Immer wieder tauchen skuriele Meinungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung auf. Insbesondere einer wollte hier übertreiben und scheitert auf ganzer Linie.

Wenn Du Deine Leidenschaft fürs Kochen zum Beruf gemacht hast oder wenn Du dies bald planst, dann gehört eine Berufsunfähigkeitsversicherung zur absoluten Pflichtversicherung für Dich.

Wenn Du eine bezahlbare und gleichzeitig sehr gute Absicherung suchst solltest Du den folgenden Artikel lesen.

Berufsunfähigkeitsversicherung Koch

Warum eine BU-Versicherung für einen Koch besonders wichtig ist

Kochen kann zum Knochenjob werden. Zumindest dann, wenn Du es beruflich für andere tust. Ich zum Beispiel gehe ja dann essen, wenn ich frei habe. Für Dich als Koch heißt das also Du arbeitest genau dann. Das sind eben nicht immer die schönsten Arbeitszeiten. Hinzu kommt sicherlich, dass Du es als Koch sehr schwer hast alle Deine Gäste zufrieden zu stellen: dem einen ist das Essen zu heiß, dem anderen zu kalt, dem nächsten ist die Portion zu klein und so weiter.

Mit anderen Worten: Als Koch hast Du meistens einen sehr anstrengenden und langen Arbeitstag. Aber, als junger Mensch machst Du das in der Regel noch sehr gut mit. Wirst Du älter und es kommt vielleicht  noch eine Familie dazu, die Dich auch gerne regelmäßig sehen möchte, kann es hingegen ganz klar zu Lasten Deiner Gesundheit (Deiner Psyche) gehen.

Ist Dir zum Beispiel auch schon einmal aufgefallen, dass viele Köche übergewichtig sind? In etwa so wie der Koch auf dem Bild dieses Blogs? Meistens wird dies bei den Gästen sogar positiv wahrgenommen, denn dieser Koch scheint ja sein eigenes Essen zu mögen beziehungsweise Spaß am Kochen und essen zu haben. Genau genommen ist es aber viel mehr die Folge des stressigen Alltags. Eine Folge mit Nebenwirkungen.

„Hallo Volkskrankheiten“

Genau dieser Stress kann recht schnell zu den berühmten Volkskrankheiten führen wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs oder psychischen Leiden.

In vielen Fällen führen diese Krankheiten bei einem Koch zum längeren Ausfall und nicht selten zur Berufsunfähigkeit.

Kleiner Auslöser – große Wirkung

Neben diesen sehr schweren Erkrankungen kannst Du als Koch aber auch schon durch kleinere Auslöser sehr lange oder sogar dauerhaft berufsunfähig werden. Zum Beispiel können Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Kontaktkrankheiten der Haut Deine Karriere schnell beenden.

In allen diesen Fällen steht Dir zwar vorerst noch das Krankengeld von der Krankenkasse beziehungsweise das Krankentagegeld als Absicherung zur Verfügung, aber diese Leistung ist endlich. Die gesetzliche Absicherung sieht danach mit gerade einmal rund einem Viertel Deines Nettoeinkommens sehr mau aus. Außerdem wird die Leistung der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente erst gezahlt, wenn Du keinen am Markt verfügbaren Job mehr ausüben kannst. Ungeachtet von Deiner aktuellen Lebensstellung und Deinem Einkommen.

Berufsunfähigkeitsversicherung Koch: Was Du beachten solltest

Im Vergleich zu kaufmännischen Berufen hat der Koch ein noch höheres Risiko in seinem Beruf nicht mehr arbeiten zu können. Das wissen auch die Versicherungsgesellschaften und deswegen ist die BU für einen Koch nicht gerade günstig. Mit zwei Tricks kannst Du eine BU-Versicherung jedoch bezahlbar gestalten ohne auf wichtige Leistungen verzichten zu müssen:

  • Wenn Du noch Schüler bist, schließt Du am besten noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab bevor Du Deine Ausbildung zum Koch startest. Der „Beruf“ als Schüler ist nämlich in der Regel wesentlich günstiger als der Kochberuf. Such Dir dazu auf jeden Fall einen Tarif raus bei dem Du später keinen Berufswechsel nachmelden musst (sonst ist der günstige Beitrag für den bestehenden Vertrag hin) und bei dem Du die Berufsunfähigkeitsrente später erhöhen kannst ohne erneute Risikoprüfung. Im Verglich zu einer Erhöhung (nur) ohne erneute Gesundheitsprüfung wird bei einer Erhöhung ohne Risikoprüfung auch nicht nach einer neuen Berufstätigkeit oder neuen Hobbys gefragt. Damit kannst Du dann Deine Leistung immer zum Schülerbeitrag erhöhen.

 

  • Wenn Du meinen Blog erst liest wenn Du schon Koch bist oder Dich schon in einer solchen Ausbildung befindest, dann brauchst Du jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Glücklicher Weise gibt es ein paar Versicherer, die Köche noch zu passablen Beiträgen versichern. Als Berufsstarter kann Dir außerdem die Wahl eines Starter-Tarif in den ersten Jahren mit einem noch günstigeren Beitrag helfen.

 

Zusatzklauseln bedeuten mehr Sicherheit für Dich

Wenn Du schon einmal einen Blog von mir gelesen hast oder Dich schon etwas auf meiner Seite umgesehen hast ist Dir vielleicht aufgefallen, dass ich in meiner Beratung sehr hohen Wert auf die Versicherungsbedingungen lege. Diese bewerte ich nach grundsätzlichen „Basics“, die  alle in Deinem Sinne geregelt sein sollten, sowie Besonderheiten je nach beruflicher Tätigkeit und persönlichen Wünschen.

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung Koch halte ich die sogenannte Infektionsklausel für nicht ganz unwichtig. Solltest Du nämlich aufgrund einer Ansteckungsgefahr nicht mehr für andere Menschen kochen dürfen (das regelt das Infektionsschutzgesetz), bist Du nicht automatisch Berufsunfähig. Die Infektionsklausel zahlt Dir dann aber trotzdem die gleiche Leistung.

Am Markt gibt es aktuell zwei Varianten dieser Klausel: die eine leistet erst bei einem vollständigen Tätigkeitsversbot, die andere bereits bei einem teilweisen Verbot Deiner Tätigkeit. Kurzum ist die Wahrscheinlichkeit gar nichts mehr machen zu dürfen bei fast null. Wenn Du also Wert auf diese Regelung legst, dann sollte die Versicherung schon bei teilweisem Tätigkeitsverbot zahlen.

Den richtigen Tarif finden

Wie Du Dir sicher vorstellen kannst gibt es den EINEN Tarif für eine Berufsunfähigkeitsversicherung Koch nicht. Jeder Mensch hat andere wünsche und muss seinen passenden Vertrag finden.

Wenn Du magst helfe ich Dir bei dem Weg zur für Dich richtigen und passenden Berufsunfähigkeitsversicherung.

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Als wäre das Angebot an Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht ohnehin schon groß genug, werben auch immer mehr Versicherungen mit einer Starter BU. Was sich dahinter verbirgt und für wen sie geeignet seien kann, dass erfährst Du jetzt.

Starter BU

Was ist eine Starter BU überhaupt?

Unter dem Begriff Starter BU verbirgt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem geringen Anfangsbeitrag. Gedacht ist dieses Modell für alle, die aktuell noch über kein (hohes) Einkommen verfügen und sich daher den normalen Beitrag einer solchen Versicherung nicht leisten können oder wollen. Zur Zielgruppe gehören damit also unter anderem Schüler, Studenten, Auszubildende und auch junge Familien.

Da der Beitrag am Anfang deutlich geringer ist als bei einer „normalen“ BU-Versicherung erklärt es sich fast von selbst, dass dieser später einmal steigen muss. Das ist bei allen Starter BU Verträgen so, allerdings unterscheidet sich die Art und Weise wann und wie sich die Beiträge erhöhen. Alle haben außerdem gemeinsam, dass der Beitrag über die gesamte Laufzeit höher ist als im Normaltarif.

Für wen ist eine Starter BU geeignet?

Irgendwann kommen wir in meiner Beratung an den Punkt wo wir über den Beitrag der Versicherung sprechen müssen. Schüler, Student oder Azubis haben dann oft ein Problem: Wenn bei Dir nur wenig Geld auf der einen Seite reinkommt kannst Du eben auf der anderen Seite auch nur wenig Geld ausgeben.

Als erste Reaktion darauf wird oft die bisher ermittelte Absicherung in Frage gestellt. Brauchst Du wirklich 1.500,- Euro BU-Rente als Student? Reicht nicht auch eine Laufzeit bis zum 62. Lebensjahr?

Alles verständliche Fragen. Sie bringen Dich aber nicht wirklich weiter, denn spätestens wenn Du berufsunfähig wirst holen Dich diese Kompromisse ein.

Ich höre dann oft von anderen Versicherungsmaklern „versichern wir Dich erst einmal mit 500,- Euro. Später kannst Du diese Rente dann ohne neue Gesundheitsfragen erhöhen. Und als Azubi hast Du ja auch nicht mehr in der Tasche als 500,- Euro.“

Diese Aussage ist zwar, auf Deine aktuellen Einnahmen bezogen, richtig. Vergessen solltest Du aber nicht, dass der eigentliche Wert einer Ausbildung, eines Studiums oder eines guten Schulabschlusses nicht das aktuelle Einkommen, sondern der Abschluss an sich ist. Mit diesem wirst Du nämlich in naher Zukunft wesentlich mehr verdienen als ohne Abschluss. Daher solltest Du auch Deine Zukunft versichern und nicht Deine Vergangenheit!

Du weißt also jetzt, dass eine Reduzierung der Absicherung nicht die Lösung  ist. Aber Dein Problem, dass der Beitrag für die richtige Absicherung zu hoch ist, haben wir damit auch noch nicht gelöst.

Die Chancen mit einer Starter BU

In den oben genannten Fällen biete ich meinen Kunden daher einen anderen Weg als Lösung an – die Starter BU.

Diese Verträge bieten Dir vollen Versicherungsschutz in der Höhe (also zum Beispiel 1.500,- Euro) sowie in der Länge (zum Beispiel bis zum 67. Lebensjahr) für Deine Absicherung. Und Du zahlst aktuell nur einen Bruchteil des eigentlichen Beitrags.

Allerdings möchte ich Dir auch die Kehrseite der Medaille zeigen. Vielleicht hast Du es auch schon vermutet: der Beitrag bleibt nicht immer so schön günstig. Je nach Anbieter steigt dieser in einem Zeitraum zwischen drei bis zehn Jahren einmalig oder mehrfach auf den endgültigen Beitrag an. Und dieser ist dann selbstverständlich auch noch höher als wenn Du Dich für einen Tarif ohne Startphase entschieden hättest.

Die Frage, die Du Dir an dieser Stelle also zuerst stellen solltest ist, ob Du Dir eine passende Absicherung ohne faule Kompromisse auch zu den Normalkonditionen leisten kannst. Damit bist Du nämlich über die gesamte Laufzeit günstiger dran.

Kannst Du Dir dies aber aktuell nicht leisten, dann ist eine Starter BU sehr sinnvoll um Dein größtes Risiko von Beginn an richtig abzusichern.

Vorsicht: hierauf solltest Du bei einer Starter BU achten

Jede Versicherung ist anders. Da erzähle ich Dir nichts Neues. Und das Gleiche gilt natürlich auch für eine Starter BU.

Folgende Dinge sollten für Deinen Vertrag geregelt sein

Keine Meldepflicht bei Berufswechsel

Es gibt Angebote am Markt die Dich als Schüler versichern, bei denen Du Dich aber melden musst sobald Du einen anderen Beruf ausübst. Wenn Du also zum Beispiel nach der Schule in eine handwerkliche Ausbildung gehst und dies der Versicherung anzeigen musst, wird sich Dein Beitrag deutlich erhöhen. Es gibt zum Glück genügend Versicherungen am Markt, die auf so eine Pflicht verzichten. Nimm also lieber einen davon.

Vorsicht vor fallender Rente

Ein paar Versicherungen haben keine feste Beitragserhöhung vereinbart sondern eine fallende BU-Rente. Im Gegenzug wird der Beitrag über eine Beitragsdynamik erhöht. Da sich beides ausgleicht, bleibt die Höhe der Rente gleich. Wenn Du allerdings noch vor der ersten Erhöhung berufsunfähig wirst und später, sagen wir mal nach 7 Jahren, wieder arbeiten kannst, kommt es jetzt darauf an, dass Du die ausbleibenden Dynamiken nachholen kannst. Verweigert Dir die Versicherung das gibt es im nächsten Leistungsfall deutlich weniger Geld!

Flexibilität ist Trumpf

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Du weißt nie was Du bekommst.“, ist ein bekanntest Zitat aus dem Film Forest Gump. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in diesem Satz viel Wahrheit steckt.

Du kannst also vieles in Deinem Leben planen. Wie es hinterher kommt, dass weißt Du immer erst danach. Und deswegen sollte Deine Starter BU auch flexibel gestaltet werden können. Wenn Du nämlich nach der Ausbildung ungeplant noch ein Studium anhängst und sich der Beitrag Deiner Versicherung jetzt aber geplant schon erhöht, kann ein echtes Problem entstehen. Besser fährst Du daher mit einer möglichst langen Startphase, die Du bei Bedarf auch schon eher unterbrechen kannst.

Wenn Du dann mit der Schule, der Ausbildung oder dem Studium fertig bist sollte Deine BU-Versicherung außerdem eine Nachversicherungsmöglichkeit beinhalten, die auch bei einer Starter BU gezogen werden kann. Im Idealfall sollte die Versicherung dabei sogar auf alle Risikofragen (und nicht nur auf die Gesundheitsfragen) verzichten.

Mein Fazit

Eine Starter BU hat auf jeden Fall seine Berechtigung. In einigen Konstellationen kann diese sogar auf die gesamte Laufzeit günstiger sein als ein dauerhaft kalkulierter Tarif. Allerdings muss auch hier genau hingesehen werden.

Wenn Du wissen möchtest ob für Dich eine Starter BU eine passende Lösung ist, dann melde Dich gerne bei mir über mein Kontaktformular weiter unten.

 
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Liebe Blogleserinnen und Blogleser, ab heute kann man mich eventuell als Arbeitslos bezeichnen. Eigentlich besteht mein Job nämlich darin im Auftrag meiner Kunden die passende Absicherung für den Fall einer Berufsunfähigkeit zu suchen und zu finden. Doch das scheint nun vorbei, denn in einer kongenialen Koalition haben es Franke & Bornberg und n-tv geschafft DIE BESTE VERSICHERUNG ZU FINDEN. Das ist übrigens sogar Wissenschaftlern zuvor noch nicht gelungen 😉

Beste Versicherung

In dieser Pressemeldung könnt ihr nachlesen, wer diese Auszeichnung bekommen hat. Eigentlich brauchst Du mich dann ja jetzt gar nicht mehr. Du nimmst einfach einen der Besten Versicherungen und tadaaa…

Oder ist es doch nicht so einfach?

Mal im Ernst, natürlich behaupte ich gleich, dass es die Beste Versicherung gar nicht geben kann. Mein Job ist nämlich Anbieter und Tarife zu vergleichen und wer möchte schon gerne arbeitslos sein? So zumindest argumentieren einige Versicherungsvertreter, die ja auch nur ein Produkt bzw. einen Anbieter zur Auswahl haben. Was sollen die auch sonst sagen?

Ich möchte Dir aber gleich anhand ein paar ganz einfacher Beispiele einmal die Grenzen eines solchen Tests im Allgemeinen – inklusive aller Rating-Auszeichnungen und Rankings – aufzeigen. Danach entscheide Du bitte selbst, ob Du Dich künftig nach dem einfach und schnell „ich kaufe nach Rating“ oder nach der deutlich längeren und anstrengenderen Methode „Gesundheitshistorie aufbereiten, Bedingungsaspekte und Wünsche durchsprechen und danach den passenden (nicht den besten) Tarif zu finden“ entscheidest.

Was ist Dir wichtig?

Ich möchte es in diesem Blog einmal ganz einfach machen und für Jedermann verständlich. Darum gibt es heute auch nur ganz leichte Beispiel-Kost 🙂

Beispiel Nr. 1:

Kennst Du auch die Leute, die sich in einer 30er Zone mit Rechts-vor-Links-Vorfahrt fühlen wie auf einer Autobahn? Rechtsverkehr wird schlicht ignoriert (das hindert ja nur am Tempo) und das Gaspedal wird hart bis auf das Bodenblech gedrückt. Ok, ganz so schlimm ist es zum Glück oft nicht, aber ich denke Du weißt was ich meine.

Oder kennst Du die Leute, die beim Sprung von Rot auf Geld noch einmal richtig den Motor aufheulen lassen um bei Kirschgelb über die Ampel zu kommen?

In der Regel gehen diese Manöver zum Glück ohne Verletzte aus. Was aber, wenn es doch einmal zum Crash kommt?

Was, wenn Du dabei am Steuer sitzt weil Du es ausnahmsweise einmal eilig hattest? Vielleicht weil Du Deine Frau mit geplatzter Fruchtblase ins Krankenhaus bringen willst? Oder weil Dein Hund ganz dringend zum nächsten Tierarzt muss!?

Was, wenn Du durch diesen Unfall berufsunfähig wirst?

Wusstest Du, dass es nur ganz wenige Berufsunfähigkeitsversicherungen am Markt gibt, die in solchen Fällen ohne Probleme leisten? Wusstest Du, dass unter den BESTE VERSICHERUNG laut Rating auch welche dabei sind, die in dem Fall von vorsätzlichen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung NICHT leisten?

Musst Du vielleicht länger arbeiten?

Als einfaches Beispiel Nr. 2 möchte ich Dir folgendes erzählen: Wenn die Regelaltersgrenze in den kommenden Jahren weiter nach hinten verschoben wird, Deine Berufsunfähigkeitsversicherung aber eben nur bis zum 67. Lebensjahr abgeschlossen wurde (weil es aktuell nicht länger geht), könnte in Dir der Wunsch entstehen die Laufzeit nachträglich verlängern zu können.

Hier gibt es bereits einige Anbieter, die das möglich machen. Der eine nur bis zum 45. Lebensjahr, der nächste bis zum 50. Lebensjahr und einer sogar bis zum Ablauf. Einer ist aber nur dabei, bei dem Du die zum Abschluss vereinbarten Rechnungsgrundlagen (vor allem Dein Eintrittsalter) auch für die Verlängerung nutzen kannst. Mit anderen Worten: bist Du bei der Verlängerung bereits 45 Jahre alt kann der Vertrag bei den anderen ganz schön teuer werden!

Was kann nun die Beste Versicherung?

An diesen beiden Beispielen möchte ich Dir eigentlich nur Eines aufzeigen: Jeder Tarif ist anders. Es gibt  gewisse Leistungen bzw. Regelungen, die ich persönlich als sehr wichtig ansehe und die deswegen von einer Berufsunfähigkeitsversicherung zwingend erfüllt werden sollten, im Detail bleibt es aber immer eine individuelle Entscheidung. Wenn Du Dir also beide Bespiele einmal ansiehst, was wäre Dir persönlich nun wichtig? Und in welcher Ausprägung hast Du persönlich einen wirklichen Mehrwert?

Wir gehen übrigens bisher gänzlich davon aus, dass Du kerngesund bist und keine Hobbys hast. Zumindest keine Hobbys, die in irgendeiner Art und Weise gefährlich sein können.

Auch hier zwei Beispiele: ein Kunde von mir fährt Downhill Bike inkl. Wettbewerbe. Einige Versicherungen zeichnen dieses Risiko gar nicht. Einige nehmen einen Zuschlag von bis zu 50%. Ein Versicherer bietet im Rahmen von Aktionsanträgen für junge Leute allerdings zuschlagsfreien Versicherungsschutz. Nach diesem Risiko wird nämlich ganz konkret nicht gefragt.

Voraussetzung für diesen Aktionsantrag sind allerdings ein paar Gesundheitsfragen. Und schon haben wir das nächste Beispiel. Die gesundheitliche Ausgangssituation ist bei jedem meiner Kunden gänzlich anders. Um bei diesem Aktionsantrag zu bleiben kann es nun bei dem einen oder anderen sein, dass dieser gar nicht in Frage kommt, weil er in den letzten 5 Jahren Medikamente genommen hat oder beim Arzt gewesen ist.

Auch bei „normalen“ Anträgen gehen die Versicherungen mit ein und derselben Vorerkrankung ganz unterschiedlich um. Bei einer jungen Kundin von mir hatte ich nach zahlreichen Ablehnungen einen einzigen Versicherer gefunden, der ihr eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit geringem Zuschlag und einer Ausschlussklausel angeboten hat.

Worum geht es bei der Beste Versicherung?

Vielleicht kannst Du meine Ansichten ein wenig nachvollziehen. Konkret möchte ich aussagen, dass es die Beste Versicherung gar nicht geben kann. Es gibt die Versicherung, die am besten zu Dir passt. Das kann ich zu 100% unterschreiben.

Zudem sind unter den Kriterien auch solche wie „Service“ zu finden. Abgesehen davon , dass Dir niemand der Herren Rater (und ich auch nicht) garantieren kann wie lange es den guten Service noch gibt – bei einem Vertrag mit über 30 Jahren Laufzeit gar nicht so unwahrscheinlich, dass sich das mal ändert – spielt der Service doch überhaupt keine Rolle wenn es darum geht, dass Du Deine Leistung in Anspruch nehmen möchtest. Da kann die Dame oder der Herr am Telefon noch so nett und symphytisch sein. Da kann der Versicherungsvertreter Dir bei jedem Besuch den besten Kaffee kochen. Im Ernstfall entscheidet einzig und alleine das Bedingungswerk darüber ob Du Deine Berufsunfähigkeitsrente bekommst oder nicht.

Wenn Du nun den vermeintlich einfachen Weg gehen willst, dann sieh Dir gerne noch einmal die Beste Versicherung hier an. Wenn Du es aber lieber richtig machen willst, dann melde Dich gerne bei mir und lass uns zusammen herausfinden welche Versicherung am Besten zu Dir passt.

 

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schließen Sie einzig aus einem Grund ab: Wenn der Fall der Fälle eintritt, möchten Sie schnelle Hilfe haben. Wenn Sie also Ihre BU Rente beantragen wollen, sollten Sie diese 5 Tipps beachten.

BU Rente beantragen

1. Sind Sie vielleicht gar nicht berufsunfähig?

Das hört sich doch merkwürdig an, oder? Ich musste drei Mal überlegen, ob ich diesen Tipp mit aufnehme. Dann habe ich mich entschieden für das Modell „Praxis schlägt Theorie“. Denn anders als ich es vorher immer vermutet habe, ist den meisten Eigentümern einer Berufsunfähigkeitsversicherung gar nicht mehr klar, wann sie NICHT berufsunfähig sind.

Aus der Praxis einmal ein paar Fragen dazu:

„Ich bin schwanger und darf zum Wohle des Kindes nicht mehr arbeiten. Bin ich jetzt berufsunfähig?“

„Mein Arbeitgeber hat mich gekündigt und ich suche gerade einen neuen Job. Kann ich dafür Geld aus meiner Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen?“

„Ich kann wegen einer Allergie auf diverse Stoffe nicht mehr als Verfahrensmechaniker arbeiten. Hilft hier meine Berufsunfähigkeitsversicherung?“

Hätten Sie gedacht, dass die dritte Frage wohl sehr wahrscheinlich tatsächlich eine Berufsunfähigkeit auslöst? Die anderen beiden Fälle jedoch ganz sicher nicht.

Also, die goldene Regel Nummer 1: macht es überhaupt Sinn die BU Rente zu beantragen?

2. Was haben Sie?

Wenn Sie also bei Frage 1 zu dem Entschluss kommen, dass Sie höchstwahrscheinlich in Ihrer letzten Tätigkeit berufsunfähig sind, dann stellt sich die Frage, über welchen Zeitraum sie dies wohl sein werden.

Wenn ich wegen einer starken Magen-Darm-Grippe keinen Schritt zur Arbeit machen kann, weil diese nicht in unmittelbarer Nähe zum nächsten WC liegt, dann bin ich berufsunfähig. Da dieser Zustand aber aller Wahrscheinlichkeit nach 3-5 Tagen abgeklungen ist, habe ich noch keinen Anspruch auf meine Leistung.

In einem Großteil der BU-Tarife muss dieser Zustand über mindestens 6 Monate andauern. Ab diesem Zeitpunkt besteht mein Anspruch. Einige Versicherungen leisten dann auch rückwirkend für diesen Zeitraum und auch dann schon zu sofort, wenn mit nahezu einhundertprozentiger Wahrscheinlichkeit schon heute abzusehen ist, dass ich für mindestens 6 Monate in der Zukunft nicht arbeiten kann. Aber Achtung, hier gibt es auch Versicherungen mit unschönen Überraschungen.

3. Suchen Sie professionelle Hilfe

Wenn Sie bei den ersten beiden Punkten schon wissen „jau, das wird wohl leider so sein“, dann sollten Sie sich jetzt Hilfe holen. Also neben der Hilfe von einem Arzt, damit Sie wieder gesund werden, auch die Hilfe von einem Leistungsfallbegleiter. Hierbei sollte es sich um Versicherungsberater handeln, die sich auf eines spezialisiert haben: die BU Rente beantragen.

Natürlich arbeiten diese nicht kostenlos, aber eben auch nicht für umsonst. Sie haben deutlich weniger Arbeit und die größte Chance auf Ihre Leistung.

Denn, was wir heute sorgsam sähen, sollte auch sorgsam geerntet werden.

Sie kennen gerade keinen, der das macht? Dann fragen Sie mich, ich gebe Ihnen da die besten an die Hand.

4. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Im Prozess zur Beantragung der BU-Rente kommen Sie nicht drum herum, dass sich auch Ihr behandelnder Arzt äußern muss. Immerhin muss er die Situation aus medizinischer Sicht einschätzen. Dumm nur, wenn Ihr eigener Arzt der Meinung ist, Sie sind gar nicht berufsunfähig. Noch dümmer ist an dieser Stelle aber noch, wenn er dies Ihrer Versicherung auch so mitteilt.

Prüfen Sie daher alle Unterlagen (oder lassen diese durch einen Leistungsfallbegleiter prüfen), bevor diese an die jeweilige Versicherungsgesellschaft gehen. So haben Sie die Möglichkeit aktiv einzuwirken und Dinge richtig zu stellen.

Damit Sie aber hier nicht Gefahr laufen etwas zu verpassen, passen wir bei der Antragsstellung schon auf, dass hier alle Kreuzchen an der richtigen Stelle sind.

 5. nutzen Sie Ihre Versicherung auch

Wie kann man nur bei 5 Tipps zwei Mal so eine dämliche Überschrift wählen? Wenn Sie sich das jetzt nicht gerade fragen, dann tu ich es.

Leider weiß ich aus der Praxis, dass nicht jeder, der berufsunfähig ist, auch seine Leistung beantragt. Vor den Augen vieler Betroffener baut sich die Vorstellung auf jetzt eine ganze Menge Papierkram vor sich zu haben.

Sie müssen verstehen, diese Leute denken nicht durch die Brille eines gesunden, sondern aus der eines kranken Menschen. Und da ist eben auch mit dem Wohlbefinden nicht alles so gut. Verständlich!

Dennoch: wenn ich mit Betroffenen spreche, dann ist es meistens auch die Sorge um die finanzielle Zukunft. Um das „was kommt da auf mich / auf uns zu?“ Es ist die Angst um die eigene Existenz. Und genau deswegen haben Sie dieser Versicherung. Darum gilt es jetzt besonders, sich professionelle Hilfe zu holen, die finanzielle Situation gesichert zu wissen und sich dann auf eins konzentrieren zu können. Auf das Gesund werden.

 

 

 

„Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung musst du zwingend auf eine Leistungsdynamik achten“ ist eine häufig verwendete Empfehlung. Ob das auch so stimmt?

Leistungsdynamik

Oft empfohlen, selten hinterfragt

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kennt zwei Arten von Dynamik: die Beitragsdynamik und die Leistungsdynamik. Was der Unterschied ist, lesen Sie in diesem Beitrag. In dem aktuellen Artikel möchte ich mich mit den Vor- und Nachteilen der sogenannten (garantierten) Leistungsdynamik befassen, die von Verbraucherschützern und vielen Maklern gleichermaßen empfohlen wird.

Diese Art der Dynamik kommt dann zum Tragen, wenn Sie schon berufsunfähig sind und Ihre Rente erhalten. Jedes Jahr wird die Leistung damit um einen fest vereinbarten Prozentsatz garantiert erhöht. Damit soll die Inflation, also der Wertverlust des Geldes, ausgeglichen werden. Besonders bei länger andauernden Krankheiten und Unfallfolgen hört sich das schon einmal sehr sinnvoll an. Wahrscheinlich wird diese Klausel auch deswegen gerne von Verbraucherschützern und vielen Versicherungsmaklern als obligatorisch angesehen. Was ich an dieser Stelle jedoch nicht verschweigen möchte ist, dass Sie natürlich für diese Option auch einen (nicht unerheblichen) Mehrbeitrag zahlen müssen. Auch deswegen sollte man sich doch einmal genauer mit der Leistungsdynamik auseinandersetzten und die Sinnhaftigkeit überprüfen. Das tun wir jetzt auch.

Was kostet eine Leistungsdynamik?

Für eine Musterberechnung habe ich ein Angebot bei der Alten Leipziger gerechnet. Diese Versicherungsgesellschaft habe ich deswegen ausgewählt, weil die Qualität der Klausel besser ist ist am Gesamtmarkt. Im Fall einer temporären Berufsunfähigkeit (Sie werden also wieder Arbeitsfähig), fällt die Leistungshöhe hierbei nämlich nicht wieder auf den Ausgangswert zurück, sondern bleibt beim erhöhten Betrag für den Fall einer erneuten BU-Leistung.

Berechnung ohne LeistungsdynamikIn meiner Berechnung gebe ich vor Kaufmännischer Angestellter mit kfm. Ausbildung zu sein und mehr als 75% Anteil an Bürotätigkeit zu haben. Ohne Leistungsdynamik zahle ich dann für 1.000,- Euro Rente und einer Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr einen Beitrag in Höhe von 50,15 Euro im Monat (Tarifbeitrag 64,30 Euro).

Nun rechne ich das gleiche Beispiel einmal mit einer garantierten Erhöhung im Leistungsfall von 2% (da dies der durchschnittlichen Inflation sehr nahe kommt). Damit springt der zu zahlende Beitrag schon auf 56,70 Euro und der garantierte Tarifbeitrag auf 72,70 Euro. Für diesen Mehrbeitrag von über 10% erhalte ich also im Leistungsfall ab dem zweiten Jahr 2% mehr Rente.

Und was bringt sie?

Jetzt drehe ich den Spieß doch einmal um und berechne, wie viel Rente ich von vorneherein versichern kann, wenn ich von Beginn an den erhöhten Beitrag bezahle. Und anstelle meiner 1.000,- Euro bekomme ich dann 1.137,10 Euro versichert. Ab dem ersten Monat im Falle einer Berufsunfähigkeit. Und wenn ich jetzt ein bisschen rechne, komme ich zu dem (überraschenden) Ergebnis, dass ich erst ab dem 7. Jahr Leistung mit der Leistungsdynamik von 2% über die 1.137,10 Euro springe. In Summe habe ich zu diesem Zeitpunkt aber immer noch weniger Rente erhalten. Erst nach insgesamt 14 Jahren erhalte ich insgesamt bei beiden Varianten das Gleiche. Ab dem 15. Jahr Berufsunfähigkeit fahre ich mit dem Modell mit Leistungsdynamik besser.

Mit anderen Worten: In den allermeisten BU-Fällen bringt diese Option überhaupt keinen Vorteil, denn die durchschnittliche Leistungsdauer einer Berufsunfähigkeit beträgt (je nach Quelle) zwischen 5-7 Jahren.

Welche Alternative gibt es?

Eine BU-Versicherung läuft nicht selten über einen Zeitraum von 30-40 Jahren. Insbesondere, wenn Sie der Empfehlung folgen und sich bzw. Ihre Kinder schon als Schüler versichern (warum das meine Empfehlung ist?). Sollte also kurz nach Abschluss der Versicherung auch ein dauerhafter Leistungsfall eintreten, sind 15 Jahre schnell erreicht. In diesem Fall ist die Leistungsdynamik natürlich Gold wert. Doch, wie realistisch ist tatsächlich dieses Szenario? Möglich ist es aber definitiv!

Eine mögliche Lösung kann es daher sein, wie eben schon beschrieben, von Beginn an auf eine Höhere Rente zu setzen. Als nächsten Schritt überlegen Sie zudem Ihre Altersvorsorge durch eine Beitragsbefreiung im Falle einer BU abzusichern. Damit müssen Sie im Fall eines längeren Ausfalls Ihre Beiträge zur Altersvorsorge nicht mehr aus eigener Tasche zahlen. Dieses Geld haben Sie also zusätzlich für den täglichen Bedarf.

Ergänzend sollten Sie auch überlegen eine Unfallversicherung sowie eine Schwere-Krankheiten-Versicherung abzuschließen um insbesondere mit einer Einmalleistung notwendige Umbauten oder Anschaffungen sowie medizinische Behandlungen zu finanzieren. Damit lässt sich aber auch ein eventuelles Darlehen für Immobilien tilgen und somit wieder Kostenreduzierung zu schaffen.

Absicherung ist keine Einbahnstraße

Entscheidend ist jedenfalls immer, dass Ihre Absicherung auch individuell auf Sie zugeschnitten ist. Wenn Sie es selbst für sehr wahrscheinlich halten im Falle einer Berufsunfähigkeit über 15 Jahre auszuscheiden, ist eine Leistungsdynamik sinnvoll. Sind Sie der Meinung, Sie hätten gerne von Beginn an eine höhere Leistung und / oder Sie möchten Ihre Absicherung sinnvoll durch eine Unfall- und Schwere-Krankheiten-Versicherung ergänzen, ist es auch überhaupt nicht falsch eine solche Dynamik außen vor zu lassen.

Ganz egal, von wem Sie sich beraten lassen, es gibt einzig und allein eine einzige Person, die diese Wahl für Sie treffen kann – das sind SIE.

Darum ist das A und O ganz klar: Sie brauchen einen Berater, der Sie aufklärt und fragt anstatt solche wichtigen Entscheidungen über Ihren Kopf hinweg zu treffen.

Wenn Sie Ihre BU-Versicherung bei der WWK Lebensversicherung a.G. haben, hatten Sie sicherlich schon ein unerfreuliches Schreiben in Ihrem Briefkasten. Die Beiträge erhöhen sich ab dem 01.01.2018 deutlich. Was jetzt zu tun ist lesen Sie in meinem heutigen Beitrag.

Beitragserhöhung Berufsunfähigkeitsversicherung

(Keine) Schöne Bescherung

Einige WWK Kunden werden sich beim Öffnen des Schreibens der letzten Tagen erschrocken haben. Bis zu 35% ist der zu zahlende Beitrag für ihre Berufsunfähigkeitsversicherung gestiegen. Das ist mal eine Ansage. Aber einige von ihnen werden ein Déjà-vu haben, sie erhalten dieses Schreiben schon zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren.

Aber nicht nur die Kunden der WWK Lebensversicherung hat es getroffen. Vor ein paar Jahren gab es zum Beispiel auch ordentliche Beitragserhöhungen bei der Hanse Merkur Berufsunfähigkeitsversicherung und zu vor auch schon einmal bei einigen anderen.

Beitragserhöhung Berufsunfähigkeitsversicherung – wie kann so etwas passieren?

Bei der Kalkulation einer BU-Versicherung wird eine Vielzahl von Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Unter anderem das Eintrittsalter, die Laufzeit, die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden oder auch der bei Abschluss gültige Höchstrechnungszins (oft als Garantiezins bezeichnet). Aus diesen und weiterer Grundlagen ergibt sich dann der Tarifbeitrag, der umgangssprachlich auch Bruttobeitrag genannt wird.

In dieser Kalkulation sind aber auch Sicherheitspuffer und Risikogewinne einkalkuliert. Diese Gewinne entstehen dadurch, dass glücklicher Weise nicht jeder Versicherte auch seine Leistung benötigt. Ein Großteil dieser Überschüsse steht Ihnen als Kunde zu.

Was damit geschehen soll können Sie ebenfalls in vielen Fällen selbst entscheiden. Zum Beispiel lässt sich dieses Geld in einen Investmentfonds oder die klassische Anlage der Versicherungsgesellschaft investieren. Am Ende der Laufzeit kann das Guthaben dann steuerfrei ausgezahlt werden.

Die von mir in der Regel empfohlene Variante ist jedoch die direkte Verrechnung mit den Beiträgen. Der Tarifbeitrag wird dann direkt um die Überschüsse reduziert und Sie zahlen einen geringeren Beitrag – den sogenannten Nettobeitrag.

Entgegen dem über die Laufzeit garantierten Bruttobeitrag hängt der zu zahlende Nettobeitrag sehr stark von den tatsächlichen Risikogewinnen ab. Und wenn ein Aktuar bei der Kalkulation ein bisschen zu optimistisch gerechnet hat und die Überschüsse sinken, dann steigt eben der Zahlbeitrag. Es mag aber auch Versicherungen geben, die sich bewusst „verkalkuliert“ haben. So lassen sich falsch beratene Kunden schnell auf so einen Vertrag ein. Nach wenigen Jahren kommt dann das böse Erwachen eines wesentlich höheren Beitrags.

Augen offen halten

Wenn Sie sich von vorne herein möglichst vor Beitragserhöhungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung schützen wollen, prüfen Sie die Differenz zwischen Tarif- und Zahlbeitrag. Je höher diese ist, je wahrscheinlicher sind Anpassungen. Auch sollten Sie generell den Bruttobeitrag im Blick haben. Es kann sich lohnen heute Netto ein paar Euro mehr zu zahlen als bei einem vermeintlich günstigeren Anbieter, wenn der Tarifbeitrag günstiger ist.

Andererseits muss ich an dieser Stelle aber auch klarstellen, dass vor dem Beitragsvergleich immer die passenden Versicherungsbedingungen gefunden werden sollten. Es bringt ja herzlich wenig, wenn Sie zwar nur einen geringen und dauerhaft stabilen Betrag im Monat zahlen müssen, wenn es drauf ankommt aber große Probleme haben Ihre Rente zu erhalten.

Worauf Sie sonst noch bei der Auswahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten sollten.

Was tun nach einer Erhöhung?

Sie haben schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung und sind nun auch von einer Beitragserhöhung betroffen? Dann sollten Sie eine wichtige Regel beherzigen: auf keinen Fall sofort kündigen!

Vielmehr sollten Sie sich fachmännisch beraten lassen um folgende Punkte zu klären:

  • Wie lange läuft Ihr Vertrag schon? Sind Sie gegebenenfalls schon aus der 10-Jahresfrist zur Prüfung der Vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung heraus? Bei einem Wechsel beginnt diese selbstverständlich wieder von vorne.
  • Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich zahlreiche Rechnungsgrundlagen verändert haben wie zum Beispiel Ihr Eintrittsalter, der Garantiezins aber auch die Kalkulation der unterschiedlichen Berufsgruppen. Dies kann einen Neuvertrag teurer, aber auch günstiger machen.
  • Wie sind die Versicherungsbedingungen Ihrer aktuellen Versicherung? Gibt es in Ihrem Vertragswerk vielleicht Klauseln, die Sie heute gar nicht mehr bekommen? Oder sind Ihre Bedingungen längst überholt und ein Wechsel wäre auch aus Leistungssicht angeraten?
  • Steht es um Ihren Gesundheitszustand nach wie vor gut? Haben sich seit Abschluss der bestehenden BU gesundheitliche Verschlechterungen ergeben, die zu einer Ablehnung oder zu Klauseln oder Risikozuschlägen führen können?
  • Ist der Tarifbeitrag im aktuellen Vertrag zum nun gestiegenen Beitrag immer noch ein gutes Stück entfernt? In solchen Fällen ist auch zu bedenken wie wahrscheinlich dann eine erneute Erhöhung in den nächsten Jahren ist.

Nur wenn die oben genannten Fragen abschließend geklärt sind und Sie sich einen vollständigen Marktüberblick zu Leistungen und Beträgen verschafft haben, lässt sich eine Entscheidung treffen.

Ein Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung ist, anders als immer wieder mal behauptet, kein „no-go“. Wenn alle Spielregeln eingehalten werden kann sich dieser sogar als sehr positiv für Sie zeigen.

Das gilt es aber unbedingt zu prüfen, denn  in vielen Fällen kann es auch sehr sinnvoll sein die bestehende Versicherung trotz höherem Beitrag zu behalten.

Mehr zum Thema

Auch andere Makler haben sich mittlerweile zum Thema „Beitragserhöhung Berufsunfähigkeitsversicherung“ geäußert. So zum Beispiel Tobias Bierl in seinem Artikel Schöne Bescherung – die WWK erhöht massiv den Nettobeitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung & Risikolebensversicherung

Welche Höhe sollte eine BU-Rente haben? Was für eine Laufzeit der Vertrag? Welche Optionen passen zu Ihnen? In wenigen Minuten erfahren Sie, wie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll gestaltet wird.

Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll

 

Die Ausgangssituation ist irgendwie immer die Gleiche

Wenn Sie sich schon einmal mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigt haben, kennen Sie die vielen Fragen, die Ihnen sicherlich durch den Kopf gegangen sind. Wie hoch sollte Ihre Absicherung sein? Wie lange soll der Vertrag laufen? Ist es ratsam Versicherungs- und Leistungsdauer unterschiedlich zu halten? Welche der mittlerweile zahlreichen Optionen sollten Sie dazu wählen? Manche Anbieter, wie zuletzt die Hannoversche Lebensversicherung in ihrer Online BU (hier geht es zum Testbericht), machen es sich einfach und schlagen einfach 1.000,- Euro und eine Laufzeit bis zum 65. Lebensjahr vor.

Was müssen Sie also beachten, damit eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll Ihre Existenz schützt?

Bedarf und Bedürfnis

„Wie viel Geld brauchen Sie, wenn Sie ab morgen kein Einkommen mehr erhalten?“ Diese Frage stelle ich stets vor jeder Beratung. Woran denken Sie konkret? Von welcher Ausgangssituation kommen Sie? Waren Sie bis letzte Woche vielleicht noch Azubi oder gar Student, dann sind Sie es gewohnt mit wenig Geld auszukommen. Entsprechend gering ist Ihr Bedürfnis nach der Absicherungshöhe.

Leider ist es aber doch  nicht ganz so einfach den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Zum einen, weil Ihre Ausgaben recht proportional mit Ihrem Einkommen steigen. Zum anderen aber auch, weil die Berufsunfähigkeitsabsicherung nicht mit dem 67. Lebensjahr endet, sondern mit dem Ableben. Was bringt es Ihnen, wenn Sie bis zum Renteneintritt Ihren Lebensstandard halten können, danach aber in ein tiefes Finanzloch fallen? Richtig, gar nichts!

Zu Ihrem Bedarf gehört also auch, dass wir Ihre Altersvorsorge in vollem Umfang berücksichtigen. Zum einen müssen Sie trotz Berufsunfähigkeit jederzeit in der Lage sein Ihre private Altersvorsorge ohne Einschränkungen weiter finanzieren zu können. Wenn Sie aktuell schon eine private Altersvorsorge aufbauen und vielleicht 250,- Euro jeden Monat hierfür an die Seite legen, planen Sie dies gedanklich eventuell schon in Ihr Bedürfnis mit ein.

Meistens wird an dieser Stelle aber der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung vollkommen außer Acht gelassen. Nehmen wir einmal an, Sie verdienen im Jahr 30.000,- Euro brutto. Dann landen jeden Monat ganze 467,50 Euro in Ihrer gesetzlichen Rente – 18,7% im Jahr 2017 aufgeteilt auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wenn Sie Berufsunfähig sind zahlt schließlich niemand mehr diese Beiträge.

Für alle, die diese Berechnung nicht ganz greifen können: je 10 Jahre, die Sie aufgrund einer Berufsunfähigkeit nicht arbeiten können, müssen Sie später einmal auf rund 25% Altersrente im Monat verzichten.

Falsche Annahmen in der Laufzeit

Neulich habe ich von einer Idee gelesen: Da der Beitrag für eine BU-Versicherung mit Erhöhung der Laufzeit auch deutlich steigt, könnte man doch einfach eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll bis zum 60. Lebensjahr abschließen und gleichzeitig die daraus resultierende Beitragsersparnis in eine Rentenversicherung zahlen. Tritt durch Krankheit oder Unfall eine BU ein, zahlt die Versicherung bis zum Alter von 60 eine entsprechende Rente und die Beiträge für die Rentenversicherung, nach dem diese dann ausläuft steht das Kapital aus der Rentenversicherung zur Verfügung.

Verkäuferisch ist das eine tolle Lösung. Wenn Sie gesund bleiben, verfügen Sie über einige Ersparnisse und wenn Sie doch krank werden, können Sie davon die letzten Jahre leben.

Leider geht die Rechnung nicht wirklich auf, denn selbst bei einer Ersparnis in Höhe von 50,- Euro im Monat bei einem Abschluss bis zum 60. Lebensjahr im Vergleich zu einer Laufzeit bis zum Alter von 67 Jahren und einer Gesamtlaufzeit des Vertrags von 30 Jahren (bis Sie 60 sind), hätten Sie 18.000, -Euro angesammelt. Ok, im Rahmen einer Fondsgebundenen Rentenversicherung mit einer Rendite von 5% nach Kosten, haben Sie immerhin knapp 41.000,- Euro. Steuern müssten Sie dann auch noch zahlen, aber diese lassen wir jetzt einfach mal weg. Was sich hier nach einer Menge Geld anhört, muss aber für mindestens 7 Jahre reichen. Und bei einer Rendite von 3,5% können Sie über diesen Zeitraum immerhin gute 550,- Euro.

Ob das nun reicht um Ihren Lebensstandard in 30 Jahren zu halten? Beurteilen Sie am besten selbst.

Wem diese grobe Berechnung nicht reicht, der findet eine detaillierte Darstellung im Blog „Wie du das richtige Endalter beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wählst“ vom geschätzten Maklerkollegen Torsten Breitag.

Garantierte Rentenerhöhung im Leistungsfall

Was passiert eigentlich, wenn Sie über einen längeren Zeitraum berufsunfähig sind, mit dem Wert Ihrer abgeschlossenen BU-Versicherung? Richtig, er fällt Jahr für Jahr ab. Je nach Höhe der Inflation kann es so über ein paar Jahre passieren, dass sie sich sogar halbiert.

Da hört es sich schlau an, für den Fall der Fälle eine garantierte, jährliche Erhöhung Ihres Vertrags im Leistungsbezug einzukaufen. Von vielen Maklerkollegen wird diese Möglichkeit sogar als obligatorisch angesehen und Tarife, die eine solche Möglichkeit nicht vorsehen werden in der Beratung gar nicht berücksichtigt.

Ich vertrete hier eine etwas andere Auffassung. Geschuldet ist dies der Tatsache, dass die allermeisten Berufsunfähigkeiten eben nicht dauerhaft, sondern temporär sind und nach 5,6 oder 7 Jahren wieder auslaufen. Mit ganz wenigen Ausnahmen wird für den nächsten Leistungsfall die Rentenhöhe wieder auf Anfang zurückgesetzt. Der Vorteil wäre dann kassiert.

Der nächste Grund ist, dass diese Rentensteigerung verdammt teuer erkauft werden muss. Schon bei einem Prozent jährliche Steigerung reden wir über einen Mehrbeitrag von rund 5%. Meinen Kunden empfehle ich an dieser Stelle den Mehrbeitrag lieber in eine höhere Rente zu investieren. Davon profitieren Sie nämlich vom ersten Monat.

Rechnen wir doch mal

Vergleicht man nun Kunde A mit einer garantierten Rentensteigerung und Kunde B, der den höheren Beitrag lieber in eine höhere Startrente investiert, überschneiden sich die Rentenhöhen erst nach rund 6-8 Jahren (je nach Anbieter). Das heißt aber ja noch nicht, dass Kunde A nach 8 Jahren auch in Summe mehr Geld ausgezahlt bekommen hat.

Und ja, nach vielen Jahren ergibt sich definitiv ein Vorteil aus einer garantierten Rentensteigerung. Wenn es sich ein Kunde leisten kann 100% des Nettoeinkommens bis zum 67. Lebensjahr abzusichern und dann neben z.B. einer Unfallversicherung und einer Schweren-Krankheiten-Versicherung (Dread Disease) oder gegebenenfalls auch einer ergänzenden Grundfähigkeitsversicherung noch Geld übrig hat, der soll auf jeden Fall eine garantierte Rentensteigerung einschließen.

Wir dürfen an dieser Stelle aber auch nicht vergessen, dass Sie auch während dem Erhalt Ihrer Rente nach wie vor an den Gewinnen „Ihrer“ Versicherungsgesellschaft bzw. Ihres Tarifes beteilig werden müssen. Dieser Gewinn wird ohnehin jedes Jahr dazu verwendet die Höhe der BU-Rente anzuheben. Natürlich kann es durchaus passieren, dass die Gewinne auf null zurück fallen, in diesem Fall sollten Sie aber auch als Beitragszahler immer lediglich den Tarifbeitrag im Blick haben. Denn auch dieser würde analog steigen.

Welche Optionen sind in einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Anstatt sich auf inhaltliche Verbesserungen zu konzentrieren, die leider eher schwerfällig am Markt wahrgenommen werden, verstehen es einige Versicherungen zusätzliche Optionen also Verbesserungen zu verkaufen. Gegen Mehrbeitrag versteht sich. Aber lohnen sich diese Add on’s?

Volle Leistung schon bei Krankschreibung

Die AU-Klausel (Arbeitsunfähigkeitsklausel) ist vor vielen Jahren von der Condor Lebensversicherung eingeführt worden. Hier allerdings als fester Bestandteil im Vertrag. Damals noch belächelt und nicht selten verpönt, gibt es heutzutage kaum noch einen Anbieter, der diese Klausel nicht anbietet.

Wer so eine Vereinbarung in seinem Vertrag hat, bekommt auch dann schon die volle Leistung, wenn er über einen Zeitraum von 6 Monaten eine durchgängige Arbeitsunfähigkeit nachweisen kann. Es muss also nicht zwingend eine Berufsunfähigkeit per Definition vorliegen. Das hört sich gut an. Allerdings wird diese Leistung in einem neuen Vertrag für maximal 36 Monate gezahlt. Bei den meisten Versicherungen sogar nur halb so lange.

Verdopplung und lebenslange Rente im Pflegefall

Eine weitere Option ist die Pflegeklausel. Hierbei erhalten Sie im Pflegefall eine Verdopplung Ihrer Rente bis zum Ablauf der Versicherung. Danach wird die Leistung dann in einfacher Höhe weiter gezahlt. Natürlich inklusive Rentenerhöhungen aufgrund einer Leistungsdynamik oder auch der Gewinnanteilen.

Gehören Sie zu denjenigen, die bis zum 67. Lebensjahr noch nicht pflegebedürftig sind, haben Sie die Möglichkeit eine Pflegerentenversicherung ohne Gesundheitsfragen abzuschließen. Allerdings zu den dann gültigen Rechnungsgrundlagen und das wird die Sache sehr stark verteuern.

Verzicht auf Beitragserhöhungen

Auf dem deutschen Versicherungsmarkt werden Sie zu 99% auf Berufsunfähigkeitsversicherungen stoßen, die zwei Beiträge nennen: den Zahlbeitrag und den Tarifbeitrag. Wogegen der erstgenannte Betrag stark von den Risikogewinnen einer Versicherung abhängt und sich somit auch erhöhen kann, ist der Tarifbeitrag erst einmal garantiert.

Es gibt da allerdings den §163 im Versicherungsvertragsgesetz. Dieser besagt, dass der eigentlich garantierte Beitrag doch erhöht werden kann. Hierfür gibt es allerdings klare Regeln und der Paragraph darf nur dann angewendet werden, wenn das Versicherungskollektiv zu kollabieren droht.

Wer sich dennoch vor dieser Möglichkeit schützen möchte sucht entweder eine BU-Versicherung, die generell auf die Anwendung dieser Erhöhung verzichtet oder Sie buchen Sich den Verzicht auf den §163 gegen Mehrbeitrag hinzu.

Welche dieser Optionen in Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Es kommt hier natürlich auf Ihre speziellen Wünsche an. Grundsätzlich gilt für mich aber die Formel: erst müssen die Bedingungen im Kern passen, dann Laufzeit und Rente und danach können wir über die Optionen reden.

Ist das wirklich so kompliziert?

Ja ist es wirklich. Denn eine Berufsunfähigkeitsversicherung erfüllt ihren Zweck nur dann, wenn sie richtig ausgestaltet wurde. Solange Sie keine Hilfe brauchen, merken Sie es auch gar nicht, wenn hier Fehler gemacht wurden. Ein bisschen ist es wie mit dem Airbag im Auto: ob wirklich einer da ist wo er hingehört, erfahren Sie erst dann, wenn Sie ihn brauchen.

 

 

 

 

 

Wenn Sie verbeamtet sind, brauchen Sie eine spezielle Klausel für den Fall der Dienstunfähigkeit. Das behaupten zumindest zahlreiche Beamtenverbände. Stimmt das denn auch?

Dienstunfähigkeit

Wie wichtig ist eine Klausel für die Absicherung einer Dienstunfähigkeit (DU)? Braucht es hier sogar eine, die schon bei teilweiser DU zahlt?

Diese Frage höre ich natürlich gerade von (werdenden) Beamten sehr oft. Manche fragen sogar danach, ob sie ihre bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen sollen, weil der Deutsche Beamten Bund Ihnen gesagt hat ohne Dienstunfähigkeitsversicherung geht’s gar nichts. In diesem Blog möchte ich mit Vorurteilen und einem großen Mythos aufräumen.

Was ist Dienstunfähigkeit eigentlich?

Dienstunfähig sind Sie, wenn Sie aus gesundheitlichen oder körperlichen Gründen dauerhaft nicht mehr in der Lage sind Ihre Dienstpflichten zu erfüllen. Oder aber, wenn Sie dies innerhalb der letzten 6 Monate, für mindestens 3 Monate nicht konnten UND keine Aussicht besteht, dass diese in den kommenden 6 Monaten wieder vollständig hergestellt wird. In diesem Fall werden Sie in den Ruhestand versetzt. Dies passiert jedoch nicht, wenn Sie noch anderweitig verwendbar sind. Den kompletten Gesetzestext finden Sie hier.

Anders als oft behauptet muss jedoch noch nicht einmal ein Amtsarzt sein „ok“ für die Versetzung in den Ruhestand geben. Es reicht hier erst einmal aus, wenn die Behörde als Ihr Dienstherr dies so beschließt.

Leistung ohne weitere Prüfung

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung, so wie sie oft propagiert wird, gibt es eigentlich gar nicht. Im Wesentlichen handelt es sich dabei nämlich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer speziellen Klausel.

Und diese gibt es auch in mehreren Ausführungen. Während die „echte“ DU-Klausel sich dem Urteil des Dienstherrn anschließt und keine weitere Prüfung durch den Versicherer zulässt, prüft die Versicherung bei der „unechten“ Klausel vor Zahlung der Leistung anhand von ärztlichen Unterlagen selbst, ob sie sich dem Urteil der Behörde anschließen.

So hört sich die Dienstunfähigkeits-Klausel in der „echten“ Ausführung doch schon einmal nach einem deutlichen Vorteil an.

Abgrenzung zur BU-Definition

Wer sich schon einmal mit dem grundsätzlichen Leistungsauslöser eine Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigt hat, dem erzähle ich jetzt nichts Neues. Dieser lautet nämlich „kann die Versicherte Person ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit, wie sie ohne gesundheitliche Einschränkungen ausgestaltet war, aufgrund von Krankheit, Körperverletzung oder (mehr als) altersentsprechendem Kräfteverfall nicht mehr ausüben zu mindestens 50% und über 6 Monate oder länger, so ist sie berufsunfähig“.

Legen wir doch einmal die beiden Definitionen (BU und DU) übereinander. Schnittmengen finden wir vor allem im „wie“. Auch der Zeitraum ist ziemlich ähnlich, aus meiner Sicht ist der Zeitraum der Dienstunfähigkeit sogar schwerer zu erreichen, da Sie dauerhaft nicht mehr in der Lage sein dürfen Ihre Dienstpflichten zu erfüllen.

Aber, wenn diese Hürde gesprungen ist, ist der Nachweis zur Auszahlung der Rentenleistung schnell erbracht. Es reicht eben das Amtsärztliche Zeugnis. Das kürzt diesen Schritt zumindest ab.

Ist die Spezielle Dienstunfähigkeit – Klausel wichtig?

Insbesondere die DBV (Deutsche Beamten Versicherung) prescht immer wieder nach vorne mit der Behauptung, dass eine spezielle Dienstunfähigkeits-Klausel insbesondere bei Beamten im Vollzug unerlässlich ist. Als Beispiel wird gerne angeführt, dass der Polizist, der seinen Finger verliert und keine Waffe mehr bedienen kann, von seinem Dienstherrn intern, anstatt in den Ruhestand versetzt wird. Dies kann durchaus zu einer Einkommensminderung führen.

Andererseits kann ein Polizist nach dem Verlust seines Fingers seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit auch nicht mehr wie gesunden Tagen ausüben. Dies legt dann auch schon eine Leistungserbringung gemäß den gewöhnlichen Bedingungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung nah. Somit sehe ich zumindest nur einen eingeschränkten Mehrwert, der zudem teuer erkauft werden muss. Diese Zusatzklausel gibt es natürlich nicht für lau.

BU-Bedingungen haben Vorrang

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass eine Dienstunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen immer auch eine Berufsunfähigkeit mit sich zieht. Zumindest in 99% aller Fälle.

Auch sollten Sie bitte immer bedenken, dass nicht jeder Beamte auf für immer im öffentlichen Dienst bleibt. In einigen Fällen ist die Gier nach etwas Neuem eben größer, als die Sicherheit für den Staat zu arbeiten. Auch in diesen Fällen ist eine DU-Klausel alleine dann nichts mehr wert.

Daher gilt die Devise: erst die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen und unter den Tarifen, die für Sie in Frage kommen, den nehmen, der eine „echte“ DU-Klausel im Vertragswerk verankert hat. Denn es ist eben nur ein Aspekt von Vielen.

Eine Frage der Laufzeit

Einige Versicherungen bieten für Beamte, je nach Beruf, verkürzte Laufzeiten an. Die Begründung klingt auf den ersten Blick schlüssig: die Absicherung durch den Dienstherrn ist wesentlich höher als in der Privatwirtschaft, demnach der Absicherungsbedarf geringer.
Allerdings sollten Sie hierbei nicht vergessen, dass auch der Staat und die Länder immer weiter sparen müssen und in diesem Zuge die, immer noch sehr gute, Versorgung ihrer Bediensteten herunterfahren.

Legen Sie auch deswegen Wert auf eine möglichst lange Absicherung. Insbesondere in höherem Alter steigt natürlich auch das Risiko.

 

 

 

Auch eine Hebamme sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Berufsunfähigkeitsversicherung Hebamme

Der Beruf als Hebamme ist eigentlich mehr eine Berufung als nur ein Job. Eine Familie auf dem Weg zum schönsten Ereignis des Lebens zu begleiten und in vielen Fällen sogar live mit dabei zu sein. Das macht diese Arbeit als Hebamme zu etwas ganz Besonderem.

Wer schon einmal Nachwuchs bekommen hat oder beruflich mit Hebammen zu tun hat, der kann erahnen, wie vielseitig dieser Beruf ist. Die Vorbereitung der werdenden Mütter auf die Geburt. Mit dabei zu sein, wie ein neues Lebewesen das Licht der Welt erblickt. Die ganzen schönen Momente miterleben und die erste Zeit nach der Geburt begleiten zu dürfen. Herrlich!

Auch als Hebamme sollten Sie sich frühzeitig mit der richtigen Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit beschäftigen. Warum und worauf Sie achten müssen, erfahren Sie jetzt.

Hohes Anforderungsprofil

Überall, wo Sonne ist, gibt es auch Schatten. Auch in diesem schönen Beruf. Insbesondere bei den Geburtsvorbereitungskursen und auch bei den Rückbildungseinheiten schadet eine gute körperliche Verfassung nicht. Das Gleiche gilt auch bei der Geburtshilfe. Hier vielleicht sogar noch etwas mehr, denn nicht jede Mutter wiegt unter 60 Kilogramm.

Neben den körperlichen Voraussetzungen kann dieser Job aber auch ziemlich auf die Psyche schlagen. So sucht manche Mutter in der Hebamme gerne eine Schuldige, wenn Dinge einmal nicht klappen. Auch läuft nicht jede Geburt reibungslos ab. In einigen Fällen gibt es sogar eine Todgeburt zu verkraften. Dazu kommen Wechselschichten bis tief in die Nacht bzw. früh in den Morgen.

Als junger Mensch steckt man so etwas wahrscheinlich noch gut weg. Mit zunehmendem Alter und auch mit der eigenen Familienplanung wird dies dann wohl zunehmen schwerer zu vereinbaren. Auch kenn ich persönlich einige Mütter, die nach der Geburt des eigenen Kindes viel emotionaler auf die Schicksale von anderen Babys reagieren.

Rücken und Psyche, Herz und Krebs

Wem diese Höchstleistung einer Hebamme klar geworden ist, der versteht sehr gut, wie schnell Krankheiten oder Unfälle hier zur Berufsunfähigkeit führen können. Gerade ein schweres Rückenleiden oder Depressionen und „Burn-out“, führen zum dauerhaften KO. Unterschätzt werden dabei aber häufig die temporären Erkrankungen. Zum Beispiel die Volkskrankheit Nummer 1 – der Krebs. Auch Herz- und Kreislauferkrankungen, Nervenleiden oder Allergien sind mögliche Ursachen.

In allen diesen Fällen ist eine Pause für mindestens sechs Monate sehr wahrscheinlich. Vielleicht sogar die Aufgabe der bisherigen Tätigkeit .

Man könnte meinen, dass sich die Hebamme damit gar nicht so sehr von anderen Berufen unterscheidet. Die Mischung aus körperlich und geistig sehr hohen Ansprüchen macht sie aber dann doch besonders.

Sonderrisiken einer Hebamme

Stellen Sie sich einmal vor, Sie arbeiten viel mit Menschen. Und zwar dann, wenn diese wenig bis gar nicht geschützt sind. Zum Beispiel bei einer Geburt. Nun haben Sie sich dummerweise eine Infektion eingefangen, die Ihnen genau diese Tätigkeiten verbietet. Sie sind aber nicht krank, zumindest nicht so krank, dass Sie berufsunfähig sind. Mit anderen Worten: Sie können noch arbeiten, dürfen es aber nicht (Infektionsschutzgesetz). Für diesen Fall sollte Ihr Vertrag über eine Infektionsklausel verfügen. Aber Achtung, in vielen Bedingungswerken ist diese Klausel auf Ärzte beschränkt. In Ihrem Fall sollte diese entweder für alle Berufe gelten oder die Hebamme klar benannt sein.

Sind Sie Freiberuflich tätig oder planen Sie diesen Schritt, so sollten Sie darauf achten, dass für Sie keine Umorganisationsklausel im Vertrag enthalten ist. Dann müssten Sie Ihren Betrieb nämlich im Fall einer Berufsunfähigkeit umorganisieren, wenn Sie Ihren Beruf dadurch weiter ausüben könnten.

Berufsunfähigkeitsversicherung Hebamme – Die Vertragsgestaltung

Bei der Frage wie Ihr Vertrag ausgestaltet ist, spielen sowohl Ihr Einkommen heute, wie auch die beruflichen Ziele und Pläne eine große Rolle. So sollte die heutige Rentenhöhe, die Laufzeit und auch mögliche Nachversicherungsgarantien ohne neue Risikoprüfung gut geplant werden. Der berühmte Schnellschuss kann sonst schnell teuer werden.

Wenn Sie aktuell noch Schüler sind und Ihr Traumberuf der als Hebamme ist, sollten Sie sich meinen Blog „Braucht ein Schüler eine Berufsunfähigkeitsversicherung“ auf jeden Fall durchlesen.