesamte Laufzeit betrachtet gleich hoch oder sogar einen Tacken höher ist. Zum anderen gehören Schüler und Studenten zu den günstigsten Berufsgruppen. Auch bei einem Wechsel in einen eigentlich teureren Beruf bleibt in der Regel der Beitrag für den bestehenden Vertrag identisch.

Der Versicherungsschutz wechselt übrigens bei einem Berufswechsel auch auf die neue Tätigkeit mit – und das in der Regel zum Schüler- oder Studentenpreis. Lohnt sich!

Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler

 Junge Menschen werden niemals krank?

Es stimmt, dass mit steigenden Lebensjahren auch die Gefahr für schwere Krankheiten steigt. Schön, wenn man sich bis zu einem Bestimmten Alter darauf verlassen könnte. Leider sieht die Realität oft anders aus: auch Schüler, Azubis und Studenten können an Krebs- und Tumorerkrankungen leiden, an psychischen Problemen leiden oder auch Herz-Kreislauf- oder Nervenkrankheiten bekommen. In solchen Fällen ist fast ausnahmslos eine Unterbrechung der Schule, des Studiums oder der Ausbildung unausweichlich. Zumindest für die in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler geforderten mindestens 6 Monate.

In diesen Fällen erhält man dann die vereinbarte Versicherungsleistung (monatliche Rente) so lange bis die bisherige Tätigkeit wieder in altem Umfang aufgenommen werden kann. Ganz egal, ob man vorher weniger oder gar kein Einkommen hatte.

Worauf ist insbesondere bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler zu achten?

Grundsätzlich gelten für Schüler, Azubis und Studenten natürlich die gleichen Grundsätze wie auch in allen anderen Berufen: die Versicherungsbedingungen sollten zwingend bestimmte Qualitätskriterien erfüllen.

Zusätzlich ist hier bei einem Schüler zu beachten, dass es keine Verweisungsmöglichkeiten auf andere Schulformen gibt. Sonst könnte der Gymnasiast mit psychischen Problemen gegebenenfalls auf eine Haupt- oder Sonderschule verwiesen werden.

Beim Studenten kann es wichtig sein, dass hier auch schon der angepeilte Beruf abgesichert ist. Sollte also das weitere studieren möglich sein, der spätere Beruf aber nicht, gibt es die BU-Rente.

Starttarife können ein guter Einstieg sein

Wer sich jetzt denkt „das macht alles Sinn, aber die Beiträge kann ich mir nicht leisten“, für den könnten Starttarife eine Lösung sein. Diese Tarife sichern die gewünschte Leistung zu einem Bruchteil es Beitrags ab. Anfänglich. Denn zu Verschenken haben Versicherungen nichts. Deshalb ist der gesamte Beitrag über die Laufzeit teurer als im Normaltarif. Dafür sichere ich mir aber schon heute den wertvollen Schutz und die oben genannten Beitragsvorteile. Aber Achtung, hier gilt es aufzupassen: es gibt Anbieter, die nach der Schule den dann neu ausgeübten Beruf für den Beitrag bewerten. Von denen sollte man die Finger lassen.

Fazit

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler ist definitiv sinnvoll, günstiger und gesundheitlich meistens eher möglich als später. Den einzigen Nachteil, dass der Beitrag ja irgendwo her finanziert werden muss, kann gegebenenfalls durch einen Starttarif abgemildert werden.

 

Lesen Sie hier mehr zum Thema Verbraucherschutz und Verbraucherzentralen

Welche Rolle spielt die Finanzstärke?

Die Thematik der Finanzstärke einer Versicherungsgesellschaft, insbesondere einer Lebensversicherungsgesellschaft, kommt gerade in den Zeiten der niedrigen Zinsen wieder einmal zum Vorschein.

Wie wichtig ist die Finanzstärke überhaupt bei der Auswahl des Anbieters für meine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wenn wir uns mit diesem Thema ganz genau beschäftigen wollen, müssen wir bei einem Vertrag, der nicht selten über 30 Jahre läuft, im Klaren sein, dass die Finanzstärke immer nur eine Momentaufnahme sein kann. Außerdem ist die Finanzstärke eines Versicherungsunternehmens für den „Otto-Normal-Verbraucher“ aber auch für den Versicherungsmakler nicht ohne Weiteres auszumachen. Versicherungen haben nämlich eine ganze Reihe von Tricks und Kniffen um die Finanzstärke nach Außen hin glänzen zu lassen.

Anfang 2016 unterhielt ich mich mit der Vorstand eines Großen BU – Versicherers über den Zusammenhang der Leistungserbringung der BU – Renten in seinem Unternehmen und der Finanzstärke seines Unternehmens. Er bestätigte daraufhin, dass sein Unternehmen aktuell ca. 20 – 30% mehr BU – Renten erbringt, als den Kunden nach den Versicherungsbedingungen zustehen würden.

Nun stellen wir uns einmal vor (und es ist ja nicht ausgeschlossen, dass die Niedrigzinsphase noch einige Jahre weiter geht) seinem Unternehmen geht es in 5 Jahren wirtschaftlich nicht mehr so gut wie heute. Dann müssen sich 20 – 30% (also 20 – 30 Personen von 100) große Sorgen um Ihre Existenz machen, denn ihre Berufsunfähigkeitsrente kann gestrichen werden. Sie wird ja erbracht, obwohl dieser Versicherer es eigentlich nach seinen Bedingungen nicht müsste.

Und da sind wir schon beim Thema Bedingungen

Zutreffend brachte es Claus-Dieter Gorr, Geschäftsführer vom Premium – Circle, kürzlich auf einem Vortrag in Neuss auf den Punkt „die Bedingungen sind das Ventil“. Je mehr Hintertüren das Bedingungswerk zulässt, je mehr Möglichkeiten hat das Versicherungsunternehmen die Leistungen zu streichen oder gar nicht erst zu gewähren.

Fassen wir also zusammen: Die Finanzstärke eines Versicherungsunternehmens sollte bei der Auswahl der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung auf jeden Fall eine Rolle spielen. Ist heute schon abzusehen, dass der Anbieter in den kommenden Jahren finanzielle Schwierigkeiten bekommt, dann lieber Finger weg davon.

Da Finanzstärken aber vergänglich sind, kommt es in erster Linie auf die Versicherungsbedingungen an. Hier sollten möglichst viele Hintertüren verschlossen sein um dem Versicherungsunternehmen möglichst wenige Angriffsflächen für die Streichung oder die Verweigerung der Leistung zu geben.

 

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist totaler Quatsch. Ob das stimmt lesen Sie hier.