Die Beste Berufsunfähigkeitsversicherung des Volkswohl Bund aller Zeiten – das behauptet der Dortmunder Traditionsversicherer zumindest von seinem überarbeiteten Produkt. Ob er hier Recht behalten wird? Das lesen Sie im aktuellen Test.

Volkswohl Bund

Gutes noch ein bisschen besser machen

Der Volkswohl Bund hat vor einiger Zeit seine Bedingungen erheblich verbessert. Nun kommt im Spätsommer ein neues Update. Was hat sich getan? Hat die „Beste BU des Volkswohl Bund aller Zeiten“ das Zeug es mit den Besten am Markt aufzunehmen?

Gute Definition des Berufs – bei Schülern geht noch etwas mehr

Wichtig ist, wie eine Versicherung die Berufsunfähigkeit definiert. Der Volkswohl Bund versichert hier die zuletzt ausgeübte Tätigkeit, so wie sie in gesunden Tagen ausgeübt wurde. Neben Krankheiten und Körperverletzung reicht hier auch der einfache Kräfteverfall um an die Leistung zu kommen. Andere haben hier den mehr als altersentsprechenden Kräfteverfall versichert, was den Verbraucher in die Beweislast bringt.

Da die neue BU bereits ab dem 10. Lebensjahr abgeschlossen werden kann, ist auch die Definition eines Schülers von entscheidender Bedeutung. Leider ist hier nur die Schulausbildung ganz allgemein abgesichert. Es spielt keine Rolle wie der Schulalltag tatsächlich ausgestaltet war und welche Schulform besucht wurde.

Gleiches gilt auch beim Auszubildenden und dem Studenten. Wobei der Volkswohl Bund bei Letzterem immerhin das nach Abschluss des Studiums angestrebte Berufsbild ebenfalls versichert. Dies wird bei der Antragsstellung mit angegeben.

Auch bei Aufnahme einer neuen Tätigkeit gelten klare Regeln

Stellen Sie sich vor, Sie sind an Depressionen erkrankt und können Ihren Beruf nicht mehr so ausüben wie bisher. Wenn Sie aber fortan auf Sichtdienst verzichten, könnten Sie weiterhin Ihrem Beruf nachgehen. Es gibt aber weniger Geld. Logisch.

Der Volkswohl Bund definiert hier eine klare Grenze beim Einkommensverlust von 20%. Verdienen Sie also maximal 80% Ihres letzten Brutto, so erhalten Sie Ihre volle Berufsunfähigkeitsrente. Ein wichtiger Vorteil.

Die gleiche Regelung findet auch bei Selbstständigen Anwendung, wenn auf eine mögliche Umorganisation des Betriebs geprüft wird. Allerdings verzichtet der Versicherer auch hier auf eine Prüfung bei Betrieben mit weniger als 5 Mitarbeitern oder, wenn der Selbstständige ein Studium abgeschlossen hat und mindestens zu 90% Bürotätigkeiten ausübt.

Achtung beim Start-Tarif des Volkswohl Bund

Schüler, Azubis und Studenten (beziehungsweise deren Eltern) haben oft das Problem, dass auf der einen Seite nicht so viel Geld rein kommt, auf der anderen Seite aber eine Menge Kosten stehen. Und jetzt soll auch noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung finanziert werden (warum ein Abschluss in frühen Jahren sinnvoll ist). Da bietet es sich förmlich an, dass es sogenannte Start-Tarife gibt. Diese sind in den ersten 5 – 10 Jahren deutlich günstiger; über die ganze Laufzeit gesehen jedoch teurer. Ein Geschäft, das in Anbetracht der Wichtigkeit einer solchen Versicherung Sinn machen kann.

Beim Volkswohl Bund verhält es sich konkret so, dass die Rentenhöhe in den Jahren 6-10 jährlich fällt. Alternativ kann der Beitrag angepasst werden um den Versicherungsschutz in der Höhe aufrecht zu erhalten.

Soweit so gut.

Aber was passiert im Fall einer frühen Berufsunfähigkeit?

Sie schließen als Schüler eine BU-Rente in Höhe von 1.000,- Euro ab. Nach vier Jahren werden Sie berufsunfähig durch eine Krebserkrankung und erhalten Monat für Monat Ihre Rente. Nach weiteren fünf Jahren Behandlung haben Sie den Kampf gegen die Krankheit gewonnen und können wieder einer Arbeit nachgehen. Der Vertrag läuft Beitragspflichtig weiter.

Das Problem: die vereinbarte Rente von 1.000,- Euro hat sich nun auf 600,- Euro im Monat reduziert. Blöd für einen neuen Leistungsfall.

Verzicht auf befristete Anerkenntnisse und ein paar Gimmiks

Endlich hat sich der Volkswohl Bund in die Reihe der wenigen Anbieter geschoben, die auf die Möglichkeit eines befristeten Anerkenntnisses verzichten. Das kann vor allem bei psychischen Erkrankungen von Vorteil sein.

Außerdem wurde die Arbeitsunfähigkeitsklausel etwas überarbeitet und ist jetzt bis zum 20. Lebensjahr der Versicherten Person beitragsfrei enthalten. Leider ist diese Leistung aber nach wie vor auf maximal 18 Monate begrenzt und es muss weiterhin mit dem Antrag auf AU-Leistung auch ein Antrag auf Berufsunfähigkeitsleistung gestellt werden.

Ein Novum mit Haken zum Schluss

Der Versicherer hebt besonders hervor, dass sich die Laufzeit des Vertrags verlängern lässt, wenn die Regelaltersgrenze von dem aktuell 67. auf ein anderes Alter erhöht wird. Ganz neu ist diese Option jedoch nicht, denn auch die Inter Risk hat ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung bereits vor einiger Zeit eine solche Klausel spendiert.

So gut die Idee auch ist, leider ist die Ausübung dieser Option bis maximal zum 50. Lebensjahr möglich. Wenn also die Regelaltersgrenze bei einem heute 40 jährigen in 11 Jahren erhöht wird, nutzt ihm dies nicht mehr viel. Der Volkswohl Bund ist aber in puncto Flexibilität und Variabilität hiermit auf dem richtigen Weg.

Fazit

Es ist den Dortmunder tatsächlich gelungen an ihrem bisher sehr guten Bedingungswerk noch weiter zu feilen und in einigen Bereichen noch zu verbessern und damit den Abstand zur absoluten Spitze weiter zu verkürzen. Als Kunde sollte man allerdings Abstand vom Start-Tarif halten und bei der Dynamik zum Inflationsausgleich eine Anpassung in Höhe der Steigerungen des Verbraucherpreisindex (mindestens 2,5%) wählen, da sonst ab einer Rentenhöhe von 2.500,- Euro Schluss mit weiteren Erhöhungen ist.

Berücksichtigen Sie diese Punkte, sollten Sie die neue Berufsunfähigkeitsversicherung des Volkswohl Bund definitiv in die engere Auswahl nehmen.

 

 

Die Thematik der Finanzstärke einer Versicherungsgesellschaft, insbesondere einer Lebensversicherungsgesellschaft, kommt gerade in den Zeiten der niedrigen Zinsen wieder einmal zum Vorschein.

Wie wichtig ist die Finanzstärke überhaupt bei der Auswahl des Anbieters für meine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wenn wir uns mit diesem Thema ganz genau beschäftigen wollen, müssen wir bei einem Vertrag, der nicht selten über 30 Jahre läuft, im Klaren sein, dass die Finanzstärke immer nur eine Momentaufnahme sein kann. Außerdem ist die Finanzstärke eines Versicherungsunternehmens für den „Otto-Normal-Verbraucher“ aber auch für den Versicherungsmakler nicht ohne Weiteres auszumachen. Versicherungen haben nämlich eine ganze Reihe von Tricks und Kniffen um die Finanzstärke nach Außen hin glänzen zu lassen.

Anfang 2016 unterhielt ich mich mit der Vorstand eines Großen BU – Versicherers über den Zusammenhang der Leistungserbringung der BU – Renten in seinem Unternehmen und der Finanzstärke seines Unternehmens. Er bestätigte daraufhin, dass sein Unternehmen aktuell ca. 20 – 30% mehr BU – Renten erbringt, als den Kunden nach den Versicherungsbedingungen zustehen würden.

Nun stellen wir uns einmal vor (und es ist ja nicht ausgeschlossen, dass die Niedrigzinsphase noch einige Jahre weiter geht) seinem Unternehmen geht es in 5 Jahren wirtschaftlich nicht mehr so gut wie heute. Dann müssen sich 20 – 30% (also 20 – 30 Personen von 100) große Sorgen um Ihre Existenz machen, denn ihre Berufsunfähigkeitsrente kann gestrichen werden. Sie wird ja erbracht, obwohl dieser Versicherer es eigentlich nach seinen Bedingungen nicht müsste.

Und da sind wir schon beim Thema Bedingungen

Zutreffend brachte es Claus-Dieter Gorr, Geschäftsführer vom Premium – Circle, kürzlich auf einem Vortrag in Neuss auf den Punkt „die Bedingungen sind das Ventil“. Je mehr Hintertüren das Bedingungswerk zulässt, je mehr Möglichkeiten hat das Versicherungsunternehmen die Leistungen zu streichen oder gar nicht erst zu gewähren.

Fassen wir also zusammen: Die Finanzstärke eines Versicherungsunternehmens sollte bei der Auswahl der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung auf jeden Fall eine Rolle spielen. Ist heute schon abzusehen, dass der Anbieter in den kommenden Jahren finanzielle Schwierigkeiten bekommt, dann lieber Finger weg davon.

Da Finanzstärken aber vergänglich sind, kommt es in erster Linie auf die Versicherungsbedingungen an. Hier sollten möglichst viele Hintertüren verschlossen sein um dem Versicherungsunternehmen möglichst wenige Angriffsflächen für die Streichung oder die Verweigerung der Leistung zu geben.

 

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist totaler Quatsch. Ob das stimmt lesen Sie hier.

Warum Sie auf eine Unfallversicherung verzichten können titelt Spiegel Online am 16.09.2017. Als Experten lassen Sie dabei Hermann- Josef Tenhagen in einer Kolumne zu Wort kommen. Also den Herrn Tenhagen, der mit seiner Firma Finanztip auf wohltätigen Verbraucherschützer macht, dann aber teure Leads an Versicherungsvermittler verkauft. Bisher konnte man eher fragwürdiges von ihm lesen. Dies nur, damit Sie den Autor besser einschätzen können.   SOON zur Unfallversicherung

Zahlen, Daten, Fakten zur Unfallversicherung

Herr Tenhagen gibt an, dass sich die Anzahl verkaufter Unfallversicherung zwischen 1985 und 2000 verdoppelt hat. Dies führt er auf die neuen Bundesländer zurück, deren Menschen wohl sehr naiv seien. So „waren sie diese Art der Verkaufsgespräche nicht gewohnt“ und „hatten noch weniger Ahnung von den Provisionsmodellen“.

Also der Doofe Ossi, der auf alles drauf herein fällt was neu ist? Das ist doch ein bisschen zu einfach oder Herr Tenhagen? Immer wieder wird diese Provisions-Keule geschwungen. Wo unterscheidet sich eine Provision noch mal genau vom Verkauf von Leads an Vermittler, Herr Tenhagen? Aber wir schweifen ab, zurück zur Unfallversicherung. Da kommt nur in der Kolumne nichts mehr. Also fachlicher Mehrwert bisher gleich null (0).

 

Eine Unfallversicherung hilft in schwierigen Lebenslagen?

In schwierigen Lebenssituationen zahlt die UnfallversicherungIch zitiere „Die private Unfallversicherung war und ist für solche Verkaufserfolge besonders geeignet. Denn sie gaukelt vor, in schwierigen Lebenssituationen tatsächlich zu zahlen. Genau wie der Laie bei der Risikolebensversicherung versteht, okay, die zahlt, wenn ich tot bin, so denkt er bei der Unfallversicherung: Die zahlt, wenn ich einen Unfall habe.“

 

Direkt danach weist der Autor dann darauf hin, dass sie das aber nicht tue. Das hört sich ja nach einem Skandal an!?

Leider versucht er dann auch noch das ganze zu begründen. Und zwar ziemlich plumb. Bei einem Beinbruch mit gutem Heilungsverlauf gibt es also keine Leistung aus einer Unfallversicherung. Das ist erstes schon einmal falsch, denn in einer Unfallversicherung sind auch

Beinbruch Unfallversicherung

Krankenhaustagegelder, Krankentagegelder, Gipsgelder oder Hilfeleistungen im Haushalt absicherbar, zweitens sehe ich hier aber keinerlei Bezug auf eine „schwierige Lebenssituation“. Sicher, ein kaputtes Bein für 6 Wochen ist Mist. Ich weiß wovon ich rede, hatte ich doch selbst schon zwei Sprunggelenkfrakturen durch einen Unfall (meine Unfallversicherung hat übrigens unterstützend geleistet), in eine schwierige Lebenssituation bin ich allerdings nicht gekommen.

Glücklicher Weise geht oft alles wieder gut. Knochen und Bänder wachsen meistens wieder sauber zusammen. Leider gibt es aber auch genügend Fälle bei denen ein Arm oder Bein stark eingeschränkt bleibt oder sogar amputiert werden muss. Auch ein Steinchen im Auge kann schnell zur Erblindung führen. Und genau in diesen Fällen ist finanzielle Hilfe enorm wichtig.

Wissen wo was hingehört

Von Ratingagenturen wie z.B. Franke & Bornberg (hier schmeisst man alles, auch die Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung, in einen Topf und nennt dies Arbeitskraftabsicherung) aber auch von vielen Versicherungsvermittlern und vermeintlichen Experten wird immer wieder ein fataler Fehler begangen: Man vergleicht eine Unfallversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, einer Grundfähigkeitsversicherung und (wenn es ganz dumm läuft) einer Schweren-Krankheiten-Versicherung. Diesem Irrtum unterligt auch Josef Tenhagen.

Er weist nämlich darauf hin, dass eine Berufsunfähigkeit nur in rund 10% aller Fälle durch einen Unfall ausgelöst wird. Daber habe eine BU-Versicherung absoluten vorrang. Hier hat er sogar absolut recht – für die Absicherung einer Berufsunfähigkeit braucht es eine BU-Police. Da gibt es keine andere Wahl. Denn eine BU-Absicherung ist eine Status-Absicherung. Sie sichert meine aktuelle soziale Stellung und mein Einkommen ab. Das kann keine Unfallversicherung, es ist aber auch nicht ihre Aufgabe.

 

Unwissenheit oder volle Absicht – immerhin verdient die Firma von Herrn Tenhagen an den Leads prächtig, die nun generiert werden sollen. Nun wird nämlich unter dem Vermerk auf „Alternativen“ zur (Achtung) Berufsunfähigkeitsversicherung auch die Unfallversicherung aufgeführt. Helfen können hier Partner (geschwärzt), die für jeden Klick bezahlen dürfen.

 

Unfallversicherung – für wen geeignet, für wen nicht

Halten wir also fest, dass die Unfallversicherung niemals eine Alternative zur BU-Versicherung sein kann, sondern immer nur eine Ergänzung. Dazu sollte diese tatsächlich möglichst schlank daher kommen und nicht mehr enthalten als unbedingt notwendig, denn alles andere kostet viel Geld.

Für einen Arbeitnehmer mit Lohnfortzahlung und Krankengeldansprüchen (evtl. noch privater Krankentagegeldversicherung) braucht es kein extra Krankenhaustagegeld. Bei Selbstständigen und Freiberuflern hingegen kann diese Absicherung druchaus Sinn ergeben.

Eine Todesfallleistung hat aus meiner Sicht in der Unfallversicherung ebenfalls nichts zu suchen, ebenso ein Gipsgeld / Knochenbruchgeld. Auch eine Unfallrente ist unfug, denn diese würde tatsächlich eine Sicherung des Einkommens suggerieren.

Konzentrieren sollten Sie sich viel mehr auf eine angemessene Invaliditätsgrundsumme mit einer gut ausgestalteten Progression und einer hohen Gliedertaxe. Zudem sollten die Bedingungen nach Möglichkeit keinen Abzug bei Mitwirkungen von Krankheiten oder Gebrechen hergeben. Auch eine Erweiterung des Unfallbegriffs zum Beispiel um Eigenbewegungen und erhöhte Kraftanstrengungen sowie ein Verzicht auf Ausschlüsse von Unfällen durch Alkohol und Medikamente sowie diverse Erkrankungen wie Herzinfarkte sollten zwingend erfüllt sein.

Nun sind Sie kostengünstig für den Fall abgesichert, dass Sie durch einen Unfall mit Folge einer Invalidität zum Beispiel Umbauten am Haus (wie kommen Sie die Treppe hoch? Können Sie Ihr Bad oder Ihre Küche noch ohne Veränderung nutzen? etc.) vornehmen müssen oder sich ein behindertengerechtes Auto zulegen sollten um mobil zu bleiben.

In diesen Szenarien hilft Ihnen übrigens auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung nichts, denn aus der BU-Rente als Ersatz zum regelmäßigen Einkommen müssten Sie sich eine hohe Summe erst einmal zusammensparen oder alternativ einen Kredit aufnehmen. Es darf hier also nicht entweder-oder heißen, sondern UND.

Holen Sie sich einen echten Fachmann / Fachfrau zur Seite

Am besten Sie lassen sich ein gesamtes Absicherungskonzept zusammenstellen. Damit haben Sie den für sich passenden Schutz ohne große Überschneidungen und ohne zu viel Geld dafür zu bezahlen. Dazu wenden Sie sich am besten an einen auf diese Absicherung spezialisierten Versicherungsmakler.

Sie möchten noch etwas mehr lesen?

Ob Sie auf eine Risikovoranfrage in der Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten können, lesen Sie hier

Wie viel Verbraucherschutz bekommen Sie bei einer Verbraucherzentrale?

 

 

Wie sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich? Die Augsburger Allgemeine berichtet. Allerdings mit zahlreichen Fehlern. Das sollten Sie unbedingt lesen.