Die Prozessquote in der Berufsunfähigkeitsversicherung zeigt an wie viele Gerichtsprozesse gegen eine Versicherung geführt wurden. Dabei wird die Anzahl der Prozesse ins Verhältnis mit der Anzahl der beantragten Berufsunfähigkeitsrenten gesetzt.

Diese Kennzahlen werden von verschiedenen Ratingunternehmen erhoben.

Allerdings geben diese Zahlen mehr Fragen als Antworten auf:

  • wie viele von den geführten Prozessen hat die Versicherung gewonnen?
  • in wie vielen Fällen kam es zu einem Vergleich?
  • wie oft hat der Kunde gegen die Versicherung die Leistung zu Recht erstritten?
  • warum kam es zu einem Prozess (zum Beispiel wegen Verletzung der Anzeigepflicht)?

Erst, wenn wir wirklich alle diese Werte kennen und wissen, dass in die Prozessquote nur solche Fälle einfließen, in denen die Versicherungsgesellschaft zu Unrecht die Leistung verweigert, dann könnten wir mit diesem Wert etwas anfangen.

Das bringt uns aber zu einem neuen Problem:

Die Prozessquote ist immer ein Blick in die Vergangenheit. Die aktuelleste Quote, die Sie bekommen können, basiert im besten Fall auf dem letzten Kalenderjahr. In der Regel ist diese sogar schon ein Jahr älter.

Wenn Sie heute eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, dann versichern Sie Sich aber für die nächsten Jahrzehnte. Ob eine aktuell gute (geringe) Prozessquote in zehn oder zwanzig Jahren auch noch gut ist oder sich eine Versicherung mit einem heute schlechten Wert in der Zukunft verbessert, wissen wir nicht.